Allergie-Forschungspreis: Fachverband würdigt Entwicklung eines neuartigen Asthmamedikaments

Professor Dr. Holger Garn und Dr. Bianca Schaub (Mitte) erhielten auf dem 11. Deutschen Allergiekongress in Berlin den „DGAKI-Forschungspreis“; mit ihnen freuten sich (von links) die Kongresspräsidenten Dr. Jörg Kleine-Tebbe und Professorin Dr. Susanne Lau sowie Professor Dr. Harald Renz, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie. (Foto: Sebastian Semmer. Die Abbildung darf nur im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Preisverleihung verwendet werden)

Die Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) verleiht ihren Forschungspreis alle drei Jahre für wissenschaftliche Leistungen, „die Maßstäbe für die Entwicklung von Klinik oder Grundlagen des Gebietes gelegt haben“.

Mit der Verleihung an Garn würdigt die DGAKI dessen Arbeiten, in denen er einen neuartigen Wirkstoff gegen Allergien erforscht hat. „Ich sehe die Ehrung auch als Anerkennung für die Spitzenforschung auf dem Gebiet der Allergologie und chronischen Entzündungsforschung an der Philipps-Universität“, sagt Garn, der den Forschungsbereich des Instituts für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie am Fachbereich Medizin leitet.

Garn untersucht seit Jahren, welche molekularen und zellulären Mechanismen für allergische Erkrankungen verantwortlich sind, vor allem für allergisches Asthma, aber auch weitere chronische Entzündungserkrankungen. Asthma ist mit zirka 300 Millionen Betroffenen eine der häufigsten Krankheiten weltweit; Experten schätzen, dass etwa 50 Prozent der Betroffenen an allergischem Asthma leiden.

Aus den Forschungsarbeiten des Instituts ist ein neuartiger Wirkstoff hervorgegangen, der ein Schlüsselmolekül allergischer Entzündungsprozesse hemmt – das erste Beispiel einer Medikamentenentwicklung mit einer völlig neuen Wirkstoffklasse, sogenannten DNAzymen. Darunter versteht man künstliche DNA-Moleküle, die enzymatisch aktiv sind. Der Wirkstoff SB010 verhindert die Bildung eines Proteins, das eine allergische Entzündung auslöst und damit für die typischen Asthmasymptome verantwortlich ist.

Garn ist Mitgründer des Unternehmens „sterna biologicals“, das im Jahr 2006 aus der Marburger Universität ausgegründet wurde, um den Arzneimittel-Kandidaten zur Anwendungsreife weiterzuentwickeln. Im vergangenen Jahr belegte eine erste Phase-IIa-Studie die Wirksamkeit des Medikaments bei Asthmapatienten.

Weitere Informationen:
Ansprechpartner: Professor Dr. Holger Garn,
Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie
Tel.: 06421 28-66040
E-Mail: garn@staff.uni-marburg.de

Media Contact

Johannes Scholten idw - Informationsdienst Wissenschaft

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Förderungen Preise

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Das Auto als rollender Supercomputer

Moderne Autos sind mit Elektronik vollgepackt. Das Management der vielen Rechner und Assistenzsysteme ist komplex, zudem erhöhen die Kabelbäume das Gewicht der Fahrzeuge. Fraunhofer-Forschende arbeiten im Verbundprojekt CeCaS an einer…

Digitaler Zwilling für flexible Postsendungen

Biegeschlaffe Postsendungen mit flexibler Verpackung – sogenannte „Polybags“ – stellen Logistiker bei der automatischen Sortierung vor Probleme. Dank moderner Simulationsmethoden gibt es dafür nun eine breit anwendbare Lösung. Wer online…

Klebstoffe aus Federn

Klebstoffe beruhen fast immer auf fossilen Rohstoffen wie Erdöl. Fraunhofer-Forschende haben nun ein Verfahren entwickelt, mit dem der biobasierte Rohstoff Keratin erschlossen wird. Die leistungsfähige Protein-Verbindung ist beispielsweise in Hühnerfedern…

Partner & Förderer