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Neue Impulse für die Metamorphose – so wird aus Forschung Geld gemacht

18.04.2011
Um den Sprung von der Grundlagenforschung in die industrielle Anwendung zu schaffen, reichen neue wissenschaftliche Erkenntnisse allein nicht aus.

Erst durch bewährte Strukturen und Abläufe, die den Technologietransfer unterstützen, gelingt der Weg aus dem Labor. Durch das vom BMBF geförderte Projekt VERWERTUNG+ verbessert das INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien in Saarbrücken seine strukturierten Abläufe zum Technologietransfer - vom Molekül zur Pilotfertigung.

Wissenschaftliche Erkenntnisse sollen so noch wirksamer in Kooperationen, Lizenzierungen und Ausgründungen umgewandelt werden. Das auf drei Jahre angelegte Projekt startete Anfang April und wird mit 300.000 Euro gefördert.

„Wir können die Verwertung unserer wissenschaftlichen Ergebnisse noch effektiver gestalten“ erklärt Marcus Geerkens, Leiter des Bereiches Forschungsförderung und Technologietransfer. Dazu müssten die Arbeitsabläufe im Haus noch konkreter ausgestaltet werden. Für die Verbesserung der Abläufe holt sich das INM auch einen Dienstleister hinzu, der in solchen Transferverfahren sehr erfahren ist. „Die Experten von außen helfen uns vor allem, den Blick über den Tellerrand auf den Markt zu schärfen und bewahren uns vor Betriebsblindheit“ erläutert der Chemiker Geerkens. Er verstehe das Projekt als Hilfestellung für die Wissenschaftler und nicht als ein vorgefertigtes, starres Instrument, nach dem die Forscher nun zu arbeiten hätten.

Beginnend mit einer Bewertung der momentanen Situation am Haus werden sich die Experten des INM zum Beispiel damit beschäftigen, ein festes „Bewertungsraster“ zu entwickeln. Damit wird es möglich, sowohl die eigenen Technologien als auch den Markt dafür besser zu untersuchen. Als weitere Säulen des Projektes wird das INM seine etablierten Abläufe für Patentierungen, Lizenzierungen und Kooperationen kritisch durchdenken und mögliche Förderquellen für Projekte systematischer beobachten. Auch forschungsnahe Ausgründungen will das INM mittelfristig wieder hervorbringen. „Dazu wollen wir im Haus für gründungsinteressierte Wissenschaftler Wege aufzeigen, wie man aus Forschungsergebnissen ein Geschäftsmodell und einen überzeugenden Businessplan dazu entwickeln kann“ sagt der Patentexperte weiter. Es könne sogar der Unternehmensaufbau begleitet werden.

„Die Ergebnisse dieses Projektes werden auch über die drei Jahre hinaus Bestand haben“ erklärt Roland Rolles, kaufmännischer Geschäftsführer des INM. Er verstehe das Projekt als Startschuss, die verbesserten Strukturen auch über die Förderzeit hinaus am INM langfristig zu verstetigen. „Als Institut der Leibniz-Gemeinschaft haben wir das Potenzial, unsere Entwicklungen bis zur industriellen Anwendung voranzutreiben. Damit stärken wir auch die Innovationskraft des Saarlandes. Auch das BMBF ist von unserem wissenschaftlichen Potenzial überzeugt“ so der Kaufmann Rolles.

Hintergrund:
Drittmittel sind für das INM eine wichtige Förderquelle. Es ist Ziel des Institutes, eine ausgewogene Balance zwischen öffentlichen und industriellen Drittmitteln zu erreichen. Grundlage für die erfolgreiche Einwerbung solcher Projekte ist schon jetzt die vorhandene Technologiebasis mit einer schlüssigen Patent- und Verwertungsstrategie mit aktuell über 100 aktiven Patentfamilien.

Die Förderung „Entwicklung, Umsetzung und Professionalisierung von Verwertungskonzepten aus mathematischen, natur- und ingenieurwissenschaftlichen Leibniz-Einrichtungen (Sektion D) und Helmholtz-Zentren“ erfolgt über das BMBF im Rahmen der Hightech Strategie 2020.

Ansprechpartner:
Dr. Marcus Geerkens
Forschungsförderung und Technologietransfer
Tel. 0681 9300 227
Markus.geerkens@inm-gmbh.de
Dr. Roland Rolles
Kaufmännischer Geschäftsführer
Tel. 0681 9300 290
Roland.rolles@inm-gmbh.de
Das INM erforscht und entwickelt Materialien – für heute, morgen und übermorgen. Chemiker, Physiker, Biologen, Material- und Ingenieurwissenschaftler prägen die Arbeit am INM. Vom Molekül bis zur Pilotfertigung folgen sie den wiederkehrenden Fragen: Welche Materialeigenschaften sind neu, wie untersucht man sie und wie kann man sie zukünftig nutzen?

Das INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH mit Sitz in Saarbrücken ist ein international sichtbares Zentrum für Materialforschung. Es kooperiert wissenschaftlich mit nationalen und internationalen Instituten und entwickelt für Unternehmen in aller Welt. Das INM ist ein Institut der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V. und beschäftigt rund 190 Mitarbeiter. Seine Forschung gliedert sich in die drei Felder Chemische Nanotechnologie, Grenzflächenmaterialien und Materialien in der Biologie.

Dr. Carola Jung | idw
Weitere Informationen:
http://www.inm-gmbh.de

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