Offshore–Technologie erfordert Spezialschiffe und ausgebildete Fachkräfte

„Folgende Fragen werden in den kommenden fünf Tagen auf der Messe bzgl. Offshore sehr intensiv diskutiert werden:

• Wie können die Offshore-Ausbauziele erreicht werden, die die Bundesregierung definiert hat?

• Wie sehen die internationalen Perspektiven für die Offshore-Technologie aus?

• Wie und wo können die Fachleute national wie international für den Einsatz auf hoher See ausgebildet werden?

• Wie sieht es mit der Netzanbindung aus?“

Hanno Fecke, Geschäftsführer der Messe Husum nutzte die Pressekonferenz auf dem Offshore-Aus-stellungsschiff Greundiek am Vortag der Eröffnung der HUSUM WindEnergy, um die groben Diskussionslinien zu skizzieren, an denen derzeit die Windindustrie arbeitet.

Im Vorfeld der Messe, die bis zum 25. September mehr 30.000 Besucher aus mehr als 70 Ländern ins nordfriesische Husum locken wird und von rd. 970 beschickt wird, sei er immer wieder darauf angesprochen und gefragt worden, ob erkennbar sei, wie viele Unternehmen sich jeweils auf den Offshore-Bereich und wie viele auf den Onshore-Sektor fokussieren. Diesen haben er immer geantwortet, „es gibt eine Tendenz zur Spezialisierung, weil auch immer mehr Anbieter erkennen, dass viele technologische Lösungen, die für den Onshore-Bereich gut nutzbar seien, gar nicht oder nur eingeschränkt offshore einsetzbar sind. Aber genaue Zahlen können wir dies bezüglich natürlich nicht nennen“.

Umfangreiches Lastenheft mit der Bundesregierung erarbeitet
Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA Power Systems und Vizepräsident der Stiftung Offshore-Windenergie, betonte in seiner Stellungnahme: „Eine der wesentlichen Herausforderungen beim weiteren Ausbau deutscher Offshore-Windparks ist und bleibt die Netzanbindung. Die Netzinfrastruktur muss im Meer wie an Land rechtzeitig ausgebaut und optimiert werden. Dabei muss die Anbindung möglichst kostengünstig in Clustern erfolgen und ein modular ausgebautes Netz in der deutschen Nord- und Ostsee gewährleistet werden“.

„Die Verknüpfung der maritimen Wirtschaft mit der Windindustrie ist Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Offshore-Windindustrie. Ohne die notwendigen Spezialschiffe für Installation, Wartung und Service und ohne die ausgebildeten Fachkräfte für die Arbeit auf hoher See bleibt die Offshore-Windindustrie in den Kinderschuhen stecken, fuhr Herdan fort. Die Koordination aller Beteiligten durch die Stiftung Offshore-Windenergie trägt erste Früchte. Unter Federführung des Bundeswirtschaftsministeriums konnte ein umfassendes Lastenheft für einen erfolgreichen Ausbau der Offshore-Windenergie erstellt werden“, so Herdan.

Sicherheit zentrales Thema bei der Ausbildung
„Die Sicherheit der Servicetechniker im Einsatz ist die zentrale Herausforderung im Offshore Service. Ein großer Teil der Investitionen fließt deshalb in die Ausbildung, Schulungsprogramme und Equipment“, erklärte Michael Munder-Oschimek, Geschäftsführer und Direktor Service, AREVA Wind. Die neue AREVA Windplattform ist Teil des Geschäftszweigs AREVA Renewables und produziert am Standort Bremerhaven 5 MW Offshore-Windenergieanlagen und am Standort Stade befindet sich die Rotorblattfertigung.
Werften vor neuen Herausforderungen
Welche Chancen in der Offshore-Technologie auch für alte Technologien liegen, erläuterte Dipl. Ing. Volker Messerschmidt, Bereichsleiter Offshore, SIAG Nordseewerke GmbH. „Auf bisher einmalige Weise entsteht am ehemaligen Werftstandort Europas größtes Produktionswerk für Komponenten für die Offshore-Branche mit einer Freifläche von insgesamt 550.000 m² und einer Produktionsfläche von 75.000 m². Der Umbau von einer renommierten Werft mit über hundertjähriger Tradition zu einem zukunftsfähigen Hochtechnologie-Standort der Zulieferindustrie für die Offshore-Branche ist ein Vorzeigeprojekt für die zukünftige Entwicklung im Bereich der Offshore- Energie, zeigt sich Messerschmidt überzeugt.

„Die SIAG fertigt am Standort in Emden Windkrafttürme, Maschinen- und Generatorträger sowie Transition Pieces und Gründungsstrukturen für Offshore-Windkraftanlagen und Offshore-Umspannplattformen. Durch die Verlängerung der Halle 117 auf eine Hallenlänge von 262 m entsteht eine komplette Serienlinie Turmfertigung unter einer Halle. Komplettiert wird der Geschäftsbereich „Maritime Systeme/Offshore“ durch die SIAG Engineering in Emden. Als Full-Service Anbieter unterstützt die SIAG die komplette Projektentwicklung bis zur Realisierung und darüber hinaus“.

Anspruchsvolle Logistik erfordert Zusammenarbeit über Grenzen hinweg
Die Offshore-Thematik führt ebenso zur intensiven Zusammenarbeit über Grenzen hinweg, wie Florian Wetzig von der FRS Offshore auf der Greundiek beschrieb. „ Das Flensburger Unternehmen FRS Offshore und WindCat Workboats aus IJmuiden/Niederlande gründen in den kommenden Wochen ein Joint Venture, um künftig gemeinsam Workboats auf dem deutschen Offshore Markt anzubieten. Mit Blick auf die umfangreichen Erfahrungen beider Unternehmen positioniert sich damit ein kompetenter Dienstleiter auf dem wachsenden Markt für Logistik-Dienstleistungen im Bereich Wind Offshore“. Auf der Husum WindEnergy werden sich die beiden Unternehmen erstmals gemeinsam präsentieren.
Schleswig-Holstein goes offshore
Schleswig-Holstein, das Land zwischen den Meeren, ist immer noch Windstandort Nummer 1. Über 7.000 Beschäftigte arbeiten in mehr als 200 Unternehmen insbesondere in der Onshore-Branche. Jahrzehntelange Erfahrung der Akteure können nun auf den Offshore-Sektor adaptiert werden. Sieben Offshore-Parks sind im sogenannten Sylt- und Helgoland-Cluster vor der Küste des Landes genehmigt. Der Baubeginn des ersten Parks wird im nächsten Jahr beginnen. Milliardeninvestitionen besonders vor der Haustür der strukturschwachen Westküste werden in den nächsten Jahren getätigt.

Damit eine maximale regionale Wertschöpfung für Schleswig-Holstein generiert werden kann, hat die Netzwerkagentur windcomm schleswig-holstein eine Offshore-Strategie mit 23 Handlungsempfehlungen zur Standortentwicklung formuliert. „Wir gehen davon aus, dass im Service-& Wartungsbereich sowie bei der Großkomponentenproduktion ca. 2.000 neue Arbeitsplätze entstehen können“, gibt sich Martin Schmidt, Geschäftsführer des windcomm schleswig-holstein e.V. zuversichtlich.

Für Rückfragen:
Klaus Lorenz
Pressesprecher HUSUM WindEnergy
Tel.: +49 (0) 2182-5 78 78-0
E-Mail: lorenz@husumwindenergy.com

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Klaus Lorenz Messe Husum

Weitere Informationen:

http://www.husumwindenergy.com

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