Max-Planck-Gesellschaft tagt in Thüringen

Die Max-Planck-Gesellschaft erwartet bei ihrem Jahrestreffen rund 600 Teilnehmer aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Hochrangige Gästen sind der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen Bodo Ramelow, BMBF-Staatssekretärin Cornelia Quennet-Thielen, der Präsident der Friedrich-Schiller Universität Walter Rosenthal sowie zahlreiche Max-Planck-Nobelpreisträger.

Das Jahrestreffen findet diesmal in drei Städten statt: „Wir werden in diesem Jahr in Weimar, Jena und Erfurt zu Gast sein. Diese Städte stehen für ganz unterschiedliche Facetten intellektueller Schaffenskraft – für Architektur, Literatur, Handel und natürlich für Wissenschaft“, so Max-Planck-Präsident Martin Stratmann.

Die Max-Planck-Gesellschaft forscht in Thüringen an drei Instituten, alle am Standort Jena, mit zusammen etwa 750 Mitarbeitern: Die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie sowie des Max-Planck-Instituts für Menschheitsgeschichte sind zusätzlich zu ihrer starken internationalen Orientierung auch eng in die Forschungsstrukturen der Region eingebunden.

Neben Honorarprofessoren an der Friedrich-Schiller-Universität Jena gehören dazu auch Forschungsprojekte wie das Jena-Experiment, eines der weltweit größten und am längsten währenden Biodiversitätsexperimente, welches von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie mitgegründet wurde und an dem heute zudem Forscher mehrerer Universitäten sowie des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) beteiligt sind.

Zur weiteren Vernetzung mit der Universität Jena tragen die zwei von örtlichen Max-Planck-Instituten betriebenen International Max Planck Researchs Schools (IMPRS) zur Doktorandenausbildung bei. Dazu zählt neben der IMPRS des MPI für Biogeochemie die IMPRS des MPI für chemische Ökologie, die ein Partner der bei der Exzellenzinitiative ausgezeichneten Jenaer Graduiertenschule für Mikrobielle Kommunikation (JSMC) ist.

Auftakt in der Aula der Friedrich-Schiller Universität

Die 68. Jahresversammlung beginnt am Mittwochabend in der Aula der Friedrich-Schiller-Universität in Jena mit der Verleihung des Stifterverbandspreises an Peter H. Seeberger für seine Pionierleistungen zur automatisierten Zuckersynthese, die die Entwicklung neuartiger Impfstoffe ermöglicht und bereits zu mehreren Firmenausgründungen geführt hat. Der Preis wird vom Präsidenten des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft, Prof. Andreas Barner, verliehen.

Im Rahmen eines Podiumsgesprächs mit dem Journalisten Arndt Reuning vom Deutschlandfunk wird Peter Seeberger seine Forschung im Detail erläutern. Im Anschluss findet auf Einladung des Thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow ein Empfang im heute als Veranstaltungssaal genutzten Volksbad Jena statt.

Im Rahmen der Jahresversammlung tagen auch die Gremien der Max-Planck-Gesellschaft. Neben Senat und Verwaltungsrat sind dies die Sektionen, die u.a. über die Berufung neuer Wissenschaftlicher Mitglieder beraten. Die Mitgliederversammlung verabschiedet den aktuell erscheinenden Jahresbericht 2016.

Dieser enthält neben den zentralen Daten und Fakten auch drei Berichte über Forschungsprojekte aus den drei Sektionen: Johannes Krause, Direktor am Jenaer Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte, schreibt über die Revolution der genetischen Forschung und die daraus resultierenden Erkenntnisse zur Evolution des Menschen, Volker Mailänder und Katharina Landfester thematisieren die Potenziale von Nanomaterialien als Wirkstofftransporter in der Medizin und Matthias Mann beschäftigt sich mit der Proteomik in ihrem Wandel von der Grundlagentechnologie zum universellen Diagnose-Tool.

Podiumsgespräch zu Karrierefragen

Am Donnerstagabend findet im Kaisersaal in Erfurt die Festversammlung statt. Nach Ansprachen unter anderem von Ministerpräsident Bodo Ramelow, Max-Planck-Präsident Martin Stratmann und der Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Cornelia Quennet-Thielen, rücken bei der der Podiumsdiskussion zum Thema „Was macht eine gute Ausbildung in der Wissenschaft aus?“ die Karrierebedingungen im Forschungsbetrieb in den Blick.

Reinhard Jahn, Direktor am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen und Vorsitzender der Präsidentenkommission zur Verbesserung der Nachwuchsförderung in der MPG, diskutiert dabei mit Florian Meinel, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der juristischen Fakultät der Humboldt-Universität und früherer Sprecher der Jungen Akademie, sowie Henrike Müller-Werkmeister, die als Postdoktorandin an einem Hamburger Max-Planck-Institut forscht. Die Moderation übernimmt der freie Publizist und Journalist Florian Felix Weyh.

Über die Max-Planck-Gesellschaft

In den derzeit 84 Max-Planck-Instituten und Einrichtungen betreiben rund 6.500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, mehr als 3.300 Doktoranden sowie rund 1.700 Gastwissenschaftlerinnen und Gastwissenschaftler Grundlagenforschung in den Natur-, Lebens- und Geisteswissenschaften. Seit Gründung der Max-Planck-Gesellschaft 1948 sind 18 Nobelpreisträger aus ihren Reihen hervorgegangen. Die Max-Planck-Gesellschaft ist das internationale Aushängeschild für die deutsche Wissenschaft – neben fünf Auslandsinstituten betreibt sie 16 Max Planck Center mit Partnern wie dem US-amerikanischen Princeton, Science Po in Frankreich, dem University College London/UK oder der Universität Tokio in Japan. Je zur Hälfte finanziert von Bund und Ländern, verfügte die Max-Planck-Gesellschaft 2016 über eine Grundfinanzierung von rund 1,69 Milliarden Euro.

(Mitarbeiterzahlen zum Stichtag 31.12.2016)

http://www.mpg.de – Berichterstattung zur Jahresversammlung auf der Webseite der Max-Planck-Gesellschaft

Media Contact

Barbara Abrell Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Neuroprothese aktiviert neue Verbindungen im Gehirn nach Schlaganfall

In der modernen Neuroprothetik wird erforscht, wie Menschen mit Lähmungen verloren gegangene Funktionen durch technologische Hilfsmittel wiedererlangen können. Hierbei versuchen die Patientinnen und Patienten die gelähmten Gliedmaßen zu bewegen –…

Ähnlichkeit von Hepatozyten aus Leber und aus Stammzellen verbessert

Die Forschung mit Stammzellen wird immer wichtiger, denn Stammzellen können sich in jede beliebige Körperzelle entwickeln – in Haut-, Nerven- oder Organzellen wie Leberzellen, die sogenannten Hepatozyten. Stammzellen können daher…

Hinweisschild für Abwehrzellen

Internationale Studie klärt Zusammenhänge der adaptiven Immunantwort auf. Wie erkennen T-Killerzellen von Viren befallene Körperzellen? Körperfremde Bestandteile werden als Antigene auf der Zelloberfläche wie eine Art Hinweisschild präsentiert. Die Langzeitstabilität…

Partner & Förderer