Elektrochemie: Großes Potenzial für die Zukunft

Spezialisten in Deutschland fehlen

Auf der Achema, dem Internationalen Ausstellungskongress für Chemische Technik, Umweltschutz und Biotechnologie, stellt sich das Fraunhofer-Netzwerk Elektrochemie heute, Donnerstag, erstmals vor. Elektrochemische Verfahren sind in Energie- und Oberflächentechnik, Sensorik, Analytik oder Life Sciences im Einsatz und werden beinahe in allen Industriebranchen angewendet. Für die Zukunft haben elektrochemische Anwendungen ein großes Potenzial. „Dennoch fehlen in Deutschland gut ausgebildete Elektrochemie-Fachkräfte, obwohl erheblicher Forschungsbedarf besteht“, so Michael Krausa, vom Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie Bereich Angewandte Elektrochemie, im Gespräch mit pressetext. Die Teilnahme an der Achema stelle einen ersten Schritt dar, um die Bedeutung der Elektrochemie wieder zu stärken, so Krausa.

Es fehle besonders an präzise ausgebildeten Elektrochemikern im Bereich der Batterien, Elektrokatalyse, Sensorik und der galvanischen Industrie. Viele Lehrstühle wie in Düsseldorf, Dresden, Karlsruhe und Oldenburg werden einfach nicht wieder besetzt, erläutert Krausa weiter. Ein Beispiel für den dadurch auch entstehenden Kompetenzschwund sind Batterien und Akkus. Sie werden in Asien produziert und nicht mehr in Deutschland. Doch gerade dieser Markt wächst durch die erhöhte Nachfrage nach Camcordern, MP3-Playern und Handys. Deutschland könne dem Preisdruck der asiatischen Produzenten in dieser Branche nicht standhalten, aber es habe eine Chance bei der Produktion von qualitativen und zuverlässigen Spezialbatterien wie beispielsweise für die Medizin-Branche, erklärt Krausa.

Batterien weisen, im Vergleich zu den heute am stärksten propagierten elektrochemischen Systemen Brennstoffzellen, vor allem Vorteile in der hohen Leistungsdichte, beim Einsparen von Energie auf kleinen Raum und der Abgabe von hohen Leistungen, die zum Beispiel für Akkubohrer oder -schleifgeräte und Hybridfahrzeuge notwendig sind. Elektrochemische Verfahren finden derzeit Anwendung im Korrosionsschutz von Metallen, bei Sensorsystemen zur Blutzuckermessung, in Starterbatterien, als Elektronik in Türöffnern, Tauchlack-Lackierung oder Brennstoffzellen. Auch die optischen Anwendungen wie beispielsweise felxible selbstabdunkelnde Materialien, die auf Scheiben aufgebracht werden können, sind ein riesiger Zukunftsmarkt elektrochemischer Produkte. Momentan testen die Forscher, wie sich die Stromlieferanten weiter verbessern lassen. Sie testen neue Elektrolyte, die auch bei Hitze nicht verdampfen, Akkus nicht aufblähen und zerstören. Ebenfalls geforscht wird an neuen Elektrodenmaterialien. Weitere Einsatzgebiete für künftige Hochenergie-Akkus sehe Krausa in medizinischen Sensoren auch für die mobile Patientenbeobachtung oder beispielsweise Prothesen.

Ansprechpartner für Medien

Ines Gerasch pressetext.austria

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Besser kleben im Leichtbau

Projekt GOHybrid optimiert Hybridverbindungen Leichtbau ist in der Mobilitätsbranche essentiell. Im Zuge der Mischbauweise mit Leichtmetallen und Faser-Kunststoff-Verbunden rücken hybride Klebverbindungen in den Fokus. Aufgrund der unterschiedlichen Wärmeausdehnungen der Materialien…

Benchmark für Einzelelektronenschaltkreise

Neues Analyseverfahren für eine abstrakte und universelle Beschreibung der Genauigkeit von Quantenschaltkreisen (Gemeinsame Presseinformation mit der Universität Lettland) Die Manipulation einzelner Elektronen mit dem Ziel, Quanteneffekte nutzbar zu machen, verspricht…

Solarer Wasserstoff: Photoanoden aus α-SnWO4 versprechen hohe Wirkungsgrade

Photoanoden aus Metalloxiden gelten als praktikable Lösung für die Erzeugung von Wasserstoff mit Sonnenlicht. So besitzt α-SnWO4 optimale elektronische Eigenschaften für die photoelektrochemische Wasserspaltung, korrodiert jedoch rasch. Schutzschichten aus Nickeloxid…

Partner & Förderer