Schülerlabore – die Erfolgsgeschichte im Bildungssystem

Kongress „Forschen statt Pauken II: Herausforderungen und Chancen außerschulischer Bildungsangebote“, 23. bis 24. April 2006, phæno Wolfsburg


Wissenschaft zum Anfassen, Ausprobieren und Verstehen. Das bieten in Deutschland über 200 Schülerlabore an Universitäten, Forschungseinrichtungen, Science Centern und Museen. Am 23. und 24. April treffen sich auf Einladung von Lernort Labor – Zentrum für Beratung und Qualitätsentwicklung (LeLa) über 200 Akteure der Schülerlaborszene Deutschlands zur Tagung „Forschen statt Pauken“ im Science Center phæno in Wolfsburg. Gleichzeitig zieht das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Schülerlabor-Netzwerk LeLa eine Zwischenbilanz und stellt Ergebnisse der Wirkungsforschung an diesen außerschulischen Lernorten vor. Höhepunkt der Veranstaltung ist die feierliche Übergabe von insgesamt 400.000 Euro Fördergeldern an ausgezeichnete Schülerlaborprojekte. Die symbolischen Leuchttürme werden durch Andreas Storm, Parlamentarischer Staatssekretär im BMBF, überreicht.

Getragen durch das Engagement und das Herzblut vieler einzelner Akteure ist in den letzten Jahren eine stetig steigende Zahl von Schülerlaboren entstanden, die mittlerweile von über 300.000 Schülerinnen und Schülern jährlich besucht werden. Dies ist ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie das in die Kritik geratene Bildungssystem neue Wege im naturwissenschaftlichen Unterricht gehen kann. Durch den direkten Kontakt mit Wissenschaftlern werden den Kindern und Jugendlichen Erkenntnisse und Methoden der aktuellen Forschung vermittelt. „Deutschland hat mit seinen Schülerlaboren die Nase vorn“ resümiert Dorothee Dähnhardt, Geschäftsführerin von Lernort Labor, „in keinem anderen europäischen Land wird das Lernen in der Schule durch die außerschulischen Angebote so zahlreich und erfolgreich ergänzt“.

„Als aktives LeLa-Mitglied freuen wir uns, dass die Tagung in diesem Jahr bei uns im phæno stattfindet. Der rege Austausch zwischen den Schülerlaboren und die Evaluationsmaßnahmen des Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften tragen dazu bei, naturwissenschaftliche Bildungsangebote nachhaltig zu fördern und zu verbessern,“ erläutert Dr. Peter Rösner, Leiter Experimentierfelder des phæno.

„Der Besuch eines Schülerlabors hinterlässt bei vielen Kindern und Jugendlichen beachtliche Spuren in den Köpfen, mit positiven Rückwirkungen auf den schulischen Unterricht“, so der Kieler Bildungsforscher Prof. Manfred Euler. Dies belegen am Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften durchgeführte Studien. Beispielsweise wird das Interesse von Schülerinnen und Schülern an der im Labor behandelten Naturwissenschaft nachhaltig gefördert. Dabei werden Jungen wie Mädchen auch von physikalischen oder chemischen Schülerlaboren gleichermaßen angesprochen. Das ist durchaus erstaunlich, schließlich gehören beide Disziplinen für die meisten Schülerinnen zu den unbeliebtesten Schulfächern.

Neben der hoffnungsfroh stimmenden Wirkung der Labore steht die Szene aber vor besonderen Herausforderungen: der systematischen und effektiven Vernetzung, der qualitativen Weiterentwicklung und insbesondere der langfristigen finanziellen Sicherung. Mit der Tagung soll die Situation der Schülerlabore weiter diskutiert und verbessert werden.

Interessierte Journalisten sind herzlich eingeladen, an dem Kongress teilzunehmen. Das Programm sowie eine genaue Anfahrtsskizze zu der Veranstaltung finden Sie unter www.lernort-labor.de/program.php.

Kontakt:
Lernort Labor -Zentrum für Beratung und Qualitätsentwicklung (LeLa)
am Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN)
Dr. Olaf J. Haupt, Tel: 0431 / 880 – 3299 oder 0162 / 8693855
Olshausenstraße 62, 24098 Kiel, Email: office@lernort-labor.de

phæno – die Experimentierlandschaft, Dr. Peter Rösner, Tel: 0 53 61/8 90 10-501, Willy-Brandt-Platz 1, 38440 Wolfsburg, Email: peter.roesner@phaeno.de

Media Contact

Dr. Dorothee Dähnhardt idw

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Bildung Wissenschaft

Zurück zur Startseite

Kommentare (0)

Schreiben Sie einen Kommentar

Neueste Beiträge

Verstärktes Signal und extrem empfindlich: Leichten Dunkle Materieteilchen auf der Spur

Neue Technik der Kernmagnetischen Resonanz um fünf Größenordnungen empfindlicher. Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung des Exzellenzclusters PRISMA+ der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und des Helmholtz-Instituts Mainz (HIM) hat eine Labor-Methode…

Osteoporose frühzeitig mit Ultraschall erkennen

Kieler Forschungsteam erhält Bundesförderung zur Entwicklung eines neuartigen Ultraschallgeräts. Osteoporose, auch als „Knochenschwund“ bezeichnet, zählt zu den häufigsten und teuersten Volkskrankheiten weltweit und erhöht das Risiko, einen Knochenbruch zu erleiden….

Jungkorallen geben Einblick in die Erholung nach Korallenbleiche

Wie sich Riffe von Korallenbleichen erholen, kann die Anzahl an Jungkorallen verraten. Das zeigt eine neue Studie der Universität Bremen, die kürzlich in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlicht wurde. Die…

Partner & Förderer