Überflutungen: Forscher aus ganz Europa diskutieren, wie Risiken vermindert werden können

Ein Deich bricht - mit solchen Modelle stellen die Forscher die Situation nach. TU Braunschweig, LWI

Überflutungen an Flüssen, Flussmündungen und der Küste betreffen Millionen von Menschen in ganz Europa. Sie können in allen Gebieten auftreten und dort Notlagen und Schäden von zum Teil erheblichem Ausmaß verursachen. „Überschwemmungen sind die am weitesten verbreitete Naturgefahr“, erläutert Prof. Dr. Hocine Oumeraci vom Leichtweiß-Institut für Wasserbau (LWI), Abteilung Hydromechanik und Küsteningenieurwesen der Technischen Universität Braunschweig. „Ihre Ursachen sind sehr komplex und – ebenso wie die möglichen langfristigen Auswirkungen – noch weitgehend unerforscht.“


100 Experten aus den verschiedenen Partnerländern treffen sich zum jährlichen FLOODsite-Workshop diesmal in Braunschweig, von Montag, 13. Februar bis Donnerstag, 16. Februar 2006 (Hotel Mercure Atrium am Berliner Platz). Auf Einladung des Leichtweiß-Instituts debattieren sie über ihre bisherigen Methoden und Forschungsergebnisse und überprüfen die weitere Vorgehensweise.

Ziel ist es, Überschwemmungen und ihre Folgeschäden in Zukunft zu vermindern oder zu verhindern. Aus diesem Grund wird „FLOODsite“, ein groß angelegtes Projekt für Hochwasser-Risiko-Management, im Sechsten Rahmenprogramm der EU mit ca. 10 Millionen Euro gefördert. Wissenschaftler, Vertreter staatlicher Behörden, Forschungsinstitute und Wirtschaftunternehmen, die sich mit verschiedenen Aspekten zum Thema „Hochwasser-Risiko-Management“ befassen, arbeiten in „FLOODsite“ zusammen. Insgesamt sind 45 Einrichtungen aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, den Niederlanden, Polen, Schweden, Spanien, Tschechien und Ungarn an dem Projekt beteiligt.

Zu den federführenden Wissenschaftler im FLOODsite-Projekt der Europäischen Union gehört Dr.-Ing. Andreas Kortenhaus vom Leichtweiß-Institut. Seine Aufgabe ist es, die in Braunschweig erzielten Ergebnisse vorzustellen.

– So wurden im Sommer und Herbst 2005 in der großen Versuchshalle des Instituts Deichbrüche simuliert und erforscht.

– In St. Peter-Ording untersuchen die Wissenschaftler ausgewählte Testgebiete. Sie erstellen Prognosen darüber, welchen Schaden eine Überflutung dort verursachen würde.

– Gemeinsam mit Kollegen erstellen die Braunschweiger Ingenieure einen Gefahrenatlas für die Küste

Zum FLOODsite – Projekt der Europäischen Union:

Das FLOODsite Projekt umfasst die physikalischen, umweltbedingten sowie die sozio-ökonomischen Aspekte von Hochwasser von Flüssen, Flussmündungen und an der Küste. Das Projekt ist in sieben verschiedene Themen gegliedert.

1. Risikoanalyse – Risikoursache, Verlauf und Schadenspotential des betroffenen Gebiets
2. Risikomanagement – Messungen vor dem Hochwasser und Hochwassernotfall-Management
3. Technologische Verwendung – Entscheidungshilfen und Unsicherheiten
4. Pilot-Anwendungsgebiete – für Flüsse, Ästuare (Mündungsgebiete) und Küsten
5. Training und Wissensvermittlung – Richtlinien für fachliche und öffentliche Informationen sowie Weiter- und Ausbildungsmaterialien
6. Zusammenarbeit und Bewertung
7. Koordination und Management

Innerhalb dieser sieben Themenbereiche gibt es über 30 verschiedene Teilprojekte. Die Ergebnisse werden in Testgebieten in Belgien, Tschechien, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Italien, den Niederlanden, Spanien und Großbritannien angewendet.

Das Projekt wurde am 1. März 2004 begonnen und endet am 28. Februar 2009.

Kontakt:

Dr.-Ing. Andreas Kortenhaus
Beethovenstr. 51a
38106 Braunschweig
Tel. +49 (0)531-391 3981
E-Mail: floodsite@tu-bs.de

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Dr. Elisabeth Hoffmann idw

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