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US-Forscher setzen auf Gentech-Mais

12.05.2004


Verändertes Erbgut geht auch auf herkömmliche Pflanzen über



Während US-Forscher von der University of California in Riverside über eine neue erfolgreiche genetisch veränderte Maispflanze berichten, die doppelte Menge an Fett und Proteinen enthält, haben Wissenschaftler der Texanischen A&M-University in Corpus Christi davor gewarnt, dass genetisch veränderter Mais seine Erbanlagen an herkömmliche Pflanzen übertragen kann. Das berichten die Forscher in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences PNAS.

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Der genetisch gezüchtete Supermais, der kommerziell gezogen werden kann, verfügt über die gleiche Menge an Kohlehydraten, aber doppelt soviel Fett und Proteine. Nach Angaben der Züchters Daniel Gallie soll dieser Mais die Länder Südamerikas und Afrikas, die unter Unterernährung leiden, satt machen. Außerdem könnte er auch in den USA und in Europa, wo große Mengen von Mais für die Futtermittelindustrie verwendet werden, positive Effekte bringen. Der neue Mais wurde so verändert, dass es im Korn sozusagen zwei Embryos gibt und ein kleineres Endosperm. Dadurch weisen die Körner eine große Menge an Fett und Proteinen auf. Nach Angaben des Wissenschaftsmagazins Nature gibt es bereits zahlreiche Unternehmen, die großes Interesse an dem Gen-Mais zeigen. Das Argument, dass Unterernährung auch mit anderen Mitteln als durch genveränderte Pflanzen bekämpft werden kann, wird von den amerikanischen Forschern ignoriert. Vielmehr ist die Landwirtschaftslobby der Regierung Bush darum bemüht, genetisch verändertes Saatgut global zu vermarkten.

Das Forscherteam um Charles Chilcutt von der A&M-University hatte in seiner Untersuchung Maispflanzen bis zu einer Entfernung von rund 30 Metern untersucht. Der Genmais enthielt Gene des Bakteriengifts Bt (Bacillus thuringensis) als eingebautes Schädlingsmittel. In benachbarten Maispflanzen konnten Forscher das Gift nachweisen: zwar enthielten nicht die grünen Teile des Mais das Gift, aber einige der Körner. Bedenken gegen den Einsatz dieser Maisarten gibt es seitens der Biobauern, die Bt-Gifte als Insektizide verwenden. Die Sorge geht dahin, dass sich eventuell Resistenzen der Insekten entwickeln könnten. Die maximale Konzentration an Bt fanden die Forscher in Pflanzen, die zwei Meter von den genetisch veränderten wuchsen. Dort fanden sich Gift-Konzentrationen zwischen 43 und 45 Prozent.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.tamu.edu
http://www.pnas.org
http://www.nature.com

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