Workshop der Neurowissenschaften: Wichtige Fortschritte in der Grundlagenforschung

Der Workshop fand im Rahmen des 7. EU-Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Kommission statt, die das ImpactG-Consortium der Medizinischen Fakultät mit 1,1 Millionen Euro fördert.

Zur Sprache kamen vor allen Dingen die regenerative Therapiemöglichkeit nach Schlaganfällen sowie der neuste Forschungsstand in der Behandlungsmöglichkeit von Parkinson. Über Alzheimererkrankungen und neuromuskuläre Erkrankungen findet im kommenden Jahr ein extra Workshop statt.

Für Schlaganfallpatienten bringt die Stammzellenforschung neue Hoffnung. Mithilfe der körpereigenen Reparaturfähigkeit des Gehirns könnten Zellfunktionen in der Regenerationsphase wiederhergestellt werden. Dafür arbeitet das Forscherteam um Prof. Dr. Aurel Popa-Wagner an einer Kombinationstherapie mit Knochenmarkzellen und G-CSF, einem Wachstumsfaktor für hematopoietische Zellen. Breit anwendungsfähige Ergebnisse werden in drei bis vier Jahren erwartet.

In Deutschland sind etwa 3 % der über 70-Jährigen von Parkinson betroffen. Auch hier soll die re-generative Stammzellentherapie zu weiteren Behandlungserfolgen verhelfen. Therapeutischer Zellersatz könnte hierbei die Produktion bestimmter Transmitterstoffe normalisieren.

Eine weitere Arbeitsgruppe des neurowissenschaftlichen Forscherverbundes beschäftigt sich mit der Behandlungsmöglichkeit von Alzheimererkrankungen. Durch die steigende Vergreisung der bundes-deutschen Bevölkerung ist dieses Thema aktueller denn je. Sind momentan etwa 1,2 Millionen Bundes-bürger von Alzheimer betroffen, werden es 2030 bereits 2,5 Millionen sein. Eine Heilungsmöglichkeit gibt es momentan noch nicht, therapeutische Möglichkeiten gehen über symptomatische Behandlungen nicht hinaus. Die Greifswalder Forscher hoffen die Ablagerung toxisch wirkender Proteine mittels be-stimmter Transportproteine verhindern zu können, um so die Krankheit einzudämmen.

Die Behandlung neuromuskulärer Erkrankungen stellt den Forschungsschwerpunkt einer weiteren Arbeitsgruppe dar. Der Abbau von Muskelgewebe durch überhöhte Calciumwerte könnte durch den Einsatz bestimmter Caliumkanalblocker behandelt werden.

Das Projekt der neurowissenschaftlichen Forschung der Medizinischen Fakultät in Kooperation ver-schiedener europäischer Forschungsstandorte wurde in Brüssel zum „Projekt des Jahres“ ernannt.

Ansprechpartner an der Universität Greifswald

Prof. Aurel Popa-Wagner
Klinik für Neurologie
Arbeitsgruppenleiter und Projektkoordinator der Molekularen Neurobiologie
Ellernholzstraße 1/2, 17475 Greifswald,
Telefon 03834 86-6853
wagnerap@uni-greifswald.de
Frau Christine Poehlke
Workshop-Managerin und Projektassistenz Molekulare Neurobiologie
Ellernholzstraße 1/2, 17475 Greifswald
Telefon 03834 86-6838
christine.poehlke@uni-greifswald.de

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Jan Meßerschmidt idw

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