Drei Frankfurter Alzheimer-Forscher von der AFI mit 200.000 Euro gefördert

Drei Frankfurter Forschungsprojekte werden von der Alzheimer Forschung Initiative e.V. mit einem Fördervolumen von 200.000 Euro bedacht. Die Projekte dienen zur Aufklärung der für Alzheimer typischen Veränderungen im Gehirn, erleichtern die Diagnosestellung und bilden den Grundstein für therapeutische Interventionen.

Zwei der drei Frankfurter Projekte befassen sich mit dem Amyloid-Vorläufer-Protein (APP), das eine bedeutende Rolle bei der Alzheimer-Krankheit (AD) spielt. Eine krankhaft veränderte Spaltung dieses Proteins führt zur Bildung von beta-Amyloid. Dieses Eiweiß lagert sich in Form von Plaques im Gehirn und an den Neuronen ab, tötet schließlich diese Zellen und verursacht so die gefürchtete Neurodegeneration.

Priv.-Doz. Dr. Donat Kögel von der Universitätsklinik Frankfurt, Abteilung Experimentelle Neurochirurgie, beschäftigt sich mit der normalen physiologischen Rolle des APP-Gens. Dabei wird unter anderem der Einfluss von Omega-3-Fettsäuren und Statinen auf die Neuroprotektion untersucht. Das Projekt wird von der AFI mit 80.000 Euro gefördert.

Cholesterin stellt ein erhebliches Risiko für die Entstehung der Alzheimer-
Krankheit dar und beeinträchtigt den Stoffwechsel des Amyloid- Vorläufer-Proteins. Dr. Ritva Tikkanen, ebenfalls tätig am Fachbereich Medizin im Institut für Biochemie II, möchte mit ihrem Projekt die Rolle des Cholesterinstoffwechsels bei der Alzheimer- Krankheit weiter entschlüsseln. Die Forscherin erhält 80.000 Euro für ihre Untersuchungen.
Ein weiteres Projekt befasst sich mit der molekularen und genetischen
Grundlage der Alzheimer-Krankheit. Prof. Dr. med. Thomas Deller vom Institut für klinische Neuroanatomie der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt erhält für ein weiteres Jahr 40.000 Euro. Die Forschergruppe entdeckte bereits Entzündungsvermittler, die für einige der in der Umgebung von Plaques beobachteten neuropathologischen Veränderungen bei Alzheimer-Patienten verantwortlich sein könnten. Des Weiteren wurden in
Kooperation mit anderen Arbeitsgruppen neuartige immuntherapeutische
Strategien zur Verstärkung der Reaktion des Immunsystems auf Amyloid eingesetzt. Aus den ersten Ergebnissen ist eine Verringerung der Amyloidbelastung im Gehirn abzulesen, was Anlass zu der Hoffnung gibt, dass sich eine neue experimentelle Behandlungsstrategie für AD herauskristallisiert.
Im Jahr 2007 wurden bei der AFI 32 Forschungsprojekte eingereicht. Sie wurden durch international anerkannte Alzheimer-Experten begutachtet.

Der wissenschaftliche Beirat der AFI unter Vorsitz von Prof. Dr. med. Konrad Maurer, Universitätsklinikum Frankfurt, traf seine Auswahl aufgrund der Gutachten und nach eingehender Diskussion über den wissenschaftlichen Wert der Projekte. Dieses Jahr kann die AFI mit 480.000 Euro die höchste Summe seit der Gründung des Vereins an Forscher vergeben.

Die AFI ist eine gemeinnützige Organisation, die sich aus Spendengeldern von Privatpersonen finanziert. Seit 1996 unterstützt die Initiative zukunftsträchtige Alzheimer- Forschungsvorhaben. Die AFI hat insgesamt für 66 Forschungsprojekte rund 3,63 Millionen Euro an Spendengeldern bereitgestellt und ist damit der größte private Förderer von Alzheimer-Forschung in Deutschland.

Frankfurt am Main, 17. Dezember 2007

Für weitere Informationen:

Dr. Ellen Wiese
Alzheimer Forschung Initiative e.V.
Fon (0211) – 86 20 66 21
Fax. (0211) – 86 20 66 11
E-Mail e.wiese@alzheimer-forschung.de
Ricarda Wessinghage
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klinikum der J.W. Goethe-Universität Frankfurt/ Main
Fon (0 69) 63 01 – 77 64
Fax (0 69) 63 01 – 8 32 22
E-Mail ricarda.wessinghage@kgu.de

Media Contact

Ricarda Wessinghage idw

Weitere Informationen:

http://www.kgu.de

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreib Kommentar

Neueste Beiträge

Klimawandel verursacht Artensterben im Schwarzwald

Schon heute hinterlässt der Klimawandel in den Mooren im Schwarzwald seine Spuren. Durch steigende Temperaturen und längere Trockenperioden sind dort in den vergangenen 40 Jahren bereits zwei typische Pflanzenarten ausgestorben….

Experiment bildet Elektronentransfer im Molekül ab

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena entwickeln in dem neuen Projekt „Multiskalen Pump-Pump-Probe-Spektroskopie zur Charakterisierung mehrschrittiger Elektronentransferkaskaden“ (kurz: „Multiscale P3S“) eine bisher einzigartige Untersuchungsmethode, um genau unter die Lupe zu…

Leistungstest für neuronale Schnittstellen

Freiburger Forschende entwickeln Richtlinie zur einheitlichen Analyse von Elektroden Wie sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Leistungsfähigkeit neuronaler Elektroden messen und definieren, wenn es keinen einheitlichen Standard gibt? Die Freiburger Mikrosystemtechnikerin…

By continuing to use the site, you agree to the use of cookies. more information

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close