Deutsche Genbank Obst geht online – Genetische Vielfalt von Apfel & Co sichern

Bundesministerin Aigner schaltete gestern (15.1.2009) auf der Grünen Woche (Halle 23a) per Mausklick die Webseite zur Deutschen Genbank Obst http://deutsche-genbank-obst.de frei. Die Freischaltung ist ein weiterer wesentlicher Schritt dazu, dass Arten bzw. Sorten von Erdbeere, Kirsche, Apfel und Co und damit ihre Gene langfristig und effizient gesichert werden. Dies ist besonders für die Züchtung neuer Sorten, die an sich verändernde Umweltbedingungen angepasst sind (Stresstoleranz/Krankheitsresistenz), von immenser Bedeutung.

Bisher unterhalten Bundes- und Landeseinrichtungen sowie nichtstaatliche Organisationen Sammlungen unterschiedlicher Qualität und Größe, oft ohne voneinander zu wissen. Es ist anzunehmen, dass zum einen viele gleiche Sorten erhalten werden, während andere Sorten nur in wenigen, wenn nicht nur einer Sammlung vorkommen. Da die Koordinierung bisher fehlte, bestand die Gefahr, dass wertvolle obstgenetische Ressourcen unwiderruflich verloren gehen. Im dezentralen Netzwerk `Deutsche Genbank Obst` ist jeder Partner für den Erhalt eines Teils der Arten verantwortlich. Mit der jetzt öffentlich zugänglichen Internetdatenbank weiß jeder Partner nun auch von den Aktivitäten der anderen staatlichen und nichtstaatlichen Sammlungen, so dass in der Summe die genetische Vielfalt als Ganzes erhalten wird.

Die Koordinierung des dezentralen Netzwerkes liegt in den Händen des Julius Kühn-Instituts – Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (JKI), das am Standort Dresden selbst eine Obstgenbank bewirtschaftet. Bisher wurden Netzwerke für Kirsche und Erdbeere etabliert. Nach und nach sollen die Sammlungen der anderen heimischen Obstarten unter dem Dach der „Deutschen Genbank Obst“ zusammenfinden“. Für 2009 ist innerhalb der Deutschen Genbank Obst die Etablierung des größten Netzwerks, das für den Apfel, geplant.

Hintergrundinformation:

Die ,Deutsche Genbank Kirsche' umfasst derzeit 315 Süßkirschsorten sowie 106 Sauerkirschsorten quasi in sieben „Bankfilialen“ an Bundes- und Landeseinrichtungen sowie nichtstaatlichen Organisationen. Die ,Deutsche Genbank Erdbeere' umfasst 370 Sorten an zwei Standorten. Neben diesen ex-situ Sammlungen auf dem Feld wird im JKI-Institut in Dresden mittels Kryokonservierung von Erdbeeren eine Duplikat-Sammlung aufgebaut. Die Dresdener Wissenschaftler vom Julius Kühn-Institut unterhalten und beurteilen 1600 verschiedene Obstsorten und fast 1000 Muster von Wildarten auf dem Gelände in Pillnitz.

Das von ihnen koordinierte Netzwerk ist ein Beispiel dafür, wie das 1992 in Rio de Janeiro beschlossene internationale Übereinkommen über die biologische Vielfalt in Deutschland umgesetzt wird.

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Stefanie Hahn idw

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