Eröffnung des neuen Labors für Maschinensehen an der Hochschule Karlsruhe

Am heutigen Freitag, 20. Oktober 2006, wird an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft das neue Labor für Maschinensehen offiziell seinen Betrieb aufnehmen, dessen Aufbau vom Land Baden-Württemberg mit 214.000 Euro gefördert wurde.

Das Zusammenspiel von bildgebenden Sensorsystemen und der Auswertung von Bilddaten gewinnt in vielen Anwendungsgebieten an Bedeutung, nicht nur in der Sicherheitstechnik beispielsweise bei der Personenidentifikation, sondern auch in der industriellen Qualitätssicherung, Robotik, Medizintechnik und Fahrzeugtechnologie. Viele technische Anwendungen sind heute ohne die Erfassung von Bildinformationen, deren Auswertung und schließlich ihre Umsetzung – eben dem so genannten „Maschinensehen“ – nicht möglich, sei dies bei der Erkennung und Vermessung von Objekten bis hin zur autonomen Fahrzeugnavigation innerhalb des Straßenverkehrs, also innerhalb einer sich dynamisch verändernden Umgebung.

Bei der Erfassung der Bilddaten und ihrer späteren Weiterverarbeitung kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz. Dies beinhaltet die eigentliche Bilderfassung und die Sensorik, wobei hierzu auch die Beleuchtungstechnik zählt, aber auch mathematische Verfahren zur Auswertung der Bilddaten, schnelle Übertragungs- und Kommunikationstechniken für die meist sehr großen Datenmengen sowie die dynamische Erfassung von Bilddaten. Ebenso betrifft dies Methoden der optischen Messtechnik, beispielsweise zur Messung von Entfernung und Geschwindigkeit einzelner Objekte.

Um die Studierenden der Hochschule Karlsruhe in diesen Zukunftstechnologien ausbilden zu können, entstand mit dem Labor für Maschinensehen eine interdisziplinäre und fakultätsübergreifende Einrichtung mit 20 Arbeitsplätzen. Die wirtschaftliche Bedeutung der dort behandelten Arbeitsfelder zeigt sich unter anderem im Anforderungsprofil der Industrie an Absolventen der Hochschule, aber auch an den Themen, die seitens der Industrie für Studien- und Abschlussarbeiten vergeben werden. Damit die Hochschulausbildung diesen Anforderungen gerecht wird, haben verschiedene Studiengänge Themenfelder des Maschinensehens in ihre Lehrpläne aufgenommen und werden in Zukunft auch das neue Labor nutzen. So sind heute die Vorlesungen „Computer Vision“ Bestandteil der Informatikausbildung, „Digitale Bildverarbeitung“ wird als Vorlesung in den Fakultäten für Elektro- und Informationstechnik sowie Maschinenbau und Mechatronik angeboten und „Digitale Bildverarbeitung und Photogrammetrie“ an der Fakultät für Geomatik. Auch von Seiten der Studierenden wird dieses Angebot sehr geschätzt, denn die teilweise als Wahlfächer angebotenen Vorlesungen erfreuen sich großer Beliebtheit.

In Lehre und angewandter Forschung werden innerhalb des neuen Labors verschiedene Schwerpunkte gebildet: Neben Bildauswertungsverfahren in der medizinischen Diagnostik sind dies Oberflächenmesstechnik, Ingenieurs-Photogrammetrie im Feld von Kartographie und Geomatik, Beleuchtungstechnik sowie die automatische visuelle Erfassung und Analyse von Objekten über Bilddatenströme beispielsweise bei Fahrzeugen, Robotern und Maschinen.

„Eine aktuelle Hochschulausbildung bedeutet, dass wir unsere Studierenden“, so Prorektor Prof. Dr. Dieter Höpfel, „heute mit neuesten Techniken und Methoden vertraut machen können, die für Industrie und Wirtschaft von großem Interesse sind, wenn unsere Absolventen als Mitarbeiter in die Unternehmen kommen. Wir sind daher ausgesprochen froh, dass wir mit dem neuen Labor für Maschinensehen unsere Studierenden gleich in mehreren Zukunftsfeldern mit solch innovativen Technologien vertraut machen können und danken dem baden-württembergischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst für die finanzielle Unterstützung beim Aufbau dieses Labors.“

Media Contact

H. Gust Hochschule Karlsruhe

Weitere Informationen:

http://www.hs-karlsruhe.de

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