Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweit ziemlich einmalig: Multimedia-Lehrangebot zur Technologie der Keramik

28.01.2014
Die Herstellung von Keramik gehört zu den ältesten Kulturtechniken der Menschheit. Technologisch hat sich dieser Prozess immer weiterentwickelt.

Ein aktuelles Lehrbuch darüber fehlt allerdings. Deshalb bietet die TU Clausthal ein Novum an: Seit neuestem ist ein Multimedia-Lehrangebot zur „Technologie der Keramik“ verfügbar, und zwar weltweit in zwei Sprachen. „In dieser Kombination habe ich so etwas noch nirgends gesehen“, sagt Professor Jürgen Heinrich, Keramik-Experte und Initiator des Projektes.

Dank dem neuen Angebot könnte sich zum Beispiel ein chinesischer Ingenieurstudent, der gerade in Shanghai in der U-Bahn sitzt, auf dem Smartphone ein Video von Professor Heinrichs Vorlesung anschauen. Das Skript dazu gibt es neben Deutsch auch auf Englisch, angereichert mit zahlreichen Erklärvideos – natürlich alles online. Begeistert von diesem Service informiert sich der Student über die TU Clausthal. Und einige Monate später kommt er in den Oberharz, um das Masterprogramm Materialwissenschaften zu studieren.

Dieses Szenario wäre ganz nach dem Geschmack von Professor Heinrich. „Mit unserem Angebot wollen wir die Kompetenz der TU Clausthal in den Materialwissenschaften unterstreichen und auf die entsprechenden Studiengänge aufmerksam machen.“ Daneben helfen die Vorlesungsaufzeichnungen, Skripte und Erklärvideos, die auf dem Gebiet von E-Learning Maßstäbe setzen, den aktuellen Studierenden beim Nachbereiten des Lernstoffs.

So vielschichtig das digitale Pilotprojekt inzwischen ist, so klein hat es vor mehr als fünf Jahren angefangen. Damals zeichnete Stefan Zimmer, Kameramann in der Abteilung Multimedia des TU-Rechenzentrums, erste Vorlesungen von Professor Heinrich auf. „Das war nicht ganz einfach. Man muss sich anders verhalten, wenn die Kamera läuft“, sagt Heinrich, der mehrere Jahre an der Spitze der Deutschen wie auch der Europäischen Keramischen Gesellschaft gestanden hat. „Man darf nicht abschweifen, alles muss stimmen.“ Vier Vorlesungen des Instituts für Nichtmetallische Werkstoffe, jeweils die Inhalte eines kompletten Semesters, sind mittlerweile auf dem Videoserver der Universität hinterlegt.

Während der Zusammenarbeit mit Stefan Zimmer entstand eines Tages die Idee, einzelne Aspekte der Vorlesung mit Kurzfilmen zu erläutern. Aufgrund der guten Kontakte des Harzer Keramik-Experten zur Industrie ließen zahlreiche Unternehmen aus Deutschland und Belgien das Clausthaler Filmteam hinter die Kulissen blicken. Seltene Aufnahmen – angefangen von den Lagerstätten über die technologische Aufbereitung der Tonminerale zu Keramik bis hin zum Glasieren – sind dabei gedreht worden, 19 Clips insgesamt. „Zusammen mit den Vorlesungsvideos und den bilingualen Skripten ist etwas Ganzheitliches aus Bild, Ton und Text entstanden, ein Gewinn für Lernende und Lehrende“, sagt Zimmer.

Möglich war dies nur, weil sich Personen verschiedener Einrichtungen in das Projekt eingebracht haben. Neben den Genannten ist besonders Dr. Cynthia Morais Gomes zu erwähnen. Die Brasilianerin ist beschäftigt bei der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, einem Kooperationspartner der TU. Vertretungsweise hält sie eine Vorlesung in Clausthal und hat das englische Manuskript geliefert: „Ich möchte mich habilitieren, dafür sind diese Erfahrungen sehr wichtig.“ Beim medialen Aufarbeiten, etwa mit Computergrafiken und Fotos, haben sich die wissenschaftlichen Mitarbeiter Horst Krüsemann und Simon Hesse ebenso beteiligt wie Simone Gregorincic aus dem Rechenzentrum.

„Nun gilt es“, sagt Professor Heinrich, „dieses Multimedia-Lehrangebot gut zu vermarkten.“ Dabei kommt dem Wissenschaftler entgegen, dass er in der weltweiten Keramikszene bestens vernetzt ist. So wurde ein Newsletter mit dem Link www.ceramics-processing.com über die Deutsche Keramische Gesellschaft an mehr als 5000 Spezialisten auf allen Kontinenten versendet. Nach der Eröffnung der Webseite im November 2013 haben bereits mehr als 800 Interessenten diesen Link bis Mitte Januar 2014 aufgerufen.

Christian Ernst | Technische Universität Clausthal
Weitere Informationen:
http://www.ceramics-processing.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Neues Computerprogramm hilft bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
13.11.2017 | Technische Universität Kaiserslautern

nachricht Schulraum in Stuttgart mit VLC-Technologie vom Fraunhofer HHI eröffnet
03.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Papstar entscheidet sich für tisoware

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

Natürliches Radongas – zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

„Spionieren“ der versteckten Geometrie komplexer Netzwerke mit Hilfe von Maschinenintelligenz

08.12.2017 | Biowissenschaften Chemie