Geographen leisten Beitrag zur Klimapolitik

Wälder sind eine essentielle natürliche Ressource und sorgen für Lebensraum, sauberes Wasser und reine Luft. Sie schützen vor den Auswirkungen des Klimawandels und speichern Kohlenstoff.

„Trotz der enormen Bedeutung für Mensch und Klima sind diese Leistungen der Wälder unterbewertet“, weiß Dr. Martin Herold von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Die Klimakonvention der Vereinten Nationen möchte deshalb in Zukunft die Bedeutung der Wälder stärken. „Knapp ein Fünftel der weltweit von Menschen verursachten Kohlenstoffemissionen werden durch die Abholzung der Wälder hervorgerufen. In der Diskussion um das Kyoto-Folgeabkommen soll es Anreize geben, den wichtigen Kohlenstoffspeicher Wald langfristig zu sichern“, macht der Experte für Fernerkundung deutlich.

Er organisiert federführend das 3. GOFC-GOLD Land Cover Symposium, das vom 13. bis 17. Oktober an der Universität Jena stattfindet und sich der Erdbeobachtung globaler Waldflächen widmet. „Um globale Veränderungen im Waldbestand zu erfassen und somit die Umsetzung der UN-Klimakonvention zu unterstützen, sind effiziente und international anerkannte Beobachtungsinstrumente nötig“, erklärt der Jenaer Geograph. Einheitliche und umsetzbare technische Richtlinien innerhalb der internationalen Wissenschafts- und Anwendergemeinde zu entwickeln ist eines der Ziele, mit denen sich das von Fernerkundungsexperten und Raumfahrtbehörden ins Leben gerufene Programm GOFC-GOLD (Global Observation of Forest Cover – Global Observation of Land Dynamics) befasst. Alle zwei Jahre findet hierzu ein internationales Symposium statt.

In diesem Jahr werden internationale Experten aus 29 Ländern an der Friedrich-Schiller-Universität erwartet, wo sich das von der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA geförderte Projektbüro von GOFC-GOLD befindet. Die Vernetzung regionaler Partner als Voraussetzung einer kontinuierlichen und konsistenten Waldkartierung ist eines der wichtigsten Ziele des Symposiums. Nicht nur Fernerkundler und Förster kommen in die Stadt an der Saale, sondern auch Vertreter der UN, der Klimakonvention und nationaler Behörden. „Uns ist vor allem die enge Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern und großen Staaten wie Russland und Kanada wichtig, da sich hier große Teile des weltweiten Waldbestands befinden“, weiß Herold.

Seit Beginn des Programms 2004 hat sich das Jenaer Projektbüro zum Knotenpunkt eines globalen Forschungsnetzwerkes entwickelt, das u. a. einen wichtigen Beitrag zur UN Klimakonvention leistet. Mit wachsender Bedeutung des Programms nimmt auch der politische Einfluss zu: „Wir hoffen, mit dem Symposium den wichtigen Beitrag der Erdbeobachtung zur Umsetzung der Klimakonventionen weiter voranzutreiben“, so Prof. Christiane Schmullius, Inhaberin des Lehrstuhls für Fernerkundung, die das Jenaer Projektbüro leitet. „Es wäre ein wichtiger Schritt, den zuständigen Gremien eine verlässliche und unabhängige Methodik für zukunftsweisende Entscheidungen an die Hand zu geben.“

Kontakt:
Dr. Martin Herold
Institut für Geographie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Grietgasse 6, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 948887
E-Mail: m.h[at]uni-jena.de

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Katrin Czerwinka idw

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