Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

CeBIT stärkt Bewusstsein für "grüne" IT-Lösungen

15.01.2009
  • Deutsche IT-Firmen sind beim Umweltbewusstsein die Nr. 1 in Europa
  • Verbraucher wünschen sich Öko-Label für alle elektronischen Geräte
  • Regierung, Wirtschaft und Wissenschaft gründen Green-IT-Allianz
  • Die Bedeutung von Green IT wächst. Im Jahr 2008 hat die CeBIT dieses Thema auf die Agenda gesetzt, zur kommenden Veranstaltung vom 3. bis 8. März 2009 wird der Bereich deutlich ausgeweitet: Dann wird die Halle 8 zur "Green IT World" und zeigt brandneue Produkte und zukunftsträchtige Ideen auf mehr als 2 000 Quadratmetern.

    "Die CeBIT 2008 hat wesentlich dazu beigetragen, das Thema Green IT in den Köpfen von Herstellern und Anwendern zu verankern," sagt Ernst Raue, CeBIT-Vorstand der Deutschen Messe AG, in Hannover. Mittlerweile spielen Green-IT-Lösungen sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht weltweit eine entscheidende Rolle. "Auf der CeBIT 2009 wird deutlich, dass die ITK-Branche bei der Lösung der Klimafragen und bei der Steigerung der Energieeffizienz eine Schlüsselposition übernimmt," sagt Raue weiter.

    Vor allem in Zeiten hoher Energiepreise und krisenbedingter Wirtschaftsrisiken ist die Reduktion der Kosten ein zentrales Argument für "grüne" Informations- und Kommunikationstechnik. Ein noch größeres Potenzial liegt im Einsatz von Green IT in anderen Branchen im Sinne von "grün durch ITK".

    Immer mehr IT-Hersteller bekennen sich zu "grüner" Technologie und bringen Produkte auf den Markt, die nicht nur deutlich weniger Energie verbrauchen als ihre Vorgänger, sondern auch mit umweltfreundlichen Bauteilen ausgestattet sind, die recycelt werden können.

    Nach Berechnungen des Berliner Borderstep Instituts lag der Stromverbrauch von Servern und Rechenzentren in Deutschland 2008 bei 10,1 Terrawattstunden. Die damit verbundenen Stromkosten belaufen sich auf rund 1,1 Milliarden Euro. Somit sind in Deutschland vier mittelgroße Kohlekraftwerke mit der Versorgung von Servern und Rechenzentren ausgelastet. Würden die besten, heute bereits verfügbaren Energieeffizienz-Technologien bei etwa 90 Prozent aller Rechenzentren angewendet, könnte der Stromverbrauch durch Server und Infrastruktur nach Berechnungen von Borderstep bis 2013 um fast 40 Prozent sinken - trotz der kontinuierlich steigenden Rechen- und Speicherleistung.

    Ohnehin sind deutsche Unternehmen in Sachen Umwelt-Engagement im europäischen Vergleich die Nummer eins. Die Marktforscher von IDC haben rund 460 IT-Verantwortliche in Europa befragt, welchen Stellenwert Green IT in ihren Firmen hat. Demnach verfügt in Deutschland fast jedes zweite Unternehmen über eine Umweltstrategie. Weitere 13 Prozent gaben an, das Thema innerhalb der nächsten zwei Jahre auf ihre Agenda setzen zu wollen. Bei 70 Prozent der Befragten stehen Kosteneinsparungen im Vordergrund. Knapp 60 Prozent sind vor allem am Recycling interessiert. Eine geringere Rolle spielt die Erwartung der Kunden (47,5 Prozent).

    60 Prozent der Verbraucher achten bei Neuanschaffungen auf den Stromverbrauch

    Dabei befassen sich die Konsumenten schon intensiv mit der Umweltverträglichkeit ihrer technischen Umgebung. Einer aktuellen Repräsentativstudie des Computermagazins "Chip" und der GfK-Marktforschung zufolge wünschen sich 89 Prozent aller Deutschen ein Umwelt-Label, das Auskunft über die Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit aller elektronischen Geräte gibt. Obwohl derzeit eine einheitliche Kennzeichnung fehlt, achten bereits 60 Prozent beim Kauf auf den Strombedarf. Dieses Interesse ist begründet: Die Deutsche Energie-Agentur hat errechnet, dass jeder Haushalt schon heute etwa 290 Euro pro Jahr sparen könnte, wenn die vorhandenen Geräte optimal eingestellt würden, Energiesparlampen zum Einsatz kämen sowie TV und PC konsequent ausgeschaltet würden, anstatt bei Nichtbenutzung im Stand-by-Modus zu bleiben.

