Bildungstrends von USA bis China

Ob New York, Rio oder Tokio – der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist vor Ort. Mit 14 Außenstellen und 48 Informationszentren ist er weltweit vertreten. Das Aufgabenspektrum im Ausland reicht vom Marketing für den Studien- und Forschungsstandort Deutschland über die Beratung zukünftiger Stipendiaten bis zur Vernetzung mit Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.

Die dabei gewonnenen Erfahrungen und Kontakte fließen auch in die Arbeit der Bonner Zentrale des DAAD ein und helfen bei der strategischen Entwicklung neuer Programme. Anlässlich ihres Jahrestreffens berichteten die Leiter der Außenstellen heute in Berlin über internationale Trends im Bildungsbereich.

In den USA werden die Leistungen und Kosten des eigenen Hochschulsystems zunehmend kritisch diskutiert, so Ulrich Grothus, Leiter der Außenstelle New York. Laut einer vom Bildungsministerium eingesetzten Expertenkommission haben nur 63 % der Studierenden in den USA sechs Jahre nach Studienbeginn tatsächlich einen Bachelorgrad erworben. Die Zahl der Amerikaner, die im Ausland studieren, hat sich im letzten Jahrzehnt mehr als verdoppelt. Für Deutschland sind die Zahlen sogar überdurchschnittlich gestiegen, unter anderem durch verstärkte Information und neue Programme des DAAD. Besonders erfolgreich ist das RISE-Programm, mit dem amerikanische Studierende der Natur- und Ingenieurwissenschaften ein Forschungspraktikum bei deutschen Doktoranden absolvieren können. Mit dem GAIN-Netzwerk für deutsche Wissenschaftler in Nordamerika, das DAAD, Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Alexander-von-Humboldt-Stiftung gemeinsam initiiert haben, werden deutsche Studenten und Wissenschaftler in den USA über berufliche Möglichkeiten in Deutschland informiert.

Dr. Stefan Hase-Bergen, zukünftiger Leiter der Außenstelle Peking, berichtete über den beispiellosen Bildungsboom in China seit Ende der 90er Jahre. Von 1999 bis 2006 hat sich die Zahl der Studierenden auf 17,4 Millionen vervierfacht. Die Anzahl der in Deutschland studierenden Chinesen stieg sogar von 5.000 auf 26.000. Jetzt investiert China in die Qualitätssteigerung der Ausbildung und in Forschung und Entwicklung, um unabhängiger von ausländischen Technologien zu werden. Schon heute ist China nach den USA das Land mit den zweithöchsten F&E-Ausgaben weltweit. Ein neues Stipendienprogramm der chinesischen Regierung soll jährlich 5.000 Doktoranden die Chance auf ein Studium im Ausland ermöglichen.

Gabriele von Fircks leitet die Außenstelle in Nairobi und ist für den gesamten Bereich südlich der Sahara zuständig (Subsahara). Hier fördert der DAAD durch Stipendien für Postgraduierte im Heimatland oder der Region den dringend benötigten Hochschullehrernachwuchs. Im Jahr 2006 wurden 707 Stipendien vergeben, 29 Prozent davon an Frauen. Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Qualitätssicherung von Hochschulen und Studienprogrammen, die der DAAD gemeinsam mit der Hochschulrektorenkonferenz durchführt. Im vergangenen Jahr hat der DAAD außerdem ein neues Stipendienprogramm aufgelegt, das „African Good Governance Network“. Es soll junge Afrikanerinnen und Afrikaner, die in Deutschland ausgebildet werden, darauf vorbereiten, den Übergang zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und wirtschaftlichem Aufschwung in ihrem Heimatland aktiv mitzugestalten. Bundespräsident Köhler hat die Schirmherrschaft übernommen.

Dr. Christian Hülshörster, Leiter der Außenstelle Kairo, stellte die Aktivitäten des deutsch-ägyptischen Wissenschaftsjahrs 2007 vor. Es wurde von Bundesforschungsministerin Schavan ins Leben gerufen und wird zentral von der Außenstelle Kairo koordiniert. In sechs Themenbereichen (Materialwissenschaft, Biotechnologie, Medizin, Geistes- und Sozialwissenschaften, Wasser, Erneuerbare Energien) werden Kooperationen angestrebt. Bisher wurden bereits mehr als 170 Projekte, Konferenzen und Fortbildungskurse im Kalender der Website www.yearofscience.org eingetragen. Auch ägyptische Schülerinnen und Schüler sind angesprochen und sollen mit Ausstellungen, Workshops und Projekttagen für das Studium von natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fächern begeistert werden. Weitere Schwerpunkte des Wissenschaftsjahrs liegen im Forschungsmanagement und der Förderung von Nachwuchswissenschaftlern.

Ausführliche Informationen zur Pressekonferenz finden Sie im Internet unter www.daad.de/presse

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