25 Jahre tropische Meeresforschung in Bremen: das Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie

Forschungsarbeiten im Korallenriff vor Lombok, Indonesien. Pia Kegler, Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie

Als einziges Forschungsinstitut in Deutschland fokussiert sich das ZMT auf die Erforschung tropischer Küstenlebensräume, ihrer Ressourcen und Nutzung durch den Menschen. In enger Zusammenarbeit mit Partnern in den Tropen arbeiten seine Wissenschaftler vor allem dort, wo Küstenökosysteme im Wandel begriffen sind und ihr fragiles Gleichgewicht bedroht ist.

Heute umspannen die Forschungsregionen des Instituts den gesamten Tropengürtel: Nordost-Brasilien, Senegal, Sansibar, Südchina, Indonesien und die pazifischen Inselwelten sind nur einige der Orte, an denen ZMT-Wissenschaftler forschen.

Tropische Küstenökosysteme wie Korallenriffe, Mangroven oder Seegraswiesen sind außergewöhnlich artenreiche und hochproduktive Lebensräume mit großer ökologischer und wirtschaftlicher Bedeutung. Diese Lebensräume haben jedoch mit starkem Bevölkerungswachstum, sozialem Wandel und massiven Umweltveränderungen zu kämpfen.

Die Natur- und Sozialwissenschaftler des ZMT widmen sich zentralen Themen, die zugleich globale und oft existenzielle Herausforderungen in Küstengebieten darstellen: Überfischung, Übernutzung, Ozeanversauerung, Biodiversitätsverlust, Verschmutzung der Meere, Klimawandel und die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Küstenökosystem.

Im Jahr 1991 wurde das Institut als Zentrum für Marine Tropenökologie in Bremen gegründet und schloss eine Lücke in der deutschen Meeresforschung. Denn zu dieser Zeit fehlte es in Deutschland an Meeresforschern mit umfassenden Tropenkenntnissen, um eine wissenschaftliche Grundlage für den Schutz und die nachhaltige Nutzung tropischer Küstenökosysteme zu schaffen. Vor sieben Jahren wurde das ZMT in die renommierte Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen und heißt seitdem Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie.

Anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums stellt das ZMT mit einer Reihe von allgemeinverständlichen Vorträgen die Bandbreite seiner Forschungsthemen vor und wird die Zuhörer für seine Arbeit in den Tropen begeistern. Die halbstündigen Vorträge finden samstags jeweils um 11 Uhr im Bremer Haus der Wissenschaft im Rahmen der Veranstaltung „Wissen um 11“ statt.

Interessierte Bürger und Medienvertreter sind sehr herzlich eingeladen, Fragen und Diskussionen im Anschluss an die Vorträge sind ausdrücklich erwünscht! Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen
Dr. Susanne Eickhoff
Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie
Tel: 0421 / 23800-37
Email: susanne.eickhoff@leibniz-zmt.de

ZMT Vortragsreihe „25 Jahre tropische Meeresforschung“ im Haus der Wissenschaft

06.02.2016
Alles ist im Fluss: Wie Grundwasser zur Ozeanverschmutzung beiträgt
Grundwasser ist eine unsichtbare Verbindung zwischen Land und Meer. Mit dem Wasser, das unterhalb der Erdoberfläche direkt in den Ozean fließt, könnten auch erhebliche Mengen an Schadstoffen ins Meer gelangen. ZMT-Forscher nehmen dieses in der Forschung wenig berücksichtigte Phänomen jetzt erstmals genauer unter die Lupe.
Dr. Nils Moosdorf, Hydrogeologe, ZMT

05.03.2016
Können Zahlungen für die Leistungen von Ökosystemen die Zerstörung tropischer Landschaften verhindern?
In Indonesien werden ganze Torfmoore vernichtet, um Palmölplantagen anzusiedeln, was zu hohen CO2-Emissionen führt. Umweltökonomen überlegen daher, ob Geldzahlungen Menschen dazu bringen könnten, die ursprünglichen Ökosysteme zu schützen. In Sumatra hat Prof. Dr. Achim Schlüter ein solches Anreizsystem getestet.
Prof. Dr. Achim Schlüter, Sozialwissenschaftler, ZMT

02.04.2016
Mangroven: Wenn Bäumen das Wasser bis zum Halse steht
Mangroven sind wahre Anpassungskünstler, die in unwirtlichen Lebensräumen an Flussmündungen oder in der Gezeitenzone gedeihen. Für Tiere und Menschen spielen diese tropischen Küstenwälder eine sehr wichtige Rolle. Prof. Dr. Martin Zimmer erklärt die Ökologie und den Wert der Mangroven und zeigt Möglichkeiten zu ihrem effektiven Schutz auf.
Prof. Dr. Martin Zimmer, Mangrovenökologe, ZMT

04.06.2016
Seegurken, Haie & Co.: Von der offensichtlichen und weniger offensichtlichen Nutzung tropischer Meerestiere
Tropische Meerestiere ernähren nicht nur Küstenbewohner in den Tropen. Viele der Fische und Krustentiere landen auf den Esstischen der ganzen Welt, und nicht nur dort. Dr. Annette Breckwoldt zeigt, wie ein kleines Fischerei-System am anderen Ende der Welt unser Leben beeinflussen kann und welche Auswirkungen unser Verhalten auf dieses tropische Ökosystem hat.
Dr. Annette Breckwoldt, Meeresbiologin und Sozialwissenschaftlerin, ZMT

