Begründer der Optogenetik mit dem „Brain Prize“ ausgezeichnet

Der diesjährige „Brain Prize“ wird an sechs führende Wissenschaftler für ihre gemeinsame Entwicklung der „Optogenetik“ vergeben, das hat die Grete Lundbeck European Brain Research Prize Foundation heute in Kopenhagen bekannt gegeben.

Unter den Ausgezeichneten ist auch Prof. Dr. Peter Hegemann, Leiter der Arbeitsgruppe Experimentelle Biophysik am Institut für Biologie der Humboldt-Universität zu Berlin, der die Optogenetik entscheidend mitbegründet hat. Dabei handelt es sich um eine revolutionäre Technologie, die das Verständnis komplexer Hirnfunktionen und seiner Erkrankungen vertieft.

Der Brain Prize ist die mit einer Million Euro dotierte dänische Auszeichnung in der Hirnforschung. Neben Peter Hegemann zählen zu den Preisträgern: Ernst Bamberg und Georg Nagel (Deutschland), Gero Miesenböck (Österreich) sowie Ed Boyden und Karl Deisseroth (USA).

Die Entscheidung der Jury begründet deren Vorsitzender, der britische Professor Colin Blakemore: „Unbestritten stellt die optogenetische Steuerung von Nervenzellen den bedeutendsten technischen Fortschritt in den Neurowissenschaften der vergangenen 40 Jahre dar. Sie wird unser Verständnis über neuronale Schaltkreise und deren Bewältigung komplexer Vorgänge wie das Lernen und die Bewegungssteuerung revolutionieren. Außerdem bietet sie möglicherweise einen ganz neuen Ansatz zur Wiederherstellung der Nervenfunktion bei Blindheit oder bei einer Degeneration des Gehirns, sowie zur Behandlung einer ganzen Reihe anderer neurologischer und psychiatrischer Störungen.“

Mittels der Optogenetik lassen sich neurologische Erkrankungen wie Parkinson- und Alzheimer-Krankheit, Epilepsie, Schmerzstörungen, Schizophrenie, ADHD und Suchterkrankungen besser untersuchen. Diese Technologie wird eine zentrale Rolle für das Verständnis dieser Erkrankungen und, im Laufe der Zeit, auch in der Entwicklung möglicher Behandlungen spielen.

DURCHBRUCH DES JAHRZEHNTS

Die Optogenetik, die bereits als Durchbruch des Jahrzehnts gefeiert wird, nutzt Licht zur Steuerung von Nervenzellen (Neuronen), die zuvor gentechnisch verändert und so lichtempfindlich gemacht wurden. Werden diese veränderten Neuronen mit Licht einer bestimmten Wellenlänge angeregt, können sie gezielt an- und abgeschaltet werden.

Die vier europäischen Wissenschaftler Bamberg, Hegemann, Miesenböck und Nagel machten die grundlegenden Beobachtungen und Entdeckungen und entwickelten lichtempfindliche Moleküle, die in bestimmte Arten von Nervenzellen eingeführt werden können. In der Zusammenarbeit mit den Europäern gelang den beiden amerikanischen Preisträgern die Weiterentwicklung des Verfahrens und dessen Einsatz bei lebenden Säugetieren.

ÜBER PETER HEGEMANN

Nach dem Studium der Chemie in Münster und München promovierte Peter Hegemann bei Dieter Oesterhelt am Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried, bevor er als Postdoktorand an die Syracuse University nach New York ging. Nach Stationen in München und Regensburg ist er seit 2005 Professor für Experimentelle Biophysik an der Humboldt-Universität zu Berlin. Peter Hegemann ist Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften und Träger des Zülch-Preises 2012. Gemeinsam mit Georg Nagel wurde er 2013 mit dem Louis-Jeantet-Preis ausgezeichnet. Hegemann ist zudem Preisträger des Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preises 2013, der am Dienstag, 19. März 2013, in Berlin verliehen wird.

Weitere Informationen:
http://www.hu-berlin.de/pr/pressemitteilungen/pm1212/pm_121206_00
ÜBER DEN BRAIN PRIZE
Der „Brain Prize“ ist der weltweit höchstdotierte Forschungspreis in den Neurowissenschaften und wird dieses Jahr zum dritten Mal vergeben. Das Preisgeld stützt die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern in Europa und den USA und trägt so zur Stärkung der internationalen neurologischen Forschungslandschaft bei. Kronprinz Frederik von Dänemark wird den Preis am 2. Mai 2013 feierlich an die Preisträger übergeben.
Weitere Informationen:
http://www.thebrainprize.org
PRESSE
Kostenfreier Fotodownload des HU-Preisträgers:
http://www.hu-berlin.de/pr/medien/aktuell/material/brain-prize-2013/
Geschichte der Optogenetik:
http://www.hu-berlin.de/pr/medien/aktuell/material/brain-prize-2013/geschichte-der-optogenetik

Kontakt

Constanze Haase
Humboldt-Universität zu Berlin
Pressesprecherin
Tel.: 030 2093-2332
E-Mail: constanze.haase@hu-berlin.de
Kim Krogsgaard
Grete Lundbeck European Brain Research Foundation
Geschäftsführer
Ole Maaløes Vej 3
2200 Kopenhagen N
Dänemark
Tel.: (+45) 3917 8240 oder (+45) 2014-8384
E-Mail: kk@thebrainprize.org

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Constanze Haase idw

Weitere Informationen:

http://www.thebrainprize.org

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