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Treffen der Rektorenkonferenzen der Schweiz, Österreichs und Deutschlands

30.09.2002


Die Präsidien der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten (CRUS), der Österreichischen Rektorenkonferenz (ÖRK) und der deutschen Hochschulrektorenkonferenz (HRK) haben vom 19. bis zum 21. September 2002 ihr jährliches trilaterales Treffen in Heidelberg durchgeführt. Im Mittelpunkt standen Fragen der Gewährleistung und Steigerung wissenschaftlicher Qualität, die Situation des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Stand der Umsetzung der Ziele der Bologna-Deklaration.

Einmütig haben sich die drei Präsidien zu der Auffassung bekannt, dass in einer zunehmend kompetitiven Hochschulsituation sich nur solche Hochschulen behaupten werden, die bereit sind, ihre Leistungen in allen Aufgabenbereichen einer qualitätsorientierten Bewertung zu unterziehen und daraus gewonnene Erkenntnisse konsequent umzusetzen. Einigkeit bestand allerdings auch darin, dass es noch kein völlig ausgereiftes Instrument der Qualitätssicherung gibt, das in umfassendem Sinne wissenschaftliche Qualität erkennen lässt. Die derzeit sinnvollste Handhabung ist vielmehr in einer Anwendung verschiedener Instrumente zu sehen. Akkreditierung, Evaluation, Benchmarking und auch Rankings haben einen jeweils spezifischen Qualitätsfokus und unterschiedliche Zielsetzungen. Sie ergänzen sich zu einem plausiblen Gesamtbild. Die wissenschaftliche Substanz darf jedenfalls nicht zugunsten von zähl- und messbaren Kriterien vernachlässigt werden. Insgesamt muss der Prozess der Qualitätssicherung als eine fortwährende Herausforderung verstanden werden, die nie im Sinne einer endgültigen Erkenntnis abgeschlossen ist.

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Für die Zukunft der Hochschulen ist neben dieser generellen Verpflichtung in besonderem Maße auch die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses entscheidend. Für den Nachwuchs an deutschen Hochschulen werden die Auswirkungen der 5. HRG-Novelle, soweit damit die Qualifikationswege verkürzt werden und früher wissenschaftliche Selbstständigkeit erreicht wird, günstig beurteilt. Dagegen sind die Optionen für befristete Anstellungen bei weitem noch nicht wissenschafts-adäquat und flexibel. Im Hinblick auf die Frage der Zurückdrängung der Habilitation sehen die österreichischen und schweizerischen Rektorenkonferenzen derzeit in ihren Ländern weniger Diskussionsbedarf.
Hohe Aktualität kam schließlich der gemeinsamen Erörterung des Bologna-Prozesses zu. Die Rektorenkonferenzen Österreichs, der Schweiz und Deutschlands haben in der länderspezifischen Umsetzung wie auch in der Vorbereitung der Bologna-Folgekonferenz in Berlin im September 2003 besondere Verantwortung übernommen. Wesentliche inhaltliche Entschließungen, die von der Berlin-Konferenz zu erwarten sind, werden in Kürze in Zürich sowie im nächsten Frühjahr in der "Graz-Erklärung" der European University Association (EUA) vorbereitet. Für die deutschen Hochschulen ist die Gastgeberrolle Deutschlands im September 2003 eine Verpflichtung, den Prozess durch einen positiven Beitrag zu stärken. Ein Vergleich des Standes der Umsetzung ergab eine Reihe von Hinweisen, wo die drei Konferenzen wechselseitig voneinander lernen können. Als besonders hilfreich wurde der von der schweizerischen Rektorenkonferenz (CRUS) erarbeitete Entwurf von Richtlinien für die "koordinierte Erneuerung der Lehre an den universitären Hochschulen der Schweiz im Rah-men des Bologna-Prozesses" angesehen. Trotz seiner nicht übertragbaren Rechtsnatur sind die klaren Bekenntnisse dieses Papiers zu der umfassenden Einführung von gestuften Studiengängen, zu der Vergabe von Kreditpunkten sowie der ausschließlichen Kompetenz der Hochschulen, die Anforderungen für die Zulassung zu den Masterstudien festzulegen, richtungsweisend. Die Präsidien der drei Rektorenkonferenzen haben sich verständigt, in diesem Sinne gemeinsam zum gesamteuropäischen Prozess beizutragen.
Erneut hat sich gezeigt, dass die vergleichende Betrachtung der Hochschulsituation in den drei Ländern auch im Rahmen der Schaffung eines europäischen Hochschulraumes von besonderer Bedeutung ist, da bei vielen Entwicklungsprozessen die gemeinsamen kulturellen und wissenschaftshistorischen Wurzeln nicht aus dem Blickfeld geraten dürfen.


Professor Dr. Klaus Landfried, Präsident der HRK
Professor Dr. Jean-Marc Rapp, Präsident der CRUS
Professor Dr. Georg Winckler, Präsident der ÖRK

Susanne Schilden | idw

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