19. Netzwerktreffen innovative Kreislauftechnologien NiK: Ersatzbrennstoffe – vom Abfall zum Produkt

Unter diesem Titel lädt das „Netzwerk innovative Kreislauftechnologien NiK“ am 16. und 17. November 2004 zum 19. Netzwerktreffen in das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML nach Dortmund ein.

Ersatzbrennstoffe liegen zur Zeit voll im Trend. Aus gutem Grund, denn zum einen dienen sie nach Vorgabe des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes sowie nach Vorgabe der TA Siedlungsabfall als heizwertreiche Fraktion zur energetischen Verwertung. Zum anderen substituieren sie teure Regelbrennstoffe, und dies nicht nur in energieintensiven Branchen.

Der Gesetzgebung folgend soll in Deutschland der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung von derzeit 6 % auf 12,5 % im Jahr 2010 steigen. In ganz Europa soll der Anteil von derzeit 14 % auf 22 % anwachsen. Für erneuerbare Energien – hierunter fallen biogene Ersatzbrennstoffe – existiert folglich ein Wachstumsmarkt.

Für die Herstellung von Ersatzbrennstoffen werden heizwertreiche Fraktionen des Hausmülls, des Sperrmülls und des Gewerbeabfalls, Reste aus der Wertstoffsortierung, produktionsspezifische Gewerbe- aber auch Industrieabfälle genutzt. Einen großen Mengenanteil besitzt dabei die Biomasse in Form von Holz, z. B. Sperrmüll aus Privathaushalten, Schnittholz aus der Landschaftspflege, Schlagholz aus der Forstwirtschaft, Abfall aus Sägereien, der Möbel- oder Lebensmittelindustrie aber auch Reste aus der Bauwirtschaft. Etwa 8 Mio. Tonnen Altholz fallen jährlich in Deutschland an, doch nur ein Fünftel dieser Menge wird derzeit energetisch genutzt.

Der Weg vom Abfall zum Produkt „Ersatzbrennstoff“ erfordert das Engagement vieler Akteure. Die Politik legt die Rahmenbedingungen fest, Produzenten stellen qualitativ hochwertige Ersatzbrennstoffe her, Verwerter (Biomassekraftwerke, Zementindustrie etc.) setzten diese wirtschaftlich effizient und ökologisch hochwertig ein. Die Logistik als Querschnittsfunktion sorgt für die Erfassung erforderlicher Abfälle bzw. Rohstoffe, für die Bereitstellung heizwertreicher Fraktionen und für die Distribution produzierter Ersatzbrennstoffe.

Doch noch immer sind viele Fragen offen: Wo kommen die Abfälle bzw. Rohstoffe zur Erzeugung von Ersatzbrennstoffen her? Wer sind die Lieferanten? Wie erfolgen Erfassung und Aufbereitung? Welche logistischen Anforderungen existieren hinsichtlich der Distributionresultieren? Welche Erfahrungen sammeln derzeit Produzenten und Verwerter? Sind die Ersatzbrennstoffe auch zukünftig in ausreichender Menge für die angestrebte energetische Nutzung vorhanden?

Diese und weitere Fragen greift das 19. Netzwerktreffen auf. Darüber hinaus geben die Fachvorträge Auskunft über die Anforderungen an Ersatzbrennstoffe und deren Einsatzmöglichkeiten. Führungskräfte aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft sind herzlich eingeladen, das Netzwerk als Plattform zu nutzen, Wissen zu generieren, Informationen zu transferieren und Erfahrungen auszutauschen.(RFN)

Ansprechpartner
Dipl.-Ing. Peter Meyer
Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML
Bereich Logistik, Verkehr und Umwelt
Joseph-von-Fraunhofer-Straße 2-4
44227 Dortmund
Telefon: +49 (0)231 / 97 43 – 2 38
Telefax: +49 (0)231 / 97 43 – 4 51
Email: krw-netzwerk@iml.fhg.de

Media Contact

Dipl.-Ing. Stefan Schmidt idw

Weitere Informationen:

http://www.krw-netzwerk.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Mit UV-C-Strahlung wirksam gegen das Coronavirus vorgehen

PTB untersuchte den Raumluftreiniger von Braunschweiger Entwicklern: Für den untersuchten Prototyp lässt sich abschätzen, dass durch das Gerät geführte Viren zerstört und somit die Virenlast in der Raumluft prinzipiell deutlich…

Azoren-Plateau entstand durch Vulkanismus und tektonische Dehnung

Der submarine Terceira-Graben geht auf tektonische und vulkanische Aktivitäten zurück und ähnelt damit kontinentalen Grabensystemen. Dies zeigen Lavaproben vom Meeresboden, die 2016 bei der Expedition M128 mit dem Forschungsschiff Meteor…

Schmerzmittel für Pflanzen

Forschende am IST Austria behandeln Pflanzen mit Schmerzmitteln und gewinnen so neue Erkenntnisse über das Pflanzenwachstum. Neue Studie in Cell Reports veröffentlicht. Jahrhundertelang haben Menschen Weidenrinde zur Behandlung von Kopfschmerzen…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close