Open Innovation: Fraunhofer-Forscherin erhält Award für Dissertation

Auf der ISPIM-Konferenz in Barcelona nahm Dr. Sabine Brunswicker den Preis für die beste Dissertation entgegen. © ISPIM<br>

Wie können Unternehmen externe Ressourcen für Innovationen und Technologiebeschaffung erfolgreich nutzen? Wie gelingt es, das Potenzial von neuen Ideen zu testen, weiterzuentwickeln und zu kommerzialisieren, wenn dabei externe Partner im Spiel sind? Wie steuert man komplementäre Beziehungen zu Innovationspartnern? Und welche Risiken birgt Open Innovation?

Die Antworten auf diese Fragen erforscht Dr. Sabine Brunswicker seit einigen Jahren am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO. Für ihre Dissertation »An Empirical Multivariate Examination of the Performance Impact of Open and Collaborative Innovation Strategies« wurde ihr nun auf der »ISPIM Conference« in Barcelona der »ISPIM Wiley Innovation Management Dissertation Award« verliehen. In ihrer Abhandlung zeigt sie erstmals den Einfluss unterschiedlich offener Innovationsmodelle auf die Innovationsleistung eines Unternehmens.

Die wichtigsten Ergebnisse: Eine offene Strategie kann eine positive Wirkung haben, birgt aber auch Risiken, wenn nicht gleichzeitig neue Kompetenzen aufgebaut werden. Unternehmen sollten darauf achten, Open Innovation ausreichend in ihrer Gesamtstrategie zu verankern, Schnittstellen zum internen Innovationsprozess zu schaffen und den Erfolg mit Controlling-Prozessen messbar zu machen. Ganz wichtig ist auch der Umgang der Mitarbeiter mit den externen Partnern, also die kulturelle Ebene. Vertrauen spielt gerade im Mittelstand für die Steuerung und Koordination eine große Rolle. Laut Brunswicker lohnen sich Open-Innovation-Methoden vor allem für Branchen mit längeren Innovationszyklen und einer hohen Sicherheit für geistiges Eigentum.

Motivation für Frauen in der Forschung
Auch die Fraunhofer-Gesellschaft wird die Ergebnisse der Untersuchung intern umsetzen, doch für die Organisation ist die Doktorarbeit auch in anderer Hinsicht von großer Bedeutung, wie Präsident Hans-Jörg Bullinger betont: »Sabine Brunswicker leistet mit ihrer ausgezeichneten Dissertation nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Innovationsmanagement von Unternehmen, sondern macht auch deutlich, dass Frauen in der Forschung international eine hohe Anerkennung erfahren. Deshalb freuen wir uns besonders über diesen Preis und hoffen, dass Erfolgsgeschichten wie diese viele junge Wissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen motivieren und noch mehr junge Frauen für diesen Beruf begeistern können.«
Zur Person:
Dr. Sabine Brunswicker studierte Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Maschinenbau an der TU Darmstadt, absolvierte den Master of Commerce an der University of New South Wales, lehrte an der European School of Business und promovierte 2011 im Bereich Innovationsmanagement. Heute leitet sie am Fraunhofer IAO den Kompetenzbereich Open Innovation.

Zum Preis:

Ausschlaggebend für eine Auszeichnung mit dem ISPIM-Wiley-Dissertationspreis ist der Einfluss der Arbeit auf zukünftige Forschungsfelder, die methodische Qualität und die erfolgreiche Kommunikation der Forschungsergebnisse in Wissenschaft und Praxis. Insgesamt wurden 155 im Jahr 2011 abgeschlossene Dissertationen für den mit 1500 Euro dotierten Preis eingereicht und in einem neutralen double-blind Verfahren ausgewählt. Gefördert wird er von John Wiley & Sons, einer international tätigen, wissenschaftlichen Verlagsgruppe. Die ISPIM ist ein Netzwerk aus Forschern, Wirtschaftsvertretern, Beratern und öffentlichen Personen mit einem gemeinsamen Interesse an Innovationsmanagement. Gegründet 1983, ist sie die älteste, größte und aktivste Innovationsgesellschaft Europa

Ansprechpartner für Medien

Dr.-Ing. Sabine Brunswicker Fraunhofer-Institut

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