Jena präsentiert handliche Analysesysteme auf der internationalen MicroTAS Konferenz

Ob Maul- und Klauenseuche, Vogelgrippe oder Kartoffelfäule – überall da, wo Krankheitserreger schnell und zuverlässig identifiziert werden müssen, kann das gemeinsam am IPHT und dem Institut für Physikalische Chemie der FSU Jena unter Förderung des BMBF entwickelte Chip-System in wenigen Stunden helfen. Damit ist es bisherigen klassischen mikrobiologischen Analysen in punkto Schnelligkeit überlegen, denn diese brauchen ganze Tage.

„Der Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier ist nicht nur ein ethisch hohes Ziel, sondern hat auch eine große volkswirtschaftliche Bedeutung“, erklärt Prof. Dr. Jürgen Popp, Wissenschaftlicher Direktor des IPHT. „Beim Ausbruch der Maul- und Klauenseuche 2001 in Großbritannien mussten mehr als vier Millionen Tiere getötet werden. Nur wenn die Erreger bekannt sind, ist eine gezielte Bekämpfung möglich.“

Ab Montag, den 28. Oktober sind die Forscher des IPHT gemeinsam mit Vertretern von Jena Wirtschaft auf der 17. internationalen Konferenz MicroTAS 2013 in Freiburg im Breisgau zu Gast. Bis zum 31. Oktober widmet sich die Veranstaltung dem Fokus „Miniaturisierte Systeme für Chemie und Life Science“. Seit 1998 hat sich die MicroTAS als Forum für die Präsentation von Forschungsergebnissen im Bereich der Mikrofluidik, Mikrofabrikation, Nanotechnologie sowie Detektionstechnologie etabliert. Mehr als 900 Teilnehmer aus aller Welt werden erwartet. An einem Gemeinschaftsstand präsentieren die Partner aus Jena den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Jena auf der renommierten Veranstaltung.

„Eines von Jenas wichtigsten Kompetenzfeldern ist der wissenschaftliche Gerätebau für die Lebenswissenschaften, speziell für die Analytik und Bioanalytik“, betont JenaWirtschaft-Geschäftsführer Wilfried Röpke. „Die Umsetzung innovativer Ideen in marktfähige Produkte höchster Qualität haben viele der hier ansässigen Firmen zu international renommierten Akteuren innerhalb der Branche gemacht.“ Vor Ort informiere man deshalb zu Jenas Leistungsspektrum, speziell zu miniaturisierten Systemen der Analysetechnik. Die Teilnahme an der spezialisierten Konferenz gäbe die Möglichkeit, mit der Neuauflage des Branchenflyers „Analytik & Bioanalytik aus Jena“ lokale Erfolgsgeschichten einem internationalen Fachpublikum vorzustellen, so Röpke.

Eine dieser Erfolgsgeschichten – microfluidic ChipShop GmbH – wird ebenfalls auf der MicroTAS vertreten sein; in Workshops werden die Lab-on-a-Chip-Systeme vorgestellt.

Pressekontakt für Rückfragen:
Ramona Scheiding, JenaWirtschaft, Tel. 03641 – 87 300 33,
E-Mail: ramona.scheiding@jena.de
Daniel Siegesmund, IPHT, Tel. 03641 – 206 024,
E-Mail: daniel.siegesmund@ipht-jena.de

Media Contact

Dr. Andreas Wolff idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Kunststoffe – alles Müll?

»Open Lab« im Fraunhofer LBF gibt Einblicke in die Kunststoffforschung. Als erste Stadt in Deutschland erhielt Darmstadt vor 25 Jahren den Ehrentitel »Wissenschaftsstadt«. Auch das Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit…

Zukunft der Ampel wird weiter erforscht

Das Forschungsprojekt „KI4LSA“, welches die Frage beantworten sollte, ob die Steuerung von Ampelanlagen mit künstlicher Intelligenz (KI) den Verkehrsfluss verbessern kann, bringt Fraunhofer im August 2022 zum Abschluss. Über 30…

Schmerzlinderung ohne Nebenwirkungen und Abhängigkeit

Forschende der FAU nutzen Adrenalin-Rezeptoren für hochwirksame Analgetika. Neuartige Substanzen, die Adrenalin- statt Opioid-Rezeptoren aktivieren, haben eine ähnliche schmerzlindernde Wirkung wie Opiate, jedoch keine negativen Folgen wie Atemdepression und Abhängigkeit….

Partner & Förderer