EU-Förderung für Forschungsprojekt zur werteorientierten Cybersicherheit

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Forschungsprojekt CANVAS wollen herausfinden, wie die Balance zwischen Digitalisierung und Cybersicherheit im Sinne demokratischer Grundwerte gelingen kann.

Drei konkrete Anwendungsbereiche werden im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen: Gesundheitswesen, Finanzwesen und nationale Sicherheit – jeweils mit ihren spezifischen Herausforderungen für die Verbindung von Cybersecurity und Ethik.

„Im Gesundheitswesen fallen hochsensible Daten an, die ausreichend geschützt werden müssen, deren Austausch gleichzeitig aber ein hohes Potenzial für Effizienzsteigerungen verspricht“, erklärt Prof. Dr. Hannes Federrath, Leiter der Arbeitsgruppe Sicherheit in verteilten Systemen an der Universität Hamburg.

Die Digitalisierung führe zudem zu einer Umwälzung des Finanzwesens, das gleichzeitig ein lukratives Ziel für Cyberkriminelle sei. Und schließlich stellten Polizei und nationale Sicherheit besonders hohe Ansprüche an Datensicherheit und müssten sich auf neue Herausforderungen wie den „Cyberwar“ einstellen. „Wir brauchen eine werteorientierte Diskussion über die Gestaltung der Digitalisierung“, so Federrath.

Marit Hansen, Leiterin des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz Schleswig-Holstein, ergänzt: „Seit Jahrzehnten betonen wir, wie wichtig eingebauter Datenschutz (Privacy by Design) ist. Die Europäische Datenschutz-Grundverordnung aus dem Frühjahr 2016 hat dies nun explizit aufgenommen. Es hat sich gezeigt, dass Gestaltung von Technik und Recht nach den fundamentalen Werten unserer Gesellschaft leider keine Selbstverständlichkeit ist. Mit dem CANVAS-Projekt wollen wir bei Technikgestaltern und politischen Entscheidungsträgern den Blick für die Menschenrechte schärfen. Wir werden daher die Erfahrungen des ULD zu praxistauglichen Lösungen für guten Datenschutz einbringen.“

Neben der Universität Hamburg und dem ULD sind unter anderem die Universitäten Zürich und Dublin beteiligt. Im Rahmen von CANVAS ist zudem die Etablierung gemeinsamer Workshops von Ethik-, Menschenrechts- und Datenschutzexpertinnen und -experten sowie Firmen für die Entwicklung und den Betrieb von Cybersecurity-Lösungen geplant.

Die Universität Hamburg und das ULD arbeiten außerdem eng in den vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekten „AN.ON-Next – Anonymität Online der nächsten Generation“ und „AppPETs – Datenschutzfreundliche Smartphone-Anwendungen ohne Kompromisse“ zusammen, die auf Verbesserungen des Datenschutzes im Internet zielen.

Für Rückfragen:
Prof. Dr. Hannes Federrath
Universität Hamburg
Fachbereich Informatik
Telefon: +49 40 42883-2358
E-Mail: federrath@informatik.uni-hamburg.de

Marit Hansen
Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein
Telefon: +49 431 988-1200
E-Mail: mail@datenschutzzentrum.de

https://www.uni-hamburg.de/presse/pressemitteilungen/2016/pm52.html

Media Contact

Birgit Kruse idw - Informationsdienst Wissenschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Nanowirbel mit besonderer Eigenschaft

In manchen magnetischen Materialien lassen sich wirbelförmige Nano-Strukturen erzeugen: sogenannte Skyrmionen. Forschende am PSI haben nun erstmals antiferromagnetische Skyrmionen erschaffen und nachgewiesen. Ihre Besonderheit: In ihnen sind entscheidende Bausteine gegenläufig…

Meeresspiegelanstieg: Stabilitäts-Check der Antarktis offenbart enorme Risiken

Je wärmer es wird, desto rascher verliert die Antarktis an Eis – und viel davon wohl für immer. Dies hat ein Team des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, der Columbia University und…

In Wäldern nicht aufräumen

Bitte nicht stören: Nach Waldbränden, Borkenkäferbefall oder anderen Schädigungen sollte in den betroffenen Wäldern nicht aufgeräumt werden. Das schreibt ein Forschungsteam in „Nature Communications“. Stürme, Brände, Borkenkäfer: Weltweit sind viele…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close