1. AGI-Förderpreis für innovatives Energiekonzept

In den Studiengängen Gebäudeklimatik und Energiesysteme werden dazu innovative Möglichkeiten untersucht. Etwa wie Industriegebäude mit Abfallwärme aus dem Produktionsprozess beheizt werden können; Martin Dietsche (*77) hat diese Fragestellung in seiner Diplomarbeit bearbeitet, die jetzt mit dem 1. Förderpreis der Arbeitsgemeinschaft Industriebau (AGI) ausgezeichnet wurde.

Die Abschlussarbeit des Diplomanden der Gebäudeklimatik beschäftigt sich mit einem konkreten Beispiel. Für die Firma Stihl prüfte er ein Nullwärme-Konzept: Unter welchen Vorraussetzungen ist es möglich, die ohnehin anfallende Wärme des Produktionsprozesses zur vollständigen Beheizung der Büro- und Betriebsgebäude zu nutzen?

Eine komplexe Aufgabenstellung, die nur im Einzelfall gelöst werden könne, so der betreuende Prof. Dr.-Ing. Helmut Ast; allgemein gültige Aussagen seien aufgrund der unterschiedlichen Rahmenbedingungen, die in den verschiedenen Industriebranchen herrschen, nicht möglich. Als Basis seiner Betrachtung erarbeitete der Diplomand zunächst eine umfassende Bestandsanalyse, die die bisherigen Energieverbrauchswerte genauso berücksichtigt, wie die zu erwartenden Energiegewinne und -verluste.

Diese Ergebnisse spielte Dietsche mit verschiedenen technischen Lösungen durch und berechnet deren jeweilige Wirtschaftlichkeit. Sein Fazit: Bei hohem Wärmedämmstand, bei Dreischichtbetrieb und bei einer frühzeitigen Planung kann das Unternehmen tatsächlich ohne eine konventionelle Wärmeerzeugungsanlage auskommen.

Die Kostenersparnis bei den gering investiven Maßnahmen bewegt sich nach seinen Berechnungen zwischen 10 bis 15% des bisherigen Brennstoffbedarfes und amortisiert sich in rund zwei Jahren. Die Einsparung bei den investiven Maßnahmen liege höher und sollte im Zuge von anstehenden Modernisierungen ergriffen werden. Konkrete Empfehlungen, die dem Unternehmen laut Dipl.-Ing. Thomas Brandin (Leiter der Werksplanung) als methodischer Einstieg in eine Energie-Masterplanung der Stihl-Werke weltweit dienen.

Die Jury der AGI bescheinigte der Diplomarbeit einen innovativen und integrativen Ansatz: Es werde nicht nur die Optimierung der einzelnen Elemente – Produktionsprozess, Gebäudehülle und Technische Gebäudeausrüstung – angestrebt, sondern insbesondere das Zusammenwirken von anfallender und benötigter Energie. Dieser integrative Ansatz sei Vorbild auch für die Umsetzung in anderen Firmen der Arbeitsgemeinschaft Industriebau, bestätigt Dipl.-Ing. Peter Lindner, Vorstandsmitglied der AGI.

Einen 2. und 3. Preis verlieh die AGI an Absolventen der Universität Wien und der Hochschule Münster (Tina Pawlowski und Visar Dushi).

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Anette Schober-Knitz idw

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