Medizintechnik-Firmen machen mehr Umsatz / Branchenplus bei 6 %

Die Innovationsleistungen und das Einsparpotential der Medizintechnik-Branche müssen endlich einen angemessenen Stellenwert erhalten – das forderte Volker Wagner, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed), im Vorfeld der Medizinfachmesse Medica 2001 im Gespräch mit der „Ärzte Zeitung“.

Die Medizinprodukte-Industrie sei eine sehr innovative Branche, betonte Volker Wagner. „Mehr als 50 Prozent der Produkte sind weniger als drei Jahre alt.“ Im ersten Halbjahr haben die 180 Mitgliedsunternehmen des Branchenverbands BVMed einen Umsatz von 3,8 Milliarden DM erzielt – das sind 6,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei wuchs das Inlandsgeschäft um 5,4 Prozent, der Export aber deutlich stärker um 10,1 Prozent.

Im Inland indes sieht Wagner wenige Wachstumsimpulse. Dagegen profitiere die Branche beim Export vom hohen Dollarkurs. Zudem sei den US-amerikanischen Anbietern der Markt im Nahen und Mittleren Osten weggebrochen. Diese Lücke fülle jetzt aber die deutsche Konkurrenz.

In Deutschland hingegen gingen die Erträge bei Verbrauchsgütern kontinuierlich zurück, beklagte Wagner. Ein wichtiger Grund seien die zunehmenden Zusammenschlüsse bei Krankenhäusern und Einkaufsringe im stationären Sektor. „Das drückt auf die Preise“, so seine Darstellung. Bei den Investitionsgütern sehe die Ertragslage besser aus.

In den öffentlichen Diskussion würden Innovationen leider immer noch mit Kostensteigerungen gleichgesetzt. „Wir müssen in Zukunft stärker die volkswirtschaftlichen Kosten sehen und nicht nur die Stückkosten einzelner Produkte“, sagte Wagner.

Langfristig senke der Einsatz innovativer Produkte Behandlungs- und Folgekosten und erhöhe zudem die Lebensqualität der Patienten. Wagner: „Deutschland braucht innovationsfreundlichere Rahmenbedingungen, damit neue Behandlungsmethoden und Produkte entwickelt werden können und den Patienten schneller zur Verfügung stehen.“

Notwendig sei eine engere Zusammenarbeit von Politik, Leistungserbringern, Kostenträgern, Wissenschaft und Wirtschaft. „Etwaige Berührungsängste sollten wie in anderen Ländern auch überwindbar sein.“

Die Medizinprodukte-Industrie brauche in den Bundesausschüssen „Ärzte Krankenkassen“ und „Krankenhaus“ Antrags-, Mitwirkungs- und Einspruchschancen, forderte Wagner, der Vertriebsdirektor bei B. Braun Melsungen ist. Nur so lasse sich die notwendige Transparenz bei der Technologiebewertung herstellen.

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