Das "Pädagogische" in den sozialen Berufen

Wie viel Sozialpädagogik verträgt Soziale Arbeit? Dieser Frage widmen sich zahlreiche Referenten aus dem In- und Ausland beim 7. FESET-Seminar, das vom 22. bis zum 24. April 2010 an der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo) der Fachhochschule Osnabrück stattfindet.

Unter dem Titel „Social pedagogical approaches in social professions“ wird das Verhältnis von Sozialarbeit, Sozialpädagogik und anderen Disziplinen in der Hochschulausbildung innerhalb Europas beleuchtet und diskutiert. FESET steht für „Formation d'Educateurs Sociaux Européens / European Social Educator Training“ und ist eine europäische Organisation von Hochschulen, die soziale Berufe ausbilden.

Alle zwei Jahre findet das dreitägige FESET-Seminar statt, an dem Hochschul-Lehrende sowie Sozialpädagogen und Sozialarbeiter teilnehmen können. In diesem Jahr werden die unterschiedlichen Definitionen und Entwicklungen in der Sozialarbeit und Sozialpädagogik ebenso herausgearbeitet wie mögliche Standardisierungen des Studiums im Rahmen des Bologna-Prozesses an europäischen Hochschulen. Leitthemen der Veranstaltung behandeln darüber hinaus das Soziale bei sozialpädagogischen Interventionen sowie den pädagogischen Aspekt bei allen sozialen Berufen, einschließlich der Sozialarbeit.

Der fachliche Teil der Veranstaltung beginnt mit einem Vortrag von Christian Spatscheck von der Hochschule Bremen, der die theoretische Entwicklung von Sozialer Arbeit in Deutschland nachzeichnet und das Spannungsfeld zwischen Sozialer Arbeit und Sozialpädagogik skizziert. Dem folgen am Nachmittag Workshops zu Themen wie „Social Pedagogy in Working with Families“, „The Social Aspect and Pedagogy in Finnish Residential Care“ oder „Social & Educational Skills: an essential structure in the training of social workers“. Parallel zu den Workshops gibt es auch Gelegenheit, sich konkrete Beispiele aus der Praxis anzuschauen. So stehen ein Besuch bei der Jugendgerichtshilfe, der Theaterpädagogischen Werkstatt und der Heilpädagogischen Hilfe auf dem Programm. Emmanuel Renard von der Haute Ecole Libre Mosane aus Liège in Belgien eröffnet den zweiten Tagungstag mit einem Vortrag zum Thema „Quelle place pour l'éducation spécialisée parmi les métiers de l'humain?“. Die anschließenden Workshops setzen sich unter anderem mit der Fragestellung auseinander, wie moralische Kompetenz in sozialen Berufen vermittelt werden kann und ob das „sozial“ in Sozialpädagogik und Sozialer Arbeit für beide dasselbe bedeutet. Auch an diesem Tag wird parallel die Möglichkeit geboten, sich zu den Themen Jugendarbeit oder Familienbesucherinnen für Aussiedlerfamilien praktisch zu informieren. Letzteres wird auch innerhalb eines Workshops am letzten Tagungstag behandelt. Weitere Themen der vier Workshops, die das 7. FESET-Seminar beschließen, sind unter anderem die Zusammenarbeit von Sozialarbeitern oder Sozialarbeit im Vereinigten Königreich.

Das Seminar wird organisiert von Prof. Dr. Jochen Windheuser, Mitglied der WiSo-Fakultät und des FESET-Vorstands. Die Vorträge und Workshops finden in englischer und französischer Sprache statt. Weitere Informationen, Anmeldemöglichkeiten sowie Kosten finden Interessierte unter http://www.feset.org

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Miriam Riemann idw

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