Positive CeBIT-Bilanz der Uni Ulm – Lebhaftes Interesse an semantischen Technologien

Liebig hatte dort gemeinsam mit seinen Kollegen Olaf Noppens und Timo Weithöner von ihnen entwickelte Lösungsansätze für eine intelligente Informationsverarbeitung präsentiert und zwar eben im Umfeld der so genannten semantischen Technologien.

Sie ermöglichen, Wissen automatisch zu interpretieren und daraus neues Wissen abzuleiten. Dabei gehen Methoden und Verfahren weit über die herkömmliche Speicherung und Verwaltung von Daten hinaus. So stehen nicht die Daten alleine im Vordergrund, sondern ihre Bedeutung und ihr Zusammenhang.

Versteckte Zusammenhänge zum Beispiel werden durch Schlussfolgerungen automatisch erschlossen und übersichtlich visualisiert. „Selbst komplizierte Abhängigkeiten können wir damit einfach und übersichtlich darstellen“, sagt Dr. Liebig, nennt freilich noch weitere gewichtige Vorteile verschiedener im Ulmer Uni-Institut entwickelter Referenzmodelle: Einen effektiven Zugriff auf zugrunde liegende Wissenszusammenhänge nach inhaltlichen Kriterien etwa, die Verknüpfung selbst großer Datenmengen mit einem auf die jeweiligen Anforderungen abgestimmten Wissensnetz sowie die Integration heterogener und verteilter Datenquellen. „Insgesamt qualitativ deutlich verbesserte Suchergebnisse insbesondere in großen Datenbeständen“, so der junge Wissenschaftler.

Unter IT-Fachleuten sei denn auch inzwischen unstrittig, dass sich diese unter anderem von der Bundesregierung geförderte Technologie schnell durchsetzen werde. „Unsere Messebesucher waren daran ausnahmslos sehr interessiert, viele hatten sich damit sogar schon beschäftigt“, berichtet Liebig, „jedenfalls hatten wir eine große Zahl interessanter Gespräche“. Nicht nur mit IT-Experten einiger namhafter Unternehmen übrigens. Lebhaftes Interesse signalisierte dem Ulmer Informatiker-Trio auch die Polizei-Führung eines großen Bundeslandes.

Für die Wissenschaftler eher überraschend, aber durchaus naheliegend: „Eigentlich liegt hier der Bedarf an einem effizienten Wissensmanagement auf der Hand“, meint Dr. Thorsten Liebig, „für die Fahndung in umfangreichen Datenbeständen bietet sich unsere Lösung geradezu an“. Tatbestände, Delikte, Personendaten, Täterprofile und einige Daten mehr, vor allem aber ihre Zusammenhänge ließen sich damit problemlos ermitteln und visualisieren. Wie auch immer: Eine Einladung zu einer detaillierten Präsentation auf höchster Ebene liegt den Ulmer Wissenschaftlern bereits vor.

Das breite Spektrum potenzieller Anwendungsbereiche neben Industrie und Polizei unterstreicht Liebig zufolge ferner das Interesse mehrerer Verlage an einer weiteren in Hannover präsentierten Demo-Version, einem so genannten „News Browser“.

Er ermöglicht zielgerichtetes Suchen und Navigieren in Nachrichten im Verbund mit einer Vielzahl gespeicherter Informationen. Insofern für Liebig keine Überraschung, dass sich zudem verschiedene Medien für das Ulmer CeBIT-Angebot interessierten, darunter auch wichtige Fachzeitschriften. Und, für die drei Wissenschaftler besonders erfreulich: „Ein namhafter Verlag plant sogar ein Fachbuch über das Thema.“

Weitere Informationen: Dr. Thorsten Liebig, Tel. 0731/50-24207, Olaf Noppens, Tel. 0731/50-24113, Timo Weithöner, Tel. 0731/50-24109

Media Contact

Willi Baur idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Messenachrichten

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Analyse von Partikeln des Asteroiden Ryugu liefert überraschende Ergebnisse

Eine kleine Landekapsel brachte im Dezember 2020 Bodenpartikel vom Asteroiden Ryugu zur Erde – Material aus den Anfängen unseres Sonnensystems. Gesammelt hatte die Proben die japanische Raumsonde Hayabusa 2. Geowissenschaftler…

Kollision in elf Millionen Kilometern Entfernung

Die im letzten Jahr gestartete NASA-Raumsonde DART wird am 27. September 2022 um 1.14 Uhr MESZ in elf Millionen Kilometer Entfernung von der Erde erproben, ob der Kurs eines Asteroiden…

Wie die Erderwärmung astronomische Beobachtungen beeinträchtigt

Astronomische Beobachtungen mit bodengebundenen Teleskopen sind extrem abhängig von lokalen atmosphärischen Bedingungen. Der menschgemachte Klimawandel wird einige dieser Bedingungen an Beobachtungsstandorten rund um den Globus negativ beeinflussen, wie ein Forschungsteam…

Partner & Förderer