    Bundesregierung, Wirtschaft und Wissenschaft gründen Green-IT-Allianz

    Auch auf dem dritten IT-Gipfel im vergangenen November war die Frage des gezielten Einsatzes von IT für Energieeffizienz und Klimaschutz zentrales Thema. Im Rahmen ihres "Aktionsplanes Green IT" wollen Bundesregierung und High-Tech-Wirtschaft die Forschung und Entwicklung sowie den Einsatz Ressourcen schonender Produkte der Informations- und Kommunikationstechnologie inklusive entsprechender Dienstleistungen fördern. Allein die Bundesregierung stellt hierfür über 400 Millionen Euro bereit. Dazu sagte der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Michael Glos (CSU): "Wir wollen eine Allianz zur Stärkung des Green-IKT-Standortes schmieden. Deutschland soll auf diesem Gebiet Pionier werden. Die Voraussetzungen sind hervorragend: In der Energie- und Umwelttechnik werden Deutschlands Ingenieure weltweit zur Spitzenklasse gezählt." Bis zur CeBIT 2009 soll die IKT-Wirtschaft einen Vorschlag zu Organisation und Arbeitsprogramm der Initiative vorlegen.

    Mobilfunk-Basisstationen mit erneuerbarer Energie plus "grüne" Handys

    Nicht nur Rechenzentren, Home-PCs oder TV-Geräte verbrauchen viel Energie, sondern auch Handys. Vielversprechende "grüne" Handy-Prototypen aus recyceltem Bio-Kunststoff mit umweltverträglichem Innenleben gibt es bereits. Der Standby-Stromverbrauch der kleinen Kommunikationsgenies soll in absehbarer Zukunft weiter sinken. Außerdem wird mit Hochdruck an umweltfreundlichen Brennstoffzellen-Akkus gearbeitet. Sogar "grüne" Mobilfunk-Basisstationen sind keine Utopie mehr: In Schweden wurde kürzlich ein Sendeturm präsentiert, dessen Strom von vier etwa fünf Meter langen Flügeln produziert wird - die Windenergie macht's möglich.

    Gabriele Dörries | Deutsche Messe AG
    Weitere Informationen:
    http://www.cebit.de

    Weitere Nachrichten aus der Kategorie CeBIT 2009:

    nachricht Hybrid-Scanner ordnet Dokumente nach Chaos-Prinzip
    09.03.2009 | Xamance

    nachricht Zum Abschluss der CeBIT 2009: Trends und Themen
    09.03.2009 | Deutsche Messe

    Alle Nachrichten aus der Kategorie: CeBIT 2009 >>>

    Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

    Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

    Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

    Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

    Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

    Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

    Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

    Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

    Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

    „Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

    Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

    Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

    An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

    Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

    Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

    Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

    Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

    Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

    Anzeige

    Anzeige

    IHR
    JOB & KARRIERE
    SERVICE
    im innovations-report
    in Kooperation mit academics
    Veranstaltungen

    Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

    27.06.2017 | Veranstaltungen

    Internationale Konferenz zu aktuellen Fragen der Stammzellforschung

    27.06.2017 | Veranstaltungen

    Fraunhofer FKIE ist Gastgeber für internationale Experten Digitaler Mensch-Modelle

    27.06.2017 | Veranstaltungen

     
    VideoLinks
    B2B-VideoLinks
    Weitere VideoLinks >>>
    Aktuelle Beiträge

    Mainzer Physiker gewinnen neue Erkenntnisse über Nanosysteme mit kugelförmigen Einschränkungen

    27.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

    Wave Trophy 2017: Doppelsieg für die beiden Teams von Phoenix Contact

    27.06.2017 | Unternehmensmeldung

    Warnsystem KATWARN startet international vernetzten Betrieb

    27.06.2017 | Informationstechnologie