Autonome Kleinbusse auf Brandenburger Straßen

Ein neues Forschungsvorhaben will wissenschaftlich untersuchen, wie fahrerlos, das heißt autonom fahrende Kleinbusse im ländlichen Raum eingesetzt werden können. Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin wird dabei auf Fahrzeugtypen zurückgegriffen, die bereits auf Privatgeländen in Deutschland oder in größeren Städten im Ausland fahren.

Das Projekt wird vom Bundeministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit einem Gesamtvolumen von rund zwei Millionen Euro gefördert und läuft bis zum 30. Juni 2020. Projektpartner sind: TU Berlin (Institut für Land- und Seeverkehr), TU Dresden (Lehrstuhl Verkehrspsychologie), Ostprignitz-Ruppiner Nahverkehrsgesellschaft mbH und Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg mbH.

Die Partner laden Medienvertreterinnen und -vertreter herzlich zur Projektvorstellung ein:

Zeit: Freitag, 3. November 2017, 10 Uhr
Ort: Ostprignitz-Ruppiner Nahverkehrsgesellschaft mbH, Perleberger Straße 64, 16866 Kyritz

Um Anmeldung wird gebeten unter NK@reg-nordwestbrandenburg.de

„Vor allem soll erforscht werden, wie diese Minibusse Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs werden können und welche infrastrukturellen Rahmenbedingungen dafür vorhanden sein müssen. Wichtiges Element des Vorhabens ist daher ein knapp zweijähriger Probebetrieb, um praktische Erfahrungen zu sammeln“, so Prof. Dr. -Ing. Thomas Richter, Leiter des Fachgebiets Straßenplanung und Straßenbetrieb an der TU Berlin und Verbundkoordinator.

Die Fahrzeuge, die im Landkreis Ostprignitz-Ruppin zum Einsatz kommen sollen, haben acht bis elf Plätze, derzeit eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 40–50 Stundenkilometern und werden elektrisch betrieben. Zumindest in der ersten Zeit des Probebetriebes wird eine Art „Liftboy“ den Betrieb im Fahrzeug überwachen. Dieser kann, soweit erforderlich, eingreifen oder auch den Fahrgästen behilflich sein.

„Die Bedürfnisse älterer Nutzerinnen und Nutzer, die mitunter auf Unterstützung angewiesen sind, sind gerade auch auf dem Land besonders zu berücksichtigen. Wir wollen untersuchen, wie Fahrzeuge und Bedientechnik gestaltet sein müssen, damit sich alle Menschen eine Fahrt in einem Fahrzeug ohne Fahrer zutrauen. Wie kann also die Nutzerakzeptanz erhöht werden?“, fragt Dr. Jens Schade vom Lehrstuhl Verkehrspsychologie an der TU Dresden.

Bereits bei der Vorbereitung einer ersten Projektskizze entstanden die Überlegungen zu den möglichen Einsatzfeldern auf dem Land: als Zubringer zu Bus- und Bahnlinien, im Verbindungsverkehr zwischen kleinen Orten, als Zubringer für touristische Destinationen oder auch als „Stadtbus“ in Klein(st)städten.

„Die ersten, wichtigen Forschungsfragen des Projektes wurden hier in Ostprignitz-Ruppin aus der Praxis heraus entwickelt, wir sind also ein klassisches Bottom-up-Projekt“, freut sich Nicola Krettek, Referentin für Regionalentwicklung bei der Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg mbH (REG). Ulrich Steffen, Geschäftsführer der Ostprignitz-Ruppiner Nahverkehrsgesellschaft mbH (ORP), ergänzt: „Und wir beweisen damit, dass es im ländlichen Raum Brandenburgs ausgesprochen innovationsfreudige Akteure gibt.“

Projekttitel: „Autonomer Öffentlicher Nahverkehr im ländlichen Raum – Wirkungsforschung zu neuen Formen innovativer öffentlicher Mobilität und Nutzerakzeptanz anhand eines Probebetriebs in der Modellregion Ostprignitz-Ruppin“.

Zum Projektverbund gehören als assoziierte Partner außerdem der Landkreis Ostprignitz-Ruppin und Hüffermann Transportsysteme GmbH sowie als private Forschungspartner Büro autoBus und IGES Institut GmbH.

Daneben wird das Projekt vom Brandenburgischen Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde, dem ADAC Berlin-Brandenburg e.V. und dem Verband der Deutschen Verkehrsunternehmen e.V. beratend unterstützt.

Weitere Informationen erteilt Ihnen gern:
Arne Holst, M.Eng.
Technische Universität Berlin
Institut für Land- und Seeverkehr
Fachgebiet Straßenplanung und Straßenbetrieb
Tel.: 030 314-72560
a.holst@spb.tu-berlin.de

Media Contact

Stefanie Terp idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Informationen:

http://www.tu-berlin.de/

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