02.07.2016
Ungetrübtes Naturparadies: Ist Galapagos ein kluges Modell für nachhaltige Entwicklung?
Der Galapagos-Archipel ist berühmt für die Schönheit seiner Natur und die vielen endemischen Arten. Doch Tourismus- und Bevölkerungszuwachs hinterlassen auch auf diesen Inseln ihre Spuren. Können die Ökosysteme auf Galapagos noch erhalten werden? Prof. Dr. Matthias Wolff zeigt erfolgreiche und gescheiterte Maßnahmen auf dem Weg zur Nachhaltigkeit.
Prof. Dr. Matthias Wolff, Fischereibiologe, ZMT

06.08.2016
69 Jahre, 1 Monat und 21 Tage: Atoll-Inseln auf Wanderschaft
Wie wirkt sich der prognostizierte globale Anstieg des Meeresspiegels auf die geologische Stabilität von Atoll-Inseln wie den Malediven aus? Dr. Thomas Mann setzt Fernerkundungsdaten ein, um dieser Frage auf den Grund zu gehen. In seinem Vortrag stellt er die überraschenden Ergebnisse seiner Arbeit vor.
Dr. Thomas Mann, Geologe, ZMT

03.09.2016
Korallen im globalen Kohlenstoffkreislauf: Geben sie CO2 ab oder nehmen sie es auf?
Tropische Korallen bilden riesige Felsmassive aus Kalk, was zur Abgabe von CO2 in die Atmosphäre führt. Ihr Wachstum wirkt sich somit auf den Kohlenstoffkreislauf aus, der auch durch die Versauerung der Ozeane beeinflusst wird. Dr. Sönke Hohn diskutiert die Folgen menschlichen Handelns für Korallen und den globalen Kohlenstoffkreislauf.
Dr. Sönke Hohn, Biogeochemiker und Theoretischer Ökologe, ZMT

08.10.2016
Raus aus dem Elfenbeinturm! Die gesellschaftliche Verantwortung der Forschung
Wie können dringende globale Probleme wie Biodiversitätsverlust, Rohstoffmangel und Umweltverschmutzung zeitnah angegangen werden? Die Lösungsvorschläge der Forscher bleiben für Betroffene und Entscheidungsträger oft unzugänglich. Der Vortrag widmet sich der Entwicklung von Kriterien für eine „Wissenschaft in gesellschaftlicher Verantwortung“.
Dr. iur. Bevis Fedder, Meeresbiologe, ZMT

5.11.2016
Klein, aber oho: Welche Funktion haben Bakterien im Korallenriff?
Marine Bakterien spielen eine Schlüsselrolle in den globalen Stoffkreisläufen. Auch für Korallen sind sie von existenzieller Bedeutung, beispielsweise für die Fortpflanzung. Wie verändern Stressfaktoren wie Eutrophierung oder Übersäuerung der Meere die Bakteriengemeinschaften und was bedeutet das für Korallenriffe und den Menschen?
Dr. Astrid Gärdes, Mikrobiologin, ZMT

3.12.2016
Weiße Weihnachten unter Wasser: Die dritte globale Korallenbleiche und ihre Folgen
In den tropischen Meeren spielt sich zurzeit eine ökologische Katastrophe ab: Bedingt durch ein Wetterphänomen und den globalen Temperaturanstieg bleichen Korallen und andere Riffbewohner aus. Die Bleiche schlägt bereits zum dritten Mal zu. Dr. Sebastian Ferse erklärt die Auswirkungen auf die Riffe und die Perspektiven für ihre Zukunft.
Dr. Sebastian Ferse, Riffökologe, ZMT

Media Contact

Dr. Susanne Eickhoff idw - Informationsdienst Wissenschaft

Weitere Informationen:

http://www.zmt-bremen.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Veranstaltungsnachrichten

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Junger Gasriesenexoplanet gibt Astronomen Rätsel auf

Wissenschaftler finden den bisher jüngsten Super-Jupiter, für den sie sowohl Masse als auch Größe messen konnten. Eine Forschergruppe um Olga Zakhozhay vom MPIA hat einen Riesenplaneten um den sonnenähnlichen Stern…

Im dynamischen Netz der Sonnenkorona

In der mittleren Korona der Sonne entdeckt ein Forscherteam netzartige, dynamische Plasmastrukturen – und einen wichtigen Hinweis auf den Antrieb des Sonnenwindes. Mit Hilfe von Messdaten der amerikanischen Wettersatelliten GOES…

Metall dringt tiefer in Auenböden ein als Plastik

Kunststoffe und Metalle verteilen sich unterschiedlich in den Böden von Flussauen: Während Plastikpartikel sich in den obersten Bodenschichten konzentrieren, finden sich Metalle bis in eine Tiefe von zwei Metern. Das…

Partner & Förderer