1,43 Millionen Euro für die Umweltforschung

VolkswagenStiftung bewilligt drei weitere Vorhaben in ihrer Initiative zur Nachwuchsförderung in der fächerübergreifenden Umweltforschung

Mit ihrer inzwischen beendeten Initiative zur Nachwuchsförderung in der fächerübergreifenden Umweltforschung zielte die VolkswagenStiftung darauf ab, Defizite auf diesem Gebiet abzubauen – fokussiert auf junge Forscher und die Kooperation unterschiedlicher Wissenschaftsbereiche. Dieser Ansatz kennzeichnet auch die folgenden drei Projekte. Sie konnten sich unter einem Dutzend im vergangenen halben Jahr eingereichter Anträge durchsetzen und werden nun von der VolkswagenStiftung über einen Zeitraum von jeweils drei Jahren gefördert:

1. 468.400 Euro für das Vorhaben „Weidemanagement und Nachhaltigkeit – ökonomischer und ökologischer Erfolg fünf verschiedener Nutzungsformen in einer Savanne Nordnamibias“ am Institut für Völkerkunde der Universität Köln.

Savannen gehören zu den wichtigsten weidewirtschaftlichen Nutzungsflächen der Erde. Das Wissen über die Ökologie der Savannen ist jedoch sehr gering. Von der VolkswagenStiftung mit 468.400 Euro gefördert, untersucht die Ökologin Dr. Anja Linstädter am Institut für Völkerkunde der Universität Köln fünf verschiedene Weidesysteme im Hinblick auf deren Nachhaltigkeit und die aus ihnen resultierenden Störungen des Ökosystems Savanne: und zwar zum einen ein nomadisch genutztes Gebiet, des Weiteren ein Areal innerhalb eines Schutzgebietes, das kommunaler Nutzung unterliegt; drittens eine Farm, die ehemaligen Landarbeitern vom Staat im Rahmen eines Wiederbesiedlungsprogramms zur Verfügung gestellt wurde, ferner eine konservativ bewirtschaftete Rinderfarm sowie eine Jagdfarm mit Wildbestand. Eines der wesentlichen Ziele ist es, die Charakteristika nachhaltiger Nutzungsformen herauszufinden und entsprechende Gemeinsamkeiten festzuhalten. Kooperationspartner der Kölner Forscher sind Wissenschaftler vom Geographischen Institut der Universität Bonn, vom Institut für Biochemie und Biologie der Universität Potsdam, vom Umweltforschungszentrum Leipzig und vom Etosha Ecological Institute in Namibia.

Kontakt:
Dr. Anja Linstädter
Tel.: 0221 – 2940643
E-Mail: a.schulte@uni-koeln.de

2. 476.400 Euro für das Vorhaben „Optimierung von Co-Vergärung in Bezug auf die spezifische Biogasbildung, die Produktqualität und ihre Einbindung in regionale Entsorgungskonzepte“ am Institut für Siedlungswasserwirtschaft sowie am Deutsch-Französischen Institut für Umweltforschung an der Universität Karlsruhe.

476.400 Euro stellt die VolkswagenStiftung bereit für das Vorhaben von Dr.-Ing. Hilke Würdemann vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft der Universität Karlsruhe. Hier geht es um die gemeinsame Vergärung von organischen Abfällen und landwirtschaftlichen Substraten wie Gülle oder schwach schadstoffbelasteten Klärschlämmen. Vorzug solch eines Verfahrens ist neben der Rückführung von Nährstoffen in den Stoffkreislauf die Gewinnung regenerativer Energie. Zugleich heißt das: Energiegewinnung und dezentrale Abfallbehandlung ließen sich kombinieren. Inwieweit das bei diesen Substraten – etwa auch mit Blick auf Wechselwirkungen zwischen den Stoffen oder die Herauslösung vorhandener Schadstoffe – möglich und vor allem ökonomisch sinnvoll ist, soll bei zwei technisch unterschiedlich konzipierten Co-Vergärungsanlagen erprobt werden. Deren Nutzung im laufenden Betrieb ermöglicht die Bremer Nehlsen AG. In einer weiteren Kooperation dann mit dem Deutsch-Französischen Institut für Umweltforschung an der Universität Karlsruhe will die Wissenschaftlerin ökonomischen Fragestellungen hinsichtlich der Substratzufuhr, der Verfahrenskonzeption und der Absatzsicherung für die Vergärungsprodukte nachgehen.

Kontakt:
Dr.-Ing. Hilke Würdemann
Tel.: 0721 – 608-2457
E-Mail: hilke.wuerdemann@bau-berm.uni-karlsruhe.de

3. 481.200 Euro für das Vorhaben „Ökosystem, Sozialstruktur und Wirtschaftsweise im mittelalterlichen Altbaiern“ am Institut für Vor- und Frühgeschichte und Provinzialrömische Archäologie der Universität München.

Mit 481.200 Euro gefördert wird ein Vorhaben an der Universität München, das sich von der Archäologie über die historische Agrarökologie, die Anthropologie bis hin zu Archäozoologie und Paläobotanik erstreckt. Dr. Thomas Meier vom Institut für Vor- und Frühgeschichte und Provinzial-römische Archäologie will an Hand von drei Grabungsorten in Altbayern Wechselbeziehungen zwischen Landschaftsstruktur und menschlicher Wirtschafts- und Siedlungstätigkeit untersuchen. Dabei konzentriert er sich auf die Produktion und den Vertrieb landwirtschaftlicher Produkte. Über die Nahrungsmittelproduktion sind Mensch und Umwelt unmittelbar verknüpft, der Konsum ist dann im hohen Maße sozial bestimmt. Der Wissenschaftler fragt insbesondere nach den naturräumlichen Voraussetzungen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Agrar- und Siedlungsstruktur, nach den natürlichen und ökonomischen Bedingungen der landwirtschaftlichen Produktionstechniken, der Ernährungssicherheit und dem Vertrieb von Nahrung nach sozialen Kriterien und nach der siedlungsstrukturellen Organisation. Für das Vorhaben wurden Grabungsplätze bei Kelheim, Petersberg und Unterigling ausgewählt. Flankierend sind geologische Untersuchungen vorgesehen.

Kontakt:
Dr. Thomas Meier
Tel.: 089 – 2180-5548
E-Mail: thomas.meier@vfpa.fak12.uni-muenchen.de

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Dr. Christian Jung idw

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