21. Deutscher EDV-Gerichtstag: Elektronische Akte, IT-Sicherheit und Urheberrecht

Auf dem Juristenkongress diskutieren mehr als 600 Juristen, IT-Experten und Politiker die Trends und aktuellen Entwicklungen rund um Recht und Informationstechnik. Im Zentrum stehen in diesem Jahr der elektronische Rechtsverkehr in Behörden, Kanzleien und Justiz und die rechtlichen und technischen Gefahren des Internets.

21. EDV-Gerichtstag:
Mittwoch, 12. September bis Freitag, 14. September
Audimax-Gebäude B4 1, Campus der Universität des Saarlandes, Saarbrücken

Die Zeitenwende für den juristischen Arbeitsalltag steht bevor. Bund und Länder wollen auf elektronischen Rechtsverkehr umstellen. Das heißt: Weg von der Papierflut, hin zur elektronischen Akte. Sie soll in Gerichten, Kanzleien und Behörden sämtliche Arbeitsabläufe vom Eingang bis hin zum Archiv flächendeckend und verfahrensübergreifend vereinfachen und beschleunigen.

„Der EDV-Gerichtstag steht auch in diesem Jahr ganz im Zeichen dieser aktuellen Entwicklung. Wir werden den Stand der Dinge kritisch beleuchten und Fortschritte wie auch Schwierigkeiten bei der Umsetzung diskutieren“, sagt Maximilian Herberger, Professor für Rechtsinformatik der Universität des Saarlandes, der seit 21 Jahren den Juristenkongress gemeinsam mit seinem Team und dem Vorstand des EDV-Gerichtstages organisiert.

Ein besonderes Augenmerk liegt diesmal auch auf der Juristenausbildung, also darauf, wie entsprechende Fähigkeiten im Umgang mit juristischen Software-Systemen im Studium, Referendariat und als Weiterbildung vermittelt werden können. „Die Justiz darf nicht hinter den gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen zurückbleiben. Sie muss die heutigen Formen und Instrumente der Kommunikation nicht nur kennen und nutzen, sondern diese auch mit gestalten. Bei der Juristenausbildung an der Universität des Saarlandes legen wir hierauf großen Wert“, erklärt der Rechtsinformatiker.

Im Eröffnungsvortrag geht der hessische Justizminister Jörg-Uwe Hahn der Frage nach „Verbindlicher elektronischer Rechtsverkehr und E-Aktenführung – steht der Durchbruch bevor?“. In Arbeitskreisen informieren die Bundesländer über die Lage der IT-Entwicklung in der Justiz. Juristen, Politiker und IT-Experten diskutieren die diesbezüglichen aktuellen Gesetzesvorhaben. Im Fokus stehen beispielsweise auch die Probleme und Hürden bei der Vereinbarkeit der bei Gerichten und bei Rechtsanwälten verwendeten Fach-Software-Systeme.

Zweiter Schwerpunkt des EDV-Gerichtstags sind die rechtlichen und technischen Gefahren des Internets. Erstmals wird auf dem Kongress am Mittwoch, dem 12. September, von 15 bis 18 Uhr ein „Hacker Camp“ zur IT-Sicherheit stattfinden: Hier wird demonstriert, welche Schwachstellen und Sicherheitslücken Hacker nutzen, um in Computersysteme einzudringen und sich Zugang zu Daten zu verschaffen. In verschiedenen Arbeitskreisen wird es unter anderem um ACTA und das Urheberrecht, Abmahnungen wegen illegaler Downloads sowie um Neuerungen und Veränderungen durch die EU-Datenschutzverordnung gehen.

Auch ein Blick über die Grenze nach Österreich ist vorgesehen: Hier betreibt der Staat selbst große Rechtsinformationssysteme und Datenbanken, die im Sinne von „Open Data“ frei zugänglich sind. Thematisiert wird, ob dies die Szene beflügelt oder eher hemmt, weil die Notwendigkeit für speziellere Internet-Projekte nicht so groß ist.

Begleitend zum Kongress gibt eine Unternehmensausstellung einen Überblick über IT-Lösungen für die Justiz, Anwaltssoftware, allgemeine juristische Programme, elektronische Datenbanken, Sicherheitssoftware und Literatur.

Der EDV-Gerichtstag begleitet seit nunmehr 21 Jahren die EDV-Entwicklungen und die Einführung des elektronischen Rechtsverkehrs im Rechtswesen. Mit mehr als 600 Teilnehmern ist der internationale Kongress inzwischen die bundesweit größte Juristen-Tagung auf diesem Feld.

Kontakt: Prof. Dr. Maximilian Herberger, Vorstandsvorsitzender des Deutschen EDV-Gerichtstages e.V. Tel.: (0681) 302-5511; E-Mail : edvgt@jura.uni-sb.de

Media Contact

Claudia Ehrlich Universität des Saarlandes

Weitere Informationen:

http://www.edvgt.de/

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