Mobilität und Familie in Zeiten der Globalisierung

Fachkongress des Bundesfamilienministeriums in Berlin

Die Arbeitswelt verlangt zunehmend flexible und mobile Beschäftigte. Jede und jeder sechste Berufstätige mit Partnerschaft oder Familie ist aus beruflichen Gründen mobil. Das sind 16 Prozent aller 25- bis 55-jährigen, die erwerbstätig sind. Die Mobilität stellt viele Menschen, insbesondere die Familien, vor große Herausforderungen. Pendelnde Berufstätige sehen die Familie oft nur am Wochenende; berufsbedingte Umzüge bedeuten für die ganze Familie Umstellungen und Neuanfang.

Unter dem Titel „Familie und Mobilität in den Zeiten der Globalisierung“ findet in Berlin am 25. und 26. Juni 2002 ein Kongress des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend statt. Etwa 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft, Politik, Gewerkschaften und Fachorganisationen diskutieren die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bei erwerbsbedingter Mobilität.

Anlässlich der heutigen Eröffnung des Kongresses erklärt die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Christine Bergmann:

„Die heutige Arbeitswelt fordert ein hohes Maß an Mobilität. Für viele Beschäftigte bedeutet Mobilität eine ambivalente Herausforderung. Auf der einen Seite stehen attraktive Arbeitsplätze und auf der anderen Seite die Bedürfnisse und Wünsche der Familien. Nur jeder dritte Mobile berichtet über Vorzüge seiner Lebensform, zumeist überwiegt eine Mischung aus Vor- und Nachteilen. Über 40 Prozent der Männer und fast 70 Prozent der Frauen geben an, dass die berufliche Situation ihre Familienentwicklung hemmt. Mobilität und Familie haben aber in unserer Gesellschaft gleichermaßen an Bedeutung gewonnen. Hierfür gilt es, den sozialen Rahmen zu schaffen. Mit den neuen Elternzeitregelungen und dem Teilzeitgesetz hat die Bundesregierung bessere Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer geschaffen. Für den Ausbau der Ganztagsbetreuung stellt der Bund in der nächsten Legislaturperiode 4 Mrd. Euro zur Verfügung.

Aber auch die Unternehmen sind gefordert, Maßnahmen für eine gute Vereinbarkeit für die mobilen Beschäftigten und ihre Familien anzubieten. Arbeitszeit und -ort lassen sich heute besser den Wünschen der pendelnden Beschäftigten anpassen; betriebliche Unterstützung bei der Kinderbetreuung und der Arbeitsplatzsuche für den mit-mobilen Partner erleichtern die Entscheidung für Mobilität. Für Unternehmen lohnt sich dieser Einsatz: Wer gute betriebliche Lösungen für die Mobilen, ihre Partner und Partnerinnen und ihre Kinder bereit hält, wird mit zufriedenen und effektiven Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern belohnt.“

Im Rahmen des Kongresses verleiht Bundesministerin Bergmann den neu geschaffenen Nachwuchspreis für Familienforschung. Dieser Nachwuchspreis des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist mit 25.000 Euro dotiert und wird in Zukunft alle zwei Jahre verliehen.

Zum Thema: Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Norbert F. Schneider, Kerstin Hartmann, Ruth Limmer „Berufsmobilität und Lebensform – Sind berufliche Mobilitätserfordernisse in Zeiten der Globalisierung noch mit Familie vereinbar?“ Ein Verbundprojekt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und des Staatsinstituts für Familienforschung an der Universität Bamberg (ifb).

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