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Immunzellen als strategische Partner: Neuer Sonderforschungsbereich

04.06.2004


Trotz knapper gewordener Mittel für die Forschungsförderung hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) einen neuen Sonderforschungsbereich (SFB) an der Universität Erlangen-Nürnberg bewilligt. Der Sprecher des SFB "Strategien der zellulären Immunintervention" ist Prof. Dr. Gerold Schuler, Direktor der Dermatologischen Klinik. Außerdem sind weitere acht Kliniken bzw. Institute an den 16 Projekten innerhalb des neuen SFB beteiligt, der für eine Laufzeit bis Juni 2008 eine Fördersumme von neun Millionen Euro umfasst. Der derzeit neunte Sonderforschungsbereich an der Universität ist zugleich ein weiterer Baustein für das Medical Valley Erlangen.



Beteiligt sind die Medizinischen Kliniken I und III, die Dermatologische Klinik, das Institut für klinische und molekulare Virologie, der Lehrstuhl für Genetik, das Institut für Mikrobiologie, Biochemie und Genetik, das Institut für klinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene, das Institut für experimentelle Pharmakologie und Toxikologie und der Lehrstuhl für Experimentelle Medizin I. Die 16 Teilprojekte sind in drei Projektgruppen gegliedert: Projektbereich A "Immunologische Grundlagen" umfasst fünf Projekte, Projektbereich B "In vivo Versuche" sechs und Projektbereich C "Therapeutische Applikation" fünf Projekte. Die mit dem SFB verbundene Förderung von Nachwuchswissenschaftlern und -wissenschaftlerinnen ist Teil eines zukunftsweisenden Ausbildungskonzeptes, das die Universität Erlangen-Nürnberg auszeichnet.

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»Immunzelle »Tumorzelle


Der Fokus des neuen SFB liegt auf der Erforschung von Dendritischen Zellen, einer bestimmten Sorte von weißen Blutkörperchen, die bei der Abwehr von Metastasen eingesetzt werden können. Möglich ist dies, weil sich Tumorzellen von gesunden Zellen durch bestimmte Merkmale an der Zelloberfläche unterscheiden, die das Immunsystem erkennt und lernen kann. In der Vakzinations-Therapie übernehmen die Dendritischen Zellen diese Aufgabe. Sie werden dem Patienten mit dem Blut entnommen, im Labor vermehrt und mit der veränderten Erbsubstanz der Tumorzelle konfrontiert. Anschließend werden sie wieder in die Haut des Patenten gespritzt, wo sie in den Schaltzentren des Immunsystems, den Lymphknoten, ihre neu erworbenen Informationen an Killerzellen weitergeben, die zu einem Angriff auf die Tumorzellen ausschwärmen.

Die klinisch-experimentelle Vakzinations-Therapie mit Dendritischen Zellen steht in Erlangen auf einem hohen Niveau. Seit dem vergangenen Jahr verfügt die Dermatologische Klinik über ein Speziallabor, in dem solche Immunzellen als Impfstoff gegen den Hautkrebs gewonnen werden. Der neue SFB kann somit an die klinische und klinisch-experimentelle Forschung angebunden werden, die ihrerseits Rückwirkung auf die vorgeschaltete Grundlagenforschung hat. In mehreren Teilprojekten wird der unterschiedliche Einsatz von gentechnologisch veränderten Antikörpern zur Beladung von Dendritischen Zellen verfolgt. Verschiedene Krankheitsmodelle - etwa das Melanom (Schwarzer Hautkrebs) als solider Tumor und das Myelom als vom Knochenmark ausgehende Krebserkrankung - werden einbezogen.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Gerold Schuler, Dermatologische Klinik, Tel.: 09131/85-33851

Gertraud Pickel | idw

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