Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Unterschriftensammlung des DHV ist unseriös und irreführend"

29.03.2001


Dienstrechtsreform soll noch in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden

Zu der Unterschriftensammlung des Deutschen Hochschulverbandes der gestern mit einer vierseitigen Anzeige in der FAZ die Dienstrechtsreform von Bundesministerin Bulmahn kritisiert hat, erklärte die Sprecherin des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, Sabine Baun:

"Die Unterschriftensammlung des DHV basiert auf falschen Fakten und Unwahrheiten. Das ist unseriös und irreführend. Aus diesem Grund sieht sich das Bundesministerium für Bildung und Forschung veranlasst, die falschen Aussagen richtig zustellen:

  • Die DHV-Behauptung, dass die Ausgangsgehälter für neuberufene Professoren um monatlich 1.500 DM auf feste Grundvergütungen gesenkt werden, ist völlig falsch. Richtig ist, dass das Gehalt frei verhandelt wird und nicht unter eine bestimmte Untergrenze fallen darf. Diese Untergrenze ist mitnichten ein "Ausgangsgehalt". Es legt eine Mindestgrenze fest, zu der ein leistungsbezogener Gehaltsbestandteil hinzukommt. Richtig ist, das Gehalt wird sich in Zukunft nicht mehr am Lebensalter orientieren. Die Bewertung von Lehre und Forschung werden in das Gehalt entscheidend mit einfließen.
  • Falsch ist auch, dass die Dienstrechtsreform eine Kürzung bei den Ausgaben der Professorengehälter vorsieht. Sie sieht vielmehr vor, dass eine solche Kürzung gesetzlich ausgeschlossen wird. Die Länder sollen außerdem die Möglichkeit erhalten, das Personalbudget jährlich über die normale Besoldungsanpassung hinaus um durchschnittlich 2 % zu erhöhen.
  • Die Behauptung variable Gehaltsbestandteile könnten nicht pensionsfähig sein, entbehrt jeder Grundlage.
  • Unzutreffend ist ebenfalls, dass die Habilitation für alle Fächer gesetzlich verboten werden soll. Die Habilitation ist aber - entgegen der Einstellung des DHV - als Verfahren zur Qualitätsfeststellung für Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer in einem modernen Hochschulsystem überflüssig und veraltet. Dies ist auch die Auffassung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und des Wissenschaftsrates
  • Bund und Länder sind in der Lage, die Einrichtung von Juniorprofessuren zu finanzieren. Das BMBF wird die Länder in der Anfangsphase der Einführung von Juniorprofessuren mit insgesamt 360 Millionen Mark unterstützen. Die Juniorprofessur erschwert nicht die wissenschaftliche Arbeit im Team. Im Gegenteil, die nach Auffassung des DHV "bewährte Assistentenkultur" hat sich eben nicht bewährt, weil die Assistenten durch die von ihnen zu erstellende Habilitation - die eine Einzelleistung ist - gerade dadurch nicht zur Teamarbeit motiviert werden.

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Edelgard Bulmahn, wird die von ihr geplante Dienstrechtsreform umsetzen. Sie fühlt sich unterstützt durch den öffentlichen Appell von 464 deutschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem Ausland, die darauf drängen, dass die Reform so schnell wie möglich umgesetzt werden soll. Sie geht davon aus, dass viele Unterzeichner der Aktion des Deutschen Hochschulverbandes den Aufruf nicht unterschrieben hätten, wenn sie vom DHV sachlich und seriös informiert worden wären. Der Gesetzentwurf wird noch vor dem Sommer in den Bundestag eingebracht und die Dienstrechtsreform in dieser Legislaturperiode umgesetzt werden. Es ist wichtig und notwendig, gerade jetzt den Generationswechsel an den Hochschulen zu nutzen, um mit dieser wegweisenden Strukturreform einen wichtigen Schritt zur Modernisierung unserer Hochschulen in Deutschland zu tun."

Iris Marzian | idw

Weitere Berichte zu: DHV Dienstrechtsreform Gehaltsbestandteil Habilitation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Bildung Wissenschaft:

nachricht Technik unterstützt Inklusion in der Arbeitswelt
06.03.2018 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Weiterbildung – für die Arbeitswelt von morgen unerlässlich!
15.02.2018 | Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Moleküle brillant beleuchtet

23.04.2018 | Physik Astronomie

Sauber und effizient - Fraunhofer ISE präsentiert Wasserstofftechnologien auf Hannover Messe

23.04.2018 | HANNOVER MESSE

Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen

23.04.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics