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Europas Psychologielehrer wollen gemeinsame Standards entwickeln

18.08.2005


Dass das "Wettrennen der Gehirne" längst begonnen hat, zeigen die Ergebnisse der Pisa-Studie. Wer in Zukunft wettbewerbsfähig sein will, muss vor allem die Ausbildung der nachwachsenden Generation im Blick halten. Die Verbände von Psychologielehrern haben sich daher europaweit zusammengeschlossen, um gemeinsame Standards für das Unterrichtsfach Psychologie zu entwickeln. Damit soll nicht nur die Lehre verbessert, sondern den Schülern auch die Möglichkeit geboten werden, ihre erbrachten Leistungen anerkennen zu lassen. Als Berater des Verbandes will Dr. Udo Kittler von der Universität Dortmund das Bewusstsein für die positive Wirkungen des Schulfaches Psychologie verbessern.



Der Gründung war eine bereits zehnjährige informelle Zusammenarbeit zwischen einzelnen Mitgliedern der Psychologielehrerverbände von Finnland und Großbritannien vorausgegangen. Hieraus entstand dann die Idee, einen europäischen Verband zu gründen, in den die nationalen Psychologielehrerverbände jeweils einen Vertreter entsenden. Ziel ist es, in Analogie zum so genannten Bologna-Prozess einen gemeinsamen europäischen (Hochschul-)Raum für das Unterrichtsfach Psychologie und die dazugehörende Ausbildung zu schaffen. So soll durch Zusammenarbeit und Koordinierung auf europäischer Ebene vergleichbare Standards in der Lehre des Faches erreicht werden. Es geht also auch um mehr Internationalität, die den Schülern, Lehrern und Ausbildern ermöglichen soll, "Europa zu leben".



"Für das zukünftige Abschneiden im internationalen Vergleich, aber auch für die persönliche Zukunftsbewältigung, ist das Unterrichtsfach Psychologie von entscheidender Bedeutung", so Dr. Udo Kittler von der Universität Dortmund. "Wir müssen", so der Psychologe und Studiendirektor, "den Schülern Schlüsselqualifikationen vermitteln. Und je früher wir damit anfangen, umso besser." So sei es auch nicht verwunderlich, dass Finnland im letzten Jahr als Erster im Pisa-Rennen ins Ziel gekommen sei. Dort sei das Fach Psychologie nämlich schon seit langer Zeit an den Schulen etabliert. Auch die Lehrer verfügen über das Wissen, wie man z.B. die Lernfähigkeit von Kindern fördern kann. Andere Schlüsselqualifikationen wie z.B. Problemlösungskompetenz, Empathiefähigkeit oder Wahrnehmungskompetenz helfen Kindern und Jugendlichen, sich in unserer sehr komplexen und stets wandelnden Welt besser zu Recht zu finden. "Gerade in einer Zeit, in der sinnstiftende Einrichtungen wie z.B. Kirchen nicht mehr aktuelle Wertevermittler darstellen, kann die Psychologie eine Art Auffangbecken für ein gesteigertes Bedürfnis nach Orientierung und Sinnhaftigkeit bieten, so der Experte. Dies habe sich zum Beispiel nach dem Fall der Mauer in der ehemaligen DDR gezeigt. Dort erlebte das Fach Psychologie in den Schulen und Universitäten einen regelrechten Ansturm, denn schließlich bot die Ideologie keinen wirklichen Halt mehr, und Religion stellte durch den jahrelang propagierten Atheismus keine Alternative dar.

Für Udo Kittler ist somit zunächst einmal wichtig, dass solche Erkenntnisse europaweit Gehör finden und man sich zusammensetzt, um für die Ausbildung von Psychologielehrern eine eigene Didaktik am besten gleich europaweit zu entwickeln. Die gibt es nämlich bis zum heutigen Tage noch nicht, so dass der Psychologieunterricht und die Ausbildung der Lehrer nach wie vor sehr uneinheitlich verlaufen. Als bisher einzige Hochschule in Deutschland bietet die Universität Dortmund einen ordinären Studiengang für Psychologielehrer an, der auf die Verbindung von Theorie und Praxis achtet. Die angehenden Psychologielehrer sollen schließlich auch psychologisch gut auf ihren späteren Beruf vorbereitet sein.

Kontakt:
Dr. Udo Kittler
Ruf: (02 31) 7 55 - 45 98

Ole Lünnemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-dortmund.de/

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