BfR und EFSA gemeinsam für den Ausbau der Lebensmittelsicherheit in Europa

Lebensmittelsicherheit kann in einem gemeinsamen europäischen Markt vor dem Hintergrund der zunehmenden Globalisierung von Lebensmittel- und Futtermittelproduktion sowie neuartiger Produktionsweisen nicht mehr allein durch einzelstaatliche Einrichtungen gewährleistet werden.

Institutionen wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) arbeiten aus diesem Grund eng mit der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und anderen Institutionen in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union zusammen.

„Nur gemeinsam können wir die Aufgaben bewältigen, die durch internationale Herausforderungen auf uns zukommen“, sagte Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung anlässlich der 6. Konferenz des deutschen EFSA Focal Points am 30.10.2014 im BfR.

„Neue Herausforderungen, sind nur gemeinsam durch die EU und die Europäischen Mitgliedstaaten zu meistern. Die EFSA hat daher eine Roadmap für die internationale Zusammenarbeit ins Leben gerufen, mit dem Ziel, die wissenschaftlichen Kompetenzen in den Mitgliedsstaaten effizienter zu nutzen“, ergänzte Dr. Bernhard Url, der Geschäftsführende Direktor der EFSA.

Die EFSA habe deshalb zum Beispiel das Netzwerk für neu auftretende Risiken (EFSA Emerging Risks Exchange Network ) geschaffen, in dem Erkenntnisse aus den Einzelstaaten gesammelt, bewertet und an die Mitgliedstaaten weiter kommuniziert werden.

Ein zentrales Instrument für einen umfassenden und kontinuierlichen Austausch von Erkenntnissen und Daten zu gesundheitlichen Risiken, die von Lebensmitteln und Futtermitteln ausgehen, sind die EFSA-Kontaktstellen (Focal Points) in den europäischen Mitgliedstaaten sowie in Island und in Norwegen.

Der deutsche EFSA Focal Point ist am BfR angesiedelt und vernetzt alle Institutionen und Behörden in Deutschland, die mit der Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit sowie der Tier- und Pflanzengesundheit befasst sind. Vom BfR und anderen deutschen Institutionen generierte Daten und wissenschaftliche Erkenntnisse sowie Risikobewertungen werden über den Focal Point an die EFSA weitergegeben.

Von dort gelangen sie dann an die Focal Points der Mitgliedstaaten. Umgekehrt gelangen auch Erkenntnisse über Risiken im Bereich Lebens- und Futtermittel aus anderen EU-Staaten über den Focal Point in das BfR und damit nach Deutschland. Aber auch ein direkter Austausch zwischen den Focal Points der einzelnen EU- Staaten wird gepflegt. Die wissenschaftliche Risikobewertung im Themenbereich Lebensmittelsicherheit ist somit in Europa eng vernetzt.

Über das BfR

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) ist eine wissenschaftliche Einrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Es berät die Bundesregierung und die Bundesländer zu Fragen der Lebensmittel-, Chemikalien- und Produktsicherheit. Das BfR betreibt eigene Forschung zu Themen, die in engem Zusammenhang mit seinen Bewertungsaufgaben stehen.

Weitere Informationen über die Aufgaben des EFSA Focal Point im BfR

http://www.bfr.bund.de/de/efsa_focal_point__bfr_koordiniert_die_gesundheitliche_risikobewertung_auf_nationaler_ebene-24930.html

Media Contact

Dr. Suzan Fiack idw - Informationsdienst Wissenschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Erstmals 6G-Mobilfunk in Alpen getestet

Forschende der Universität Stuttgart erzielen leistungsstärkste Verbindung. Notrufe selbst in entlegenen Gegenden absetzen und dabei hohe Datenmengen in Echtzeit übertragen? Das soll möglich werden mit der sechsten Mobilfunkgeneration – kurz…

Neues Sensornetzwerk registriert ungewöhnliches Schwarmbeben im Vogtland

Das soeben fertig installierte Überwachungsnetz aus seismischen Sensoren in Bohrlöchern zeichnete Tausende Erdbebensignale auf – ein einzigartiger Datensatz zur Erforschung der Ursache von Schwarmbeben. Seit dem 20. März registriert ein…

Bestandsmanagement optimieren

Crateflow ermöglicht präzise KI-basierte Nachfrageprognosen. Eine zentrale Herausforderung für Unternehmen liegt darin, Über- und Unterbestände zu kontrollieren und Lieferketten störungsresistent zu gestalten. Dabei helfen Nachfrage-Prognosen, die Faktoren wie Lagerbestände, Bestellmengen,…

Partner & Förderer