Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft e. V.

Als Hauptmotive für eine Umstellung auf automatische Melksysteme werden Arbeitsersparnis und höhere Flexibilität angegeben. Wie sich in der Praxis Fischgrätenmelkstand und Einzelbox-Melkroboter unterscheiden, wurde in einer dreijährigen Studie in Österreich (Landwirtschaftliche Bundesversuchswirtschaften GmbH Wieselburg) anhand zweier Herden (je 30 Kühe) unter sonst gleichen Bedingungen untersucht.


Die Milchleistung der Robotergruppe stieg erst im dritten Jahr (2003) an; unter Berücksichtigung der Laktationsnummer bestand jedoch kein signifikanter Unterschied zur Melkstand-Kontrollgruppe. Im Mittel wurden 2,4 – 2,6 Melkungen je Kuh und Tag erzielt. In den beiden ersten Betriebsjahren wirkten sich technische Störungen ungünstig auf die Milchleistungen aus. Die Art des Kuhverkehrs(KV) – frei oder selektiv gesteuert – beeinflusste die Milchleistung nicht. Der Milchfettgehalt erreichte erst im dritten Jahr die Werte der Kontrolle und die Milchzellzahl lag im ersten und dritten Versuchsjahr höher als in der Kontrollgruppe. Eiweiß-, Laktose- und Harnstoffgehalte unterschieden sich nicht signifikant.

Die deutlich höhere Anzahl der Abgänge in der Robotergruppe war hauptsächlich durch ungünstige Euterformen sowie das Temperament der Tiere bedingt. Klauengesundheit oder Lahmheit blieben unbeeinflusst.

Verschiedene Belastungs- und Stressparameter ließen Belastungen in beiden Systemen erkennen. Die Haltung in „freiem Kuhverkehr” schien in der Tendenz stressärmer zu sein. Rangniedere Tiere verbrachten beim „selektiv gesteuerten Kuhverkehr” mehr Zeit im Wartebereich des Roboters. Bei der relativ kleinen Herde spielte der soziale Rang der Tiere jedoch keine dominierende Rolle.

Melkfehler waren verursacht durch technische Probleme des Roboters und durch Abtreten des Melkbechers.

Die Arbeitszeitersparnis war bei „selektiv gesteuertem Kuhverkehr” deutlich, da bei diesem Verfahren weniger säumige Tiere geholt werden mussten. Insgesamt erfordert der Einsatz des Melkroboters genaue Tierbeobachtung und -kontolle sowie regelmäßige Wartung der Anlage. Die Managementaufgaben steigen.

Die Studie wurde auf der 32. Viehwirtschaftlichen Fachtagung in Irdning (Österreich) vorgestellt.

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