Schweiz: Nationale Förderung für Computational Sciences an der Universität Basel

Die HP2C-Initiative am Swiss Center for Scientific Computing (CSCS) in Lugano, einer Institution des ETH-Bereichs, will Projekte zu wissenschaftlichen Fragestellungen fördern, die mit der momentan existierenden Rechnerleistung nur sehr schwer oder kaum zu bearbeiten sind. Dabei handelt es sich um Probleme, die zu ihrer Lösung sogenannte Petascale Computing Platforms benötigen: Computercluster mit einer Leistung von mehr als einem Petaflop pro Sekunde – das sind 10^15 sogenannte Floating Point Operations – zum Beispiel Multiplikationen – pro Sekunde.

Nun wurden gesamtschweizerisch neun wissenschaftliche Projekte ausgewählt, die diese Rechnerkapazitäten zur Lösung benötigen, in der Absicht, dass die beteiligten Forschungsgruppen auch die entsprechenden Programmierstrukturen entwickeln. Von den neun geförderten Projekte stammen drei von der Universität Basel, die damit äusserst erfolgreich abgeschnitten hat, was ihr Kompetenzzentrum für Computational Sciences entsprechend auszeichnet. Je zwei weitere Projekte sind an der Universität Zürich und an der ETH Lausanne angesiedelt und je eines an den Universitäten Genf und Lausanne.

Die drei ausgewählten Projekte der Universität Basel stammen aus den Bereichen Informatik/Mathematik und Physik:

* PETAQUAKE – Large-Scale Parallel Nonlinear Optimization for High Resolution 3D-Seismic Imaging; PD Dr. Olaf Schenk, Prof. Helmar Burkhart (Informatik) / Prof. Marcus Grote (Mathematik). Die Universität Basel ist Leading House, Co-Investigator Prof. Domenico Giardini (ETH Zürich).

* Stellar Explosions – Productive 3D Models of Stellar Explosions; SNF-Prof. Matthias Liebendörfer (Theoretische Astrophysik). Die Universität Basel ist Leading House, Co-Investigator Prof. Martin J. Gander (Universität Genf).

* Large scale density functional electronic structure calculations in a systematic wavelet basis set; Prof. Stefan Goedecker (Computational Physics).

Mit dieser Förderung geht das CSCS erstmals über seine ursprüngliche Aufgabe hinaus, Forschungsgruppen an schweizerischen Hochschulen Rechenzeit auf seinen Hochleistungsrechnern zur Verfügung zu stellen. Mit der HP2C-Initiative wird auch die Finanzierung für herausragende Projekte bereitgestellt, welche die Forschungslandschaft in der Schweiz auf die Nutzung der nächsten Computergeneration (erwartet für 2012/2013) vorbereiten, welche die Petaflop-Grenze erreichen werden.

Weitere Auskünfte
Christoph Dieffenbacher, Öffentlichkeitsarbeit der Universität Basel, Tel. 061 267 30 15, E-Mail: ch.dieffenbacher@unibas.ch

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Christoph Dieffenbacher idw

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