Portal informiert über dissoziative Störungen

Opferhilfe Niedersachsen unterstützt MHH-Projekt im Internet mit 35.000 Euro


Ein Informationsportal zum Thema „Dissoziative Störungen“ haben Dipl. Psychologin Dr. Frauke Rodewald und Oberärztin Dr. Claudia Wilhelm-Gößling aus der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), Abteilung Klinische Psychiatrie und Psychotherapie, im Internet aufgebaut. Unter der Adresse www.Infonetz-Dissoziation.de können sich Experten, aber auch Patienten und deren Angehörige, umfassend über dissoziative Störungen informieren. „Das Informationsportal bietet Fachleuten aktuelle Behandlungsrichtlinien, einen Überblick über Diagnosetechniken und -instrumente, Literaturempfehlungen sowie eine Auflistung von Weiterbildungsveranstaltungen“, sagt Dr. Claudia Wilhelm-Gößling. „Die Betroffenen wiederum finden Hinweise auf spezifische ambulante und stationäre Therapiemöglichkeiten.“ Das Projekt ist erst dank der Stiftung Opferhilfe Niedersachsen möglich geworden. Die vor fünf Jahren vom Land Niedersachsen gegründete Einrichtung unterstützt seit Juni 2005 den Aufbau des Internetportals mit 35.000 Euro. „Mit dem Informationsportal wollen wir dabei helfen, die thera-peutische Versorgung zu optimieren und mittelfristig den Zeitraum bis zu einer spezifischen Behandlung zu verkürzen“, ergänzt Dr. Frauke Rodewald, denn es sei wissenschaftlich erwiesen, dass eine auf die Störungsbilder zugeschnittene Therapie schneller zum Erfolg führe als eine Standardbehandlung.

Nachdem ein von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördertes Projekt zur Diagnostik dissoziativer Störungen erfolgreich abgeschlossen wurde, wollen Dr. Wilhelm-Gößling und Dr. Rodewald nunmehr die speziellen Therapieangebote wissenschaftlich begleiten und miteinander vernetzen. Das derzeitige Angebot in der MHH umfasst außer einem stationären Kriseninterventionsprogramm eine umfangreiche ambulante Diagnostik und Differenzialdiagnostik mit Beratung über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten. Menschen, die schwere Traumatisierungen durchleben mussten – worunter neben psychischer, physischer und sexueller Gewalt auch Vernachlässigung im Kindesalter zu rechnen ist -, leiden häufig unter dissoziativen Störungen. Die wichtigsten Symptome können ein Gefühl der Entfremdung der Umgebung gegenüber, Gedächtnislücken, und ein Gefühl der Entfremdung von sich selbst sein.

Weitere Informationen zu dem Projekt geben Ihnen Dr. Claudia Wilhelm-Gößling und Dr. Frauke Rodewald unter den Rufnummern (0511) 532-6560 oder (0511) 532-9387.

Ansprechpartner für Medien

Stefan Zorn idw

Weitere Informationen:

http://www.mh-hannover.de/

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