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Wissenschaftsrat verabschiedet Stellungnahme zum Campus Landau der Universität Koblenz-Landau

21.01.2002


Der Wissenschaftsrat hat während seiner Winter-Sitzungen eine Stellungnahme zur inhaltlichen und räumlichen Ausbauplanung für den Campus Landau der Universität Koblenz-Landau verabschiedet. Die Universität kann auf eine lange Tradition in der Lehrerbildung zurückblicken. Sie bietet als einzige Hochschule des Landes Rheinland-Pfalz die Lehramtsstudiengänge für Grund-, Haupt- und Sonderschule an. Dem Campus Landau kommt zusätzlich Bedeutung durch eine Mitversorgung des Saarlandes in der Lehrerbildung zu. Als weiterer Schwerpunkt konnte sich in Landau neben der Lehrerbildung die Psychologie etablieren. Das dem Wissenschaftsrat vorgelegte Ausbaukonzept sieht eine Ergänzung des Studienangebotes um die Sozial- und Umweltwissenschaften vor.

Für die zukünftige Entwicklung des Campus Landau wird es nach Auffassung des Wissenschaftsrates vor allem darauf ankommen, an vorhandene Stärken anzuknüpfen und die wissenschaftliche Qualität in Forschung und Lehre durch Konzentration auf die Schwerpunkte Lehrerbildung, die verwandten Bildungswissenschaften sowie Psychologie zu sichern und zu stärken. Eine Profilbildung auf dem Gebiet der Bildungswissenschaften erscheint insbesondere vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Diskussion um die Qualität der Lehrerbildung sowie die zunehmende Bedeutung des lebenslangen Lernens aussichtsreich. Dies entspricht den "Empfehlungen zur künftigen Struktur der Lehrerbildung", die der Wissenschaftsrat im November 2001 verabschiedet hat.

Im Sinne einer bildungswissenschaftlichen Profilbildung empfiehlt der Wissenschaftsrat, die Konzeptionen der neu eingeführten Diplom-Studiengänge Sozial- und Umweltwissenschaften zu überarbeiten und auf einen bildungswissenschaftlichen Schwerpunkt auszurichten. Er begrüßt zudem die Absicht der Universität, die Bildungsforschung weiter auszubauen. Nach seiner Auffassung verfügt der Campus Landau über das notwendige Potenzial, sich in der Lehr-Lern-Forschung und der in Deutschland dringend benötigten fachdidaktischen Forschung sowie der Lehrerbildungsforschung profilieren zu können. Der Wissenschaftsrat befürwortet weiterhin die Bestrebungen der Universität Koblenz-Landau, den Bereich der Fort- und Weiterbildung als dritten Schwerpunkt des Campus Landau auszubauen.

Eine klar erkennbare Profilbildung auf dem Gebiet der Bildungswissenschaften erfordert allerdings eine Einschränkung des bisherigen Studienangebotes. Mit Sorge betrachtet der Wissenschaftsrat die personelle Ausstattung der Fächer in den Lehramts- und Magisterstudiengängen, die sich in vielen Fällen unterhalb der sonst üblichen Mindestausstattung für geistes- und naturwissenschaftliche Fächer bewegt. Im Vergleich mit anderen Universitäten sind die einzelnen Fächer nicht in voller Breite und ausreichender Tiefe vertreten. Dies stellt insbesondere ein Problem für die fachwissenschaftliche Forschung sowie die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses dar. Als weitere Folge der geringen personellen Ausstattung ergibt sich für die Studenten in einigen Fächer eine Überlastung und damit ungünstige Betreuungsrelationen von Professoren zu Studierenden. Der Wissenschaftsrat empfiehlt daher eine Konzentration des bisherigen Fächerspektrums innerhalb der Lehramts- und Magisterstudiengänge. Diese lässt sich jedoch nur unter Berücksichtigung beider Standorte der Universität Koblenz-Landau sinnvoll planen. Der Wissenschaftsrat hält eine getrennte Entwicklungs- und Ausbauplanung für die beiden Standorte der Universität Koblenz-Landau nicht für angemessen. Vielmehr erachtet er eine Gesamtbetrachtung der weiteren Entwicklung der Universität Koblenz-Landau unter dem Aspekt der künftigen Schwerpunktbildung und eines damit einhergehenden effektiveren Personaleinsatzes einschließlich einer fächerbezogenen Standortkonzentration für notwendig.


Hinweis: Die Stellungnahme zum Ausbaukonzept für den Campus Landau der Universität Koblenz-Landau (Drs. 5098/02) wird im Internet als Volltext veröffentlicht, sie kann aber auch bei der Geschäftsstelle per E-Mail angefordert werden.

Dr. Uta Grund | idw
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaftsrat.de/

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