Geschäftsmodell Upcycling: Aus Airbag wird Rucksack

Adrian Goosses, Michael_Widmann (v.l.n.r.) Foto: Airpaq

Ein Sitzmöbel aus alten Autoreifen: Das war die erste Idee für das Upcycling-Projekt, das Adrian Goosses und Michael Widmann an der Uni in Rotterdam entwickelt hatten. Als sie aber bei ihrem Streifzug über den Schrottplatz einen Airbag in die Finger bekamen, entstand ein neue Plan:

Geboren war die Idee des Airpaqs – ein trendiger Rucksack, gefertigt aus einem ausgemusterten Airbag und dem Sicherheitsgurt eines Autos.

Schon die ersten Einzelstücke, von den beiden Studenten in aufwändiger Handarbeit produziert, kamen so gut an, dass Goosses und Widmann aus dem Uniprojekt schnell eine Firma machten. Per Crowdfunding sicherten sich die beiden Existenzgründer 70.000 Euro für ihre Geschäftsidee.

„Wichtig waren uns nachhaltige Rohstoffe, gewonnen durch Upcycling und faire Produktionsbedingungen“, sagt Goosses. Erstes Hauptziel der Jungunternehmer: eine günstige Quelle für die Rohstoffe zu finden.

Industrielles Upcycling zu fairen Bedingungen

Die Airbags und Sitzgurte bezieht das Startup heute als Ausschussware von einem großen Airbag-Hersteller. Die Gurtschlösser recyclen die Gründer vom Schrottplatz. Für einen Airpaq benötigt man in etwa das Material aus einem Auto: zwei Airbags, vier Sicherheitsgurte und ein Gurtschloss.

Ein Airpaq mit Rollverschluss fasst bis zu 22 Liter. Jeder Rucksack ist ein Unikat mit Strichcodes aus den Original-Airbags, verschiedenen Gurtschlossvarianten und Sitzgurtmustern. Die passende Näherei fanden die Existenzgründer in Rumänien.

Und schließlich galt es, einen Online-Auftritt zu entwerfen, eine E-Mail-Lösung zu suchen und Speicherplatz zu buchen. Anfangs halfen sich die beiden noch mit Freeware-Lösungen für Dokumenten-Management und E-Mail.

Doch uneinheitlich formatierte Dokumente erschwerten den Austausch. Und unterwegs offline zu arbeiten, war nicht möglich – alles andere als optimal, arbeitet Goosses doch in Köln, Widmann in Norditalien und die Designerin in Rumänien.

„Deshalb war schnell klar: Wir brauchten eine professionelle Kommunikationslösung“, sagt Widmann. „Und Support bei der Implementierung.“

Keine Anschaffungskosten, einfacher Wechsel

Hilfe erhielt Airpaq bei der Telekom. Deren Existenzgründerprogramm unterstützt junge Unternehmen mit Webshops, Büro-Software oder Cloud-Speicher samt Support.

Statt hohe Einmalbeträge in Lizenzen zu investieren, nutzt das kreative Startup jetzt Microsoft Office 365 und hat immer die aktuellen Versionen von Word, Excel, Outlook, Power Point und Co verfügbar.

Über Lizenzen und Serverbetrieb müssen sich die beiden nicht kümmern, alles läuft direkt in der Telekom Cloud.

„Mit dem Microsoft Planner organisieren wir anstehende Aufgaben und weisen sie dem Verantwortlichen zu“, sagt Widmann.

„So können wir auch schneller auf Kundenanfragen reagieren, weil jeder genau sieht, ob sich schon jemand kümmert.“

Die Dokumente liegen online im SharePoint. Verschiedene Versionen von Dokumenten als E-Mail-Anhang hin und her zu schicken, ist damit nicht mehr nötig. Auf Reisen aktualisieren sich alle Dateien automatisch, sobald der Benutzer wieder online ist. Der Wechsel von der Freeware zu Office war mit Hilfe des Service-Teams der Telekom unproblematisch.

Airpaq ist nachhaltig auf Erfolgskurs: Das Unternehmen verkauft inzwischen rund 400 Rucksäcke pro Monat und hat außerdem das Sortiment erweitert. Das Sortiment umfasst jetzt auch den Turnbeutel Baq und die Bauchtasche Hip Baq.

Über Airpaq:

Vom Studentenprojekt über die Crowdfunding-Kampagne zum Rucksack-Label: Seit 2017 folgt Airpaq dem Upcycling-Gedanken und schenkt aussortierten Airbags, verschrotteten Sicherheitsgurten und alten Gurtschlössern ein neues Leben: Airpaq designt Rolltop-Rucksäcke, die durch minimalistisches Design und maximale Funktionalität zu alltagstauglichen Begleitern werden – Unikate, die mehr als Verantwortung tragen.

Media Contact

Melanie Engelen Airpaq

Weitere Informationen:

https://deutsch.airpaq.de/

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