Internationale entwicklungsbiologische Tagung mit öffentlichem Abendvortrag zu Stammzellen

Vom 21. bis 24. März 2007 findet in Marburg die 17. wissenschaftliche Tagung der Gesellschaft für Entwicklungsbiologie (GfE) statt. Veranstalterin ist die erste Vorsitzende der GfE, Professorin Dr. Renate Renkawitz-Pohl vom Fachbereich Biologie der Philipps-Universität Marburg, gemeinsam mit der Marburger Biologin und Stellvertretenden GfE-Vorsitzenden, Professorin Dr. Monika Hassel, sowie mit Professor Dr. Prof. Dr. Adriaan Dorresteijn (Universität Gießen) und Professor Dr. Prof. Dr. Thomas Braun vom Bad Nauheimer Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung. Als Referent(inn)en werden renommierte Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Großbritannien und den USA erwartet.

Auch Preisverleihungen stehen während der Tagung an. Dr. Edith Heard vom Pariser Institut Curie wird den Otto-Mangold-Preis der GfE für herausragende Arbeiten über die „X-Inactivation“ bei Säugetieren erhalten. Dieser entwicklungsbiologisch außerordentlich wichtige Prozess sorgt dafür, dass bei weiblichen Säugetieren eines der beiden (geschlechtsbestimmenden) X-Chromosomen „stillgelegt“ wird – welches von beiden, ist dabei dem Zufall überlassen. Unter anderem hat dieser Vorgang zur Folge, dass rezessive Erbkrankheiten wie die Bluterkrankheit oder die Muskeldystrophie (die nur entstehen, wenn sowohl Mutter wie Vater ein entsprechendes Krankheitsgen „beisteuern“) in der heterozygoten Form unterdrückt werden.

Mit einem Preis für ihre hervorragende Dissertation zur Entwicklung der Augen – eine Arbeit, zu der sie auch im internationalen Fachjournal Science publizierte – wird zudem die Doktorandin Martina Rembold (Heidelberg/Köln) geehrt. Und schließlich wird im Verlauf der Veranstaltung auch in diesem Jahr wieder der mit einem Geldpreis verbundene „PhD price“ für das beste wissenschaftliche Poster eines Nachwuchsforschers verliehen.

Abendvortrag: Pluripotente Stammzellen als Ausgangspunkt für individuelle Therapien

Den öffentlichen Abendvortrag hält der Direktor des Instituts für Humangenetik der Universität Göttingen, Professor Dr. Wolfgang Engel, über den Nutzen der „Stammzellen für die regenerative Medizin“. Am Mittwoch, den 21. März 2007 ab 20 Uhr wird Engel in der Aula der Alten Universität über seine Forschungen an pluripotenten Stammzellen berichten, die sich in jeden gewünschten Zelltyp – etwa Herzmuskelzellen, Nervenzellen oder Samenzellen – ausdifferenzieren lassen. Ziel seiner Arbeit sind unter anderem neue Wege zur künstlichen Befruchtung, aber auch individuelle Therapien etwa bei Parkinson oder Diabetes. Die Moderation des Vortrags erfolgt durch Renate Renkawitz-Pohl. (Eine Zusammenfassung des Vortrags finden Sie – als Bestandteil des Tagungsprogramms – unter http://pbio07.uni-muenster.de/ProgramGfEMeeting2007.pdf)

Entwicklungsbiolog(inn)en bietet die GfE als Fachgesellschaft entwicklungsbiologisch arbeitender Genetiker, Zellbiologen, Mediziner, Zoologen und Botaniker mit ihrer in zweijährlichem Rhythmus stattfindenden Tagung das wichtigste Fachforum im deutschsprachigen Raum.

Kontakt

Professorin Dr. Renate Renkawitz-Pohl: Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Biologie, Fachgebiet Entwicklungsbiologie, Karl-von-Frisch-Str. 8, 35043 Marburg

Tel.: (06421) 28 21502, E-Mail: renkawit@staff.uni-marburg.de

Katja Gessner: Philipps-Universität Marburg, Fachbereich Biologie, Karl-von-Frisch-Str. 8, 35043 Marburg

Tel.: (06421) 28 21503 (vormittags) und (06421) 28 26811 (nachmittags), E-Mail: katja.gessner@staff.uni-marburg.de

Media Contact

Thilo Körkel idw

Weitere Informationen:

http://pbio07.uni-muenster.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Holografie trifft Frequenzkämme

ForscherInnen am MPQ haben eine neue Technik entwickelt, um digitale Hologramme mit zwei interferierenden Frequenzkämmen tausendfach und in allen Regenbogenfarben zu erzeugen. Jeder hat schon einmal Hologramme gesehen, auf einer…

Binäre Mesokristalle aus dem Nanobaukasten

Forscherteam unter Konstanzer Leitung erzeugt erstmals dreidimensionale Mesokristalle aus zwei unterschiedlichen Typen von Nanokristallen – Platin und Magnetit. Dies legt den Grundstein für die Synthese neuartiger nanostrukturierter Festkörper mit bisher…

Hart im Nehmen: Sensorsysteme für extrem raue Umgebungen

Fraunhofer-Leitprojekt eHarsh… Bislang fehlt es der Industrie an robusten Sensoren, die extrem hohe Temperaturen und Drücke aushalten. Im Leitprojekt »eHarsh« haben acht Fraunhofer-Institute jetzt eine Technologieplattform für den Bau solcher…

Partner & Förderer