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Staatssekretär eröffnet Bologna-Symposium in Berlin

30.01.2009
Andreas Storm: "Modernisierungsschub für Hochschulen nutzen"

"Zehn Jahre nach seinem Beginn hat der Bologna-Prozess zu einer erfolgreichen Modernisierung der deutschen Hochschulen beigetragen. Die Umstellung bietet die Chance, die Qualität von Studienangeboten zu verbessern, mehr Beschäftigungsfähigkeit zu vermitteln und die Zahl der Studienabbrüche zu senken. Diesen Innovationsschub wollen wir weiter erfolgreich nutzen."

Mit diesen Worten eröffnete der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Andreas Storm (MdB), am Freitag ein vom BMBF und der Kulturministerkonferenz (KMK) in Berlin veranstaltetes Symposium. Verantwortliche aus Bund, Ländern und Hochschulen fanden hier mit Professoren, Studierenden und Sozialpartnern zusammen, um vor der Bologna-Ministerkonferenz Ende April 2009 in Leuven und Louvain-La Neuve Bilanz über eine Dekade Bologna-Prozess zu ziehen und den weiteren Verlauf des Reformprozesses zu diskutieren.

"Der Bologna-Prozess ist mehr als die Umstellung auf die gestufte Studienstruktur; er ist ein umfassender Reformprozess, der die europäischen Hochschulsysteme besser miteinander verbindet und zugleich die Vielfalt der Hochschulen zum Vorteil wendet. Die Ideen und Konzepte des Bologna-Prozesses werden außerhalb Europas mit großem Interesse verfolgt. Das belegt der Dialog mit amerikanischen, asiatischen und lateinamerikanischen Experten", betonte der Staatssekretär in seiner Rede.

Storm verwies darüber hinaus auf die Qualifizierungsinitiative von Bund und Ländern, mit der eine positive Entwicklung angestoßen worden sei. Dazu gehört insbesondere eine größere Durchlässigkeit im Bildungssystem. So wird nun auch qualifizierten Absolventen der beruflichen Aus- und Weiterbildung der Zugang zum Studium erleichtert. Das BMBF unterstützt diesen Aufstieg durch Bildung durch die neu eingeführten Aufstiegsstipendien, mit denen noch in diesem Jahr bis zu 1.500 beruflich Begabten ein Hochschulstudium ermöglicht wird.

Auch die Einführung der neuen Studiengänge kommt weiter gut voran. Von den insgesamt rund 12.000 Studiengängen an deutschen Hochschulen sind im Wintersemester (WS) 2008/2009 drei Viertel bereits auf Bachelor und Master umgestellt. Im Vorjahr lag der Anteil der Bachelor- und Masterstudiengänge noch bei 61 Prozent. Bei den Studienanfängern zeichnet sich eine ähnlich positive Tendenz ab: Rund zwei Drittel aller Studienanfänger entschieden sich im WS 20008/09 für einen Bachelor- oder Masterstudiengang. Im WS 2006/07 beliefen sich die Einschreibungen noch auf 44,4 Prozent, im WS 2007/08 waren es bereits 64,5 Prozent.

Der Staatssekretär unterstrich zudem die soziale Dimension: "Die soziale Dimension ist ein Bekenntnis des Bologna-Prozesses zur Verantwortung des Staates, Bildung zu ermöglichen und für Chancengerechtigkeit beim Zugang, im Laufe der Ausbildung und beim Abschluss zu sorgen. Sie ist aber auch ein Mittel, um Potenziale zu erschließen und den europäischen Hochschulraum attraktiv zu machen".

Der nationale Aktionsplan für die soziale Dimension, der zusammen mit dem Bericht zur Umsetzung des Bologna-Prozesses in Deutschland für die Ministerkonferenz erarbeitet wurde, enthält zahlreiche Maßnahmen, die bereits durchgeführt werden oder in Planung sind. Diese reichen etwa von der Steigerung der Studienanfängerquote auf aktuell 39,3 Prozent (2007: 37,1 Prozent) über die massive Ausweitung der BAföG-Leistungen mit einer Erhöhung der Förderung um 10 Prozent und der Freibeträge um 8 Prozent bis hin zu verbesserten Regelungen für mobile Studierende.

Die Zahl der deutschen Studierenden an ausländischen Hochschulen ist im letzten Jahrzehnt kontinuierlich auf über 83.000 in 2006 gestiegen - das sind 7 Prozent oder 5700 Studierende mehr als im Vorjahr.

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