Forschungsfleiß mit 15.000 Euro belohnt

Ein Wissenschaftler des Mannheimer Universitätsklinikums kann sich über eine nachhaltige Unterstützung seiner Forschungsarbeit freuen: Der Mikrobiologe Dr. Claudio Kupfahl ist [im September 2007] mit dem Dr.-Manfred-Plempel-Stipendium ausgezeichnet worden. Den damit verbundenen Geldbetrag in Höhe von 15.000 Euro investiert er in ein Forschungsprojekt über ein Schimmelpilz-Gift. Vergeben wird das Stipendium von der „Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft“.

Dr. Kupfahl arbeitet seit 2004 am Mannheimer Universitätsklinikum, und zwar in dem von Professor Dr. Herbert Hof geleiteten Institut für Mikrobiologie und Hygiene. In seiner Forschungstätigkeit befasst er sich mit einem häufig vorkommenden Schimmelpilz: Dem Aspergillus fumigatus, der insbesondere bei immungeschwächten Menschen schwere Erkrankungen hervorrufen kann. Doch die Diagnose, ob eine Infektion mit diesem Pilz vorliegt, gestaltet sich bislang sehr schwierig. Der Mannheimer Mikrobiologie geht nun der Frage nach, inwieweit ein von Aspergillus gebildetes Gift, das Gliotoxin, den Ärzten auf die Spur solch einer Infektion helfen kann.

Gelingt der Nachweis von Gliotoxin beispielsweise im Blut, ist dies ein sicheres Zeichen, dass sich der Schimmelpilz Aspergillus im Körper angesiedelt hat. Doch produziert dieser Schimmelpilz im Körper eines Menschen immer Gliotoxin? Und wenn ja, in welcher Menge? Sind die Messmethoden empfindlich genug, um das Pilzgift nicht zu übersehen? Diese Fragen will Kupfahl beantworten, denn eine bessere Kenntnis dieser Zusammenhänge erleichtert die Diagnostik einer Aspergillus-Infektion möglicherweise ganz entscheidend. Dies ist um so wichtiger, als eine Pilzinfektion möglichst frühzeitig erkannt werden muss, damit eine gezielte Therapie rechtzeitig erfolgt.

Das Stipendium ist nach Dr. Manfred Plempel benannt, der als Forscher beim Chemie- und Pharmaunternehmen Bayer ein häufig angewandtes Mittel gegen Fuß- und Hautpilz entwickelt hat.

Unter Mykologie versteht man die Erforschung von Pilzen – Biologen widmen sich dabei meist den botanischen Pilzen, wie sie beispielsweise im Wald wachsen; Mediziner konzentrieren sich dagegen auf Schimmelpilze, die beispielsweise auf verdorbenen Lebensmitteln gedeihen, sowie auf Hefen. Eine strikte Trennung gibt es zwar nicht, ein Anhaltspunkt ist jedoch die Größe der Pilze: Während die einen makroskopisch, also mit dem bloßen Auge sichtbar sind, sind die anderen nur mikroskopisch, also unter Vergrößerung erkennbar. Die „Deutschsprachige Mykologische Gesellschaft“ vereint insbesondere diejenigen Wissenschaftler, die sich den medizinisch bedeutsamen Pilzen widmen – dazu zählen Berufsgruppen wie Mikrobiologen, Onkologen, Dermatologen und Gynäkologen.

Darüber hinaus verlieh die „Deutschsprachige Mykologische Gesellschaft“ Kupfahl ihren mit 1.000 Euro dotierten diesjährigen Wissenschaftspreis. Die Übergabe erfolgte am 7. September 2007 bei der Jahrestagung dieser Fachgesellschaft in Leipzig.

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Klaus Wingen idw

Weitere Informationen:

http://www.klinikum-mannheim.de

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