Internationale Experten der Schlaganfall-Forschung tagen in Magdeburg

Mehr als 250 Experten aus europäischen Staaten, den USA, und Japan sowie aus Indien, Südamerika, aber auch aus Fernost, wie Taiwan, China, Korea, und sogar aus Neuseeland, haben bereits ihre Teilnahme angemeldet.

Schlaganfall steht als Ursache von krankheitsbedingter Invalidität an erster Stelle in der Europäischen Union und stellt eine große Herausforderung an das Gesundheitssystem dar. Alarmierend ist auch die prognostizierte Zunahme der Häufigkeit dieser Erkrankung aufgrund der raschen Zunahme des Durchschnittsalters der Bevölkerung.

Eine der bisher nur unbefriedigend gelösten Fragen ist die, ob sich der Verlust von Nervenzellen bei Schädigungen des Gehirns nach Schlaganfall durch Medikamente aufhalten lässt. Bisher können nur gefäßverstopfende Blutgerinnsel medikamentös beseitigt werden. Ein direkter Schutz der Nervenzellen hat bislang keinen Einzug in die klinische Praxis gehalten.

Erwartet werden auf der Tagung Vorträge zur Rolle entzündlicher Mechanismen, welche durch intrazelluläre Kontrolle von Schaltproteinen Nervenzellen am Leben halten. Weitere Vorträge werden darlegen, dass auch die Fortschritte bei der Aufklärung des humanen Genoms hier neue Wege zeigen, Nervenzellen molekular schützen zu können.

Magdeburger Forscher werden ihre neuesten Ergebnisse über die an Schädigung und Schutz beteiligten extra- und intrazellulären Signalwege in Nervenzellen vorstellen, die Gegenstand ihrer Forschungsprojekte sind, die auch im Rahmen der Exzellenzinitiative des Landes Sachsen-Anhalt in einem Verbundprojekt „Experimentelle Schlaganfallforschung“ gefördert werden.

Ein weiterer Schwerpunkt der diesjährigen Tagung wird wieder die „Neuroreparatur“ mittels Stammzellen sein. Hier soll insbesondere diskutiert werden, ob und unter welchen Bedingungen auch endogene Stammzellen als hirneigenes „Ersatzteillager“ dienen und ob sie damit Funktionsausfälle nach Nervenschädigung reparieren können. In dem im ZENIT Magdeburg angesiedelten Forschungsinstitut Angewandte Neurowissenschaften (FAN) wurden neue Erkenntnisse gewonnen, wonach ein im Tierversuch simulierter Schlaganfall zur Induktion der Stammzellproliferation und Neuronen-Neubildung führt. Ein Problem stellt derzeit noch das Langzeitüberleben der neu gebildeten Zellen dar.

Nach Auskunft der Organisatoren der Tagung, Prof. Dr. Georg Reiser, der diese Veranstaltung gemeinsam mit Prof. Dr. Klaus Reymann vom An-Institut FAN durchführt, werden in einer Runden Tisch-Diskussion zum Abschluss der Konferenz durch ein internationales Expertengremium die Möglichkeiten und Zukunftschancen der unterschiedlichen Strategien für die Behandlung des Schlaganfalls – Neuroprotektion und/oder Neuroreparatur – besprochen. Diskutiert werden insbesondere die Möglichkeiten, neu entdeckte Wege in den Entzündungsprozessen in den durch Schlaganfall gestörten Gehirnarealen zu steuern. Damit soll das Absterben der Neuronen verhindert, oder auch endogene Neuroprotektion für neuartige therapeutische Zielstrukturen zu entwickelt werden.

Die Tagung wird nicht nur eine interessante Veranstaltung im neurowissenschaftlichen Programm der Universität Magdeburg, sondern nach Auskunft von Prof. Reiser, dem Direktor des Instituts für Neurobiochemie der Medizinischen Fakultät, mit bereits 250 registrierten Wissenschaftlern zunehmend ein Highlight der internationalen Wissenschaftskongresse, das immer mehr Teilnehmer für dieses hochaktuelle Thema der medizinischen Forschung begeistert.

Die Tagung findet in Magdeburg im Parkhotel-Herrenkrug statt und wird am 17. Mai 2008 um 13.30 Uhr offiziell eröffnet.

Nähere Informationen:
Verantwortlich als Hauptorganisator:
Prof. Dr. Georg Reiser;
Institut für Neurobiochemie
Medizinische Fakultät der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg; 39120 Magdeburg;
Tel -0-391-67-13088; 0175-1623030
e-mail: georg.reiser@medizin.uni-magdeburg.de
und Prof. Dr. Klaus Reymann
Tel. 0163/6275600; 01636-275600
e-mail: reymann@ifn-magdeburg.de

Ansprechpartner für Medien

Kornelia Suske idw

Weitere Informationen:

http://www.neurorepair-2008.de

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