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Der stählerne Hering sticht in See

04.04.2012
Neues Forschungsschiff „Clupea“ in Dienst gestellt

Großer Tag im Hafen Rostock-Marienehe: Das neuste und modernste deutsche Fischereiforschungsschiff „Clupea“ wurde heute den Wissenschaftlern des Thünen-Instituts vorgestellt. In den kommenden Tagen können sie zu den ersten Forschungsfahrten mit dem von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) bereederten Schiff aufbrechen.


Die neue Clupea auf einer Erprobungsfahrt
Foto: Fassmer Werft

Clupea – das ist der wissenschaftliche Gattungsname für den Hering, einer der wichtigsten Arten für die Fischer und das Ökosystem in der Ostsee. Und damit auch ein zentrales Forschungsobjekt des Thünen-Instituts für Ostseefischerei. Jedes Jahr fahren die Wissenschaftler des Instituts hinaus, um anhand der Dichte der Heringslarven im Bereich der Insel Rügen die Stärke der nachwachsenden Jahrgänge abzuschätzen.

Solche Forschungsarbeiten liefern die Grundlage für eine nachhaltige Nutzung des Meeres. An rund 290 Tagen im Jahr wird die neue Clupea im Dienst der Wissenschaft unterwegs sein. Die BLE stellt dabei den Schiffsbetrieb sicher.

Bis zur letzten Saison arbeiteten die Rostocker Wissenschaftler auf einem Forschungskutter gleichen Namens. Dieser war kurz nach dem zweiten Weltkrieg gebaut worden und bot keine zeitgemäßen Arbeitsbedingungen mehr. Das ändert sich jetzt: „Mit dem Neubau erhält die Bundesrepublik eine zukunftsweisende Plattform für die Fischerei-, Plankton- und Selektivitätsforschung“, freut sich Dr. Cornelius Hammer, Leiter des Thünen-Instituts für Ostseefischerei.

Das Schiff entspricht modernen Fahrzeugen der kommerziellen Fischerei, ist darüber hinaus aber ausgestattet mit einer Vielzahl spezieller Winden, einer modernen wissenschaftlichen Lot-Anlage und der Möglichkeit zur Unterwasserbeobachtung. Die neue Clupea ist mit 28,80 m deutlich länger als die Vorgängerin, hat aber dennoch nur einen Tiefgang von 2,38 m, was sie für Arbeiten in den flachen Küstengewässern der Nord- und Ostsee prädestiniert.

Dr. Michael Welling | vTI
Weitere Informationen:
http://www.vti.bund.de

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