UKL-Augenärzte informieren über neues Netzhautprothesen-System

Wird die Netzhaut durch Erkrankung oder Verletzung zerstört, verlieren die Betroffenen die Sehkraft. Denn nur die Netzhaut kann Licht in Nervenimpulse umwandeln, die zum Gehirn geleitet werden.

Besonders bei Retinitis pigmentosa, einer angeborenen Netzhautveränderung, gab es bisher keine Behandlungsmöglichkeiten. Ein bionisches Auge bietet jetzt erstmals Hoffnung: Mit Hilfe einer videogestützten Netzhautprothese können Betroffene teilweise wieder sehen.

„Ist die Netzhaut defekt, haben auch wir Augenärzte bisher keine Möglichkeit, unseren Patienten wirksam zu helfen“, erklärt Prof. Peter Wiedemann, Direktor der Augenklinik am Universitätsklinikum Leipzig. Bei Retinitis pigmentosa erleben die Betroffenen einen unaufhaltsamen Sehkraftverlust bis zur Erblindung. Diese Erkrankung zerstört unwiederbringlich die lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut. Ein spezielles mikrosystemtechnisches Implantat ermöglicht diesen Patienten nun erstmals, teilweise wieder sehen zu können. Das jetzt zugelassene System wurde bisher weltweit bei 50 Menschen eingesetzt.

„Das Netzhautprothesensystem besteht aus einer Brille mit einer Minikamera und Elektroden, die auf der Netzhaut implantiert werden“, beschreibt Prof. Wiedemann das innovative System. „Ein Computer wandelt die Videobilder in elektrische Impulse um, die über die Nervenzellen der Netzhaut zum Gehirn geleitet werden“. Mit einem speziellen Training lernen die Patienten, so wieder Teile ihrer Umgebung zu erkennen. „Auch wenn dies ganz sicher kein normales Sehen ist, können Betroffene auf diese Weise teilweise ihre frühere Unabhängigkeit zurückgewinnen“, so Wiedemann zu den Möglichkeiten des Implantats.

Um Patienten, Angehörige und Augenärzte über das neue Prothesensystem zu informieren, laden die UKL-Augenärzte am 27. März zu einer Informationsveranstaltung im Universitätsklinikum Leipzig ein. Die Vorstellung des Netzhaut-Implantatsystems Argus II beginnt 16. 00 Uhr im Hörsaal der Kopfklinik in der Liebigstraße und ist offen für jedermann.

Kontakt:
Prof. Dr. Peter Wiedemann
Direktor der Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Leipzig
Teil. 0341- 97 21650
E-Mail: [email protected]

Ansprechpartner für Medien

Helena Reinhardt idw

Weitere Informationen:

http://www.uniklinik-leizpig.de

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