Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweit einmaliges Studienangebot: Großes Interesse an Master Online Studiengang Advanced Oncology

06.08.2010
An der Universität Ulm beginnt im Wintersemester ein neuer internationaler Weiterbildungsstudiengang Advanced Oncology. Der viersemestrige berufsbegleitende Studiengang ermöglicht Onkologen und in der onkologischen Forschung tätigen Wissenschaftlern, sich zeitlich und örtlich flexibel weiter zu bilden und sich auf Führungsaufgaben vorzubereiten.

Die Nachfrage ist schon zum Start des weltweit einmaligen Studienangebots enorm: „Durch die globale Zunahme von Krebserkrankungen steigt auch der Bedarf an qualifizierten Onkologen, die in Tumorzentren krebskranke Patienten versorgen,“ sagt Dr. Manuela Bergmann, die Ärztliche Direktorin des Programms, „dennoch liegt das Interesse weit über Erwartungen“. Gleiches gelte für das Ausbildungsniveau („fast durchgehend im Oberarzt-Bereich“) der 44 Bewerber auf die 17 Studienplätze.

Mit der Notwendigkeit eines „ebenso sorgfältigen und fairen wie aufwändigen Auswahlverfahrens“ (Bergmann), Video-Interviews inklusive. Tagelang sitzt sie dazu im Multimediaraum der Universität, assistiert von weiteren Mitgliedern der Auswahlkommission. Im 30 Minuten-Takt grüßen die Bewerber vom Bildschirm, live zugeschaltet aus vielen Ländern Afrikas, Asiens, Nord- und Südamerikas sowie Europas, einige auch aus Deutschland. Die Interessenten beantworten, ergänzend zur vorliegenden schriftlichen Bewerbung, unter anderem Fragen zur persönlichen Motivation, zu beruflichen Erfahrungen in der Onkologie und zur Vereinbarkeit von Beruf und Studium.

„Wir wollen zum Anfang bewusst nicht mehr zulassen, um eine individuelle Betreuung der Teilnehmer zu gewährleisten“, erklärt Manuela Bergmann. Wohl würden die jederzeit abrufbaren Online-Vorlesungen als Grundstruktur des Studiengangs eine höhere Kapazität ermöglichen, Grenzen setze jedoch der darauf aufbauende interaktive Austausch mit den Dozenten: In einem Chat-Forum zur Beantwortung von Einzelfragen und im „virtuellen Klassenzimmer“, einer geschlossenen Plattform für Beiträge mehrerer Teilnehmer, die sich regelmäßig auch untereinander austauschen sollen. Letzteres wollen die Verantwortlichen nicht zuletzt durch die jeweils fünftägigen Präsenzseminare in Ulm zum Abschluss der einzelnen Semester fördern.

Sie beinhalten vier Module: Interdisziplinäre Onkologie unter anderem mit molekularbiologischen Aspekten der Tumorentstehung und –behandlung, klinische Forschung, klinische Therapiestandards, integrierte therapeutische Konzepte und Management.

Jeweils zu Beginn und zum Ende des Studiums findet eine sogenannte Summer School statt, auch zur Förderung der Netzwerkbildung. Das Thema ihrer Masterarbeit, die im dritten und vierten Semester ansteht und von der Universität Ulm betreut wird, können die Teilnehmer selbst vorschlagen.

Bergmann zufolge vermutlich wichtige Faktoren für den sich abzeichnenden Erfolg des Studiengangs: Zum einen ist das Curriculum auf die Leitlinien der European Society of Medical Oncology (ESMO) wie der American Society of Clinical Oncology (ASCO) abgestimmt und ermöglicht über den akademischen Titel „Master of Science“ hinaus verschiedene internationale Zertifikate. Zum anderen basiert das Weiterbildungsangebot auf einer ausgewiesenen fachlichen Kompetenz durch den hämatologischen und onkologischen Schwerpunkt im Forschungsprofil der Medizinischen Fakultät, seit einigen Jahren bereits gebündelt im so genannten Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU), ferner auf einer intensiven Kooperation mit renommierten und erfahrenen Partnern. Dem eigenen Kompetenzzentrum „E-Learning in der Medizin“ und dem jüngst eingerichteten Schwerpunkt Gesundheitsmanagement zum Beispiel, der European School of Oncology und der School of Public Health der University of North Carolina at Chapel Hill (USA).

Nicht zu vergessen die langjährigen Erfahrungen mit internationalen Fortbildungsveranstaltungen des Ulmer „International Center für Advanced Studies in Health Sciences and Services“ (ICAS), die dessen Gründer Professor Theodor Fliedner eingebracht hat, Altrektor und vor mehr als zwei Jahrzehnten Initiator der Wissenschaftsstadt Ulm. Aus gutem Grund ist denn auch Dr. Bergmann für das in den ersten drei Jahren vom baden-württembergischen Wissenschaftsministerium mit mehr als 600 000 Euro unterstützte Angebot überzeugt: „Die Studiengebühren von immerhin 20 000 Euro sind eine gute Investition in die Zukunft, sowohl der einzelnen Teilnehmer als auch der Patienten, die später von deren Weiterbildung profitieren.“

Weitere Informationen: Frau Dr. Manuela Bergmann, Tel. 0731/500-69408 oder e-mail: icas@uni-ulm.de

Willi Baur | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-ulm.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Bei Celisca entsteht das Labor der Zukunft
19.12.2016 | Universität Rostock

nachricht Bildung 4.0: Die Welt des digitalen Lernens: Smartphones und Virtual Reality im Unterricht
14.12.2016 | Fachhochschule St. Pölten

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie