Schnell wieder Strom – Vorbereitung auf Stromausfälle

Da sich Netzstrukturen und Muster von Verbrauchs- und Erzeugerquellen regional stark unterscheiden, lässt sich kein Allheilmittel der Vorbereitung entwickeln. Der Workshop „Operative Vorbereitung auf Stromausfälle“ am 20. November 2012 auf Schloss Birlinghoven bei Bonn soll den Verantwortlichen bei Behörden und Industrie Gelegenheit bieten, ihre individuellen Strategien auszutauschen und zu diskutieren.

Stromausfälle sind in Deutschland selten. Doch wenn sie auftreten, verunsichern sie die Bevölkerung stark und richten oft großen Schaden an. Solange ein Stromausfall zeitlich und lokal begrenzt ist, erscheinen die Auswirkungen und erforderlichen Gegenmaßnahmen überschaubar. Wirkt sich aber ein Stromausfall aufgrund von Sicherheitsschaltungen des Netzes und der Kraftwerke überregional aus oder sind durch Witterungsbedingungen größere Regionen betroffen, stellen sich unmittelbar Fragen nach öffentlicher Ordnung und Erhalt der gesellschaftlichen und industriellen Rahmenbedingungen.

Ziel des Workshops „Operative Vorbereitung auf Stromausfälle“ ist die Sensibilisierung für die Komplexität eines lang andauernden und großflächigen Stromausfalls – eines so genannten Schwarzfalls. Die Veranstaltung richtet sich an Planer und Akteure bei Energieversorgern, Behörden und Rettungskräften, die sich mit Notfallplänen und der Durchführung von Gegenmaßnahmen bei Stromausfällen beschäftigen. Diese müssen im Ernstfall eine Vielzahl von Fragen und Aufgaben möglichst rasch lösen: Welche Region ist am stärksten betroffen, welche Einsätze haben Priorität, wie lange reicht der Notstrom oder auch der Treibstoff der Fahrzeuge usw.
Experten der Gefahrenabwehr und Stromversorgung präsentieren unterschiedliche Szenarien. Mit dabei sind unter anderen Referenten der Berufsfeuerwehr Köln, der Berliner Feuerwehr, THW, RWE Rhein-Ruhr Verteilnetz GmbH und RheinEnergie AG.

„Zum einen soll der Workshop die Komplexität der Stromnetze illustrieren. Zum anderen werden die Konsequenzen eines Netzes mittels Versorgungsszenarien und ihren Abhängigkeiten veranschaulicht. Und drittens sollen insbesondere auch konstruktive Vorgehensweisen für eine Schadenseingrenzung vorgestellt werden, um beispielhaft Denkanstösse für regionale und kommunale Maßnahmenpläne zu geben“, so Prof. Dr. Thomas Rose, Leiter des Forschungsbereichs Risikomanagement und Entscheidungsunterstützung am Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT in Sankt Augustin.

Der Workshop „Operative Vorbereitung auf Stromausfälle“ am 20. November 2012 auf Schloss Birlinghoven bei Bonn wird vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT in Kooperation mit dem vom BMBF geförderten Projekt InfoStrom durchgeführt. Fokus von InfoStrom – Lernende Informationsinfrastrukturen im Krisenmanagement am Beispiel der Stromversorgung – ist die technische Unterstützung der interorganisationalen Zusammenarbeit und organisationsübergreifenden Wiederherstellungsarbeit im Falle eines Stromausfalls. Projektpartner sind neben Fraunhofer FIT die Universität Siegen, PSI Transcom, RWE, SAP Research sowie die Kreise Rhein-Erft und Siegen-Wittgenstein.

Ansprechpartner für Medien

Alex Deeg Fraunhofer-Institut

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