Ökologen aus der ganzen Welt treffen sich in Halle/Saale

Am Universitätsplatz in Halle/Saale dreht sich 5 Tage alles um die biologische Vielfalt denn vom 8. bis 12. September treffen sich dort rund 550 Ökologen aus 25 Ländern um neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Erfahrungen auszutauschen.

Anlass ist die 33. Jahrestagung der Gesellschaft für Ökologie (GFÖ), dem bedeutendsten Zusammenschluss von Ökologen im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Schweiz, Österreich, Liechtenstein). Inhaltlich und organisatorisch verantwortlich zeichnen gemeinsam die Martin-Luther-Universität und das Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle – nicht ohne Grund, denn beide Institutionen leisten Beachtliches in der ökologischen Forschung, haben hervorragende Expertisen aufzuweisen und „einen entscheidenden Anteil daran, dass die deutsche ökologische Forschung weltweit einen Namen hat“, so der GFÖ-Präsident Prof. Jörg Pfadenhauer. Ausdruck dieser Kompetenz ist auch die Vielzahl internationaler Projekte, die beide Einrichtungen, zum Teil auch ge-meinsam in die Region Leipzig-Halle holen konnten.

Inhaltlicher Schwerpunkt der 33. Jahrestagung ist das Thema „Biologische Vielfalt“ (Biodiversität). In 23 Symposien wird sich für die Wissenschaftler alles um die Frage drehen: Welche Bedeu-tung haben die Artenvielfalt, die genetische Variabilität der Arten und die Wechselbeziehungen zwischen den Organismen für die Stabilität und die Funktionen unserer Ökosysteme? Sie spannen dabei den Bogen von der Biogeografie und Makroökologie bis hin zur Populationsbiologie und Genetik.
Dr. Stefan Klotz, Department-Leiter am UFZ und seine Kollegin Prof. Isabell Hensen vom Institut für Geobotanik der MLU, sehen die Ökologie mit der Beantwortung dieser Frage vor ihrer bisher größten Herausforderung: „Sie muss die Grundlagen für die langfristigen Strategien der Umwelt-politik liefern und Wege aufzeigen, wie wir zu einer nachhaltigen Nutzung und zum Schutz unserer natürlichen Ressourcen kommen“. Dieser Anspruch ist auch ein Grund dafür, dass nicht nur Naturwissenschaftler untereinander diskutieren sondern auch eine Reihe von Sozialwissenschaftlern und Ökonomen in die wissenschaftlichen Projekte und die Veranstaltung eingebunden sind.

Aber auch für die Information aller „Nicht-Fachleute“ ist gesorgt.
Auf Initiative des Universitätszentrums für Umweltwissenschaften (UZU) findet am Dienstag, dem 9. September, um 19:00 Uhr eine öffentliche Podiumsdiskussion zum Thema „Biodiversität: Last, Luxus oder Notwendigkeit?“ statt.

Podiumsteilnehmer:
Dipl. agr. Klaus George, Vorsitzender des Naturschutzbeirates des Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Sachsen-Anhalt,
Prof. Dr. Peter Heimann, Hauptgeschäftsführer der IHK Halle-Dessau,
Prof. Dr. Alois Heißenhuber, Technische Universität München,
Prof. Dr. Giselher Kaule, Universität Stuttgart,
Prof. Dr. Gerhard Wiegleb, Brandenburgische Technische Universität Cottbus,
Dr. Rolf Steffens, Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie.
Moderation: Prof. Dr. Sabine Tischew, Hochschule Anhalt (FH)
Prof. Dr. Peter Wycisk, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

„Die Bewahrung der Schöpfung ist weder Last noch Luxus, sondern eine Notwendigkeit. Biodiversität ist in Deutschland am stärksten in der Agrarlandschaft gefährdet“, so Klaus George. Diese Notwendigkeit ist für Prof. Peter Heimann „Last und Luxus zugleich“. Für ihn stellt sich die Kernfrage, wie mit der Herausforderung nach dem Erhalt der biologischen Artenvielfalt in einer offenen Gesellschaft umgegangen wird. „Wie stehen wir zu Institutionen, zu Entwicklungen, Fortschritt und neuem Wissen?“
Den drei Vertretern der Wissenschaft im Podium geht es vor allem darum, Forschungsergebnisse schnell in die Planungspraxis umzusetzen. Gerade hier, bei der gesell-schaftlichen „In-Wert-Setzung“ der Biodiversität, tritt nach Aussage von Dr. Steffens das gesellschaftliche Konfliktpotenzial besonders zu tage. In diesem Zusammenhang ist es notwendig die Kommunikation zwischen allen unmittelbar Beteiligten und der breiten Öffentlichkeit zu verbessern, da letztlich die biologische Vielfalt nur im Sinne eines gesamtgesellschaftlichen Anspruchs und nicht als „notwendige Last“ erfolgreich erhalten werden kann.

Media Contact

Susanne Hufe idw

Weitere Informationen:

http://www.ufz.de/gfoe2003

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