Wie krank machen Städte?

Im Zentrum der Tagung steht die weltweit drastische Zunahme der Häufigkeit chronischer nicht übertragbare Krankheiten.

Die Zahlen sprechen für sich: In der Schweiz leben mindestens vier Prozent der Bevölkerung mit Diabetes mellitus, bei den 45- bis 64-Jährigen ist Krebs die häufigste Todesursache und gemäss der Kohortenstudie Salpadia kommen pro Jahr und 1000 Einwohner 14 neue Fälle von chronisch obstruktiven Lungenerkrankung dazu.

In unserer Gesellschaft nimmt die Häufigkeit chronischer Erkrankungen drastisch zu. Wichtige Ursachen liegen in der Verstädterung unserer Lebensräume, mit der starke Veränderungen des Lebensstils, der Umwelt sowie des sozialen und ökonomischen Umfelds verbunden sind. Schadstoffe aus Verkehr, Industrie und Haushalt belasten Luft, Wasser und Böden. Auch in Ländern des Südens und Ostens tragen dieses Einflüsse wesentlich zum gesellschaftlichen Wandel bei. Dort ersetzen chronische Krankheiten nicht die weitverbreiteten übertragbaren Krankheiten. Vielmehr tritt diese hohe Krankheitslast zusätzlich zu bestehenden Problemen. Dies stellt die Gesundheitssysteme dieser Länder vor immense Herausforderungen.

Sowohl im Süden wie im Norden bildet Forschung die Grundlage, um Strategien zur Prävention und Behandlung chronischer Krankheiten wirksam umzusetzen. Wo steht diese Entwicklung in der Schweiz und weltweit? Diesen Fragen wird anlässlich der Jahreskonferenz von Public Health Schweiz nachgegangen, die am 25. und 26. August an der Universität Basel stattfindet.

Öffentliches Podium
Da heute mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in urbanem Umfeld lebt, soll an der Jahreskonferenz auch der Frage nachgegangen werden, wie die Gesundheit in Städten verbessert werden kann. Werden unsere Städte gesundheitsgerecht geplant? Muss verdichtetes Wohnen verdichteten Lärm, verschmutzte Luft und Unfälle nach sich ziehen? Persönlichkeiten aus Politik, Behörden, Wissenschaft und Wirtschaft werden sich einer kritischen Diskussion stellen. Die Podiumsdiskussion kann ohne Anmeldung kostenlos besucht werden.

Da grossangelegte Langzeitstudien das Rückgrat der Erforschung chronischer Krankheiten, ihrer Verläufe, Ursachen und Prävention bilden, organisiert das Schweizerische Tropen- und Public Health-Institut am 24. August einen ganztägigen Workshop zur Zukunft der Kohortenforschung. Experten aus dem In- und Ausland werden darlegen, wie Kohorten mit mehreren Tausend Teilnehmenden aufgebaut und über Jahre erhalten werden.

Weitere Informationen mit Konferenzprogramm:
http://sph11.organizers-congress.ch/welcome.php
Weitere Auskünfte
Prof. Dr. Nino Künzli, Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut – Swiss TPH, Socinstrasse 57, Postfach, 4002 Basel, Tel. 061 284 8399, E-Mail: nino.kuenzli@unibas.ch
Prof. Dr. Nicole Probst-Hensch, Schweizerisches Tropen- und Public Health-Institut – Swiss TPH

Socinstrasse 57, Postfach, 4002 Basel, Tel. 061 284 8378, E-Mail: nicole.probst@unibas.ch

Jahreskonferenz 2011 von Public Health Schweiz, Universität Basel, Kollegienhaus, 25. und 26. August 2011, Basel.

Öffentliche Podiumsdiskussion: Gesunde Stadt – ein Widerspruch? Universität Basel, Aula, Kollegienhaus, Petersplatz, Basel, 25. August 2011, 15 bis 16.30 Uhr.

Media Contact

Hans Syfrig Fongione idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Fraunhofer Solution Days 2020

Fraunhofer IWU mit breitem Spektrum technischer Lösungen Maschinen- und Anlagenbau, vernetzte Produktionsprozesse und Brennstoffzellenantriebe – in diesen Forschungsfeldern präsentiert das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU vom 26. – 29….

BEAT-COVID – mit neuartigen Therapien gegen die Pandemie

Die aktuelle SARS-CoV-2-Pandemie mit all ihren Auswirkungen auf die Gesellschaft – gesundheitlich wie wirtschaftlich – zeigt, wie dringend es ist, neue Therapien zur Behandlung von COVID-19 zu entwickeln. Gleichzeitig wird…

Innenstädte innovativ kühlen

Ausgehend von einer globalen Klimaerwärmung von bis zu 2 °C, „kann dies in typischen Sommern zu einer Temperaturerhöhung von bis zu 5 °C in Innenstadtbereichen führen“, so Prof. Dr.-Ing. Bernhard…